Re: Normalverteilung
Hallo Jens und Marcel,
eure fachliche Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt. Eure Ansätze sind total verschieden. Ihr werdet keinen Konsens finden – was aber auch nicht nötig ist. Ich hole das mal auf eine allgemein verständliche Ebene.
Häufig werden bei Pilzen 20 Sporen gemessen und aus diesen Maßen die „gefühlte“ Variationsbreite angegeben, z. B. 8-10 x 5-6,5 µm. Ausreißer/Maximalwerte kann man in Klammern davor und dahinter setzen.
Dass Mathematiker damit nicht ganz zufrieden sind, liegt auf der Hand. Man möchte „objektivere“ Zahlen haben. Dazu mathematische Wege der Wahrscheinlichkeitsrechnung/Statistik zu benutzen ist naheliegend. Dies wird auch zunehmend praktiziert, was man an den Angaben in Publikationen ablesen kann. Dann erscheinen in den Ergebnissen außer der Bandbreite mit Nachkommastelle(n) zusätzlich Mittelwerte, Volumenwerte, Q-Werte und anderes mehr.
Der Wille, die Sporenmaße irgendwie exakter fassen zu können, ist die treibende Kraft. Und wenn ein mathematisches Programm in dieser Richtung einen Mehrwert bedeutet, sollte man dieses Instrument nutzen.
Pilze sind "biologische Wesen" und werden nicht allein durch Sporenmaße bestimmt. Man wird ein Intervall (egal wie erstellt) angeben können, in dem sich (normalerweise!) die Sporenmaße bewegen – mehr nicht. Benutzen viele Leute solche Programme, werden die Werte vergleichbarer. Die Genauigkeit dieser Angaben kann (wird?) durch Smaff oder ähnliche Programme verbessert werden.
Aber eines sollte nicht in Vergessenheit geraten: Um Pilze sicher bestimmen zu können ist die Gesamtheit der Merkmale nötig und nicht allein die Sporenmaße.
Gruß
Peter
PS: „Die wenigsten Biologen haben aber wissenschaftliches Arbeiten wirklich gelernt…“ Diesen und weitere „markige“ Sprüche möchte ich nicht kommentieren. Im Leben muss man sich entscheiden, etwas „machen“ zu wollen oder beim „Kritisieren“ zu bleiben.