Re: Ein rel. wenig kartierter Pilz
Hallo Coco,
Ja, die Datenbasis ist das A und O! Ich habe hier diverse Clitopilus Messreihen, die mir Andreas G. mal zugeschickt hat, bin aber jetzt erst dazu gekommen, mir die Datensätze mal genauer anzusehen und es zeigt sich, dass erst über z.B. Mittelwertvergleiche qualifizierte Aussagen zu den Messreihen getroffen werden können. Auch weitere Analysen, wie ANOVA verlangen nach Rohdaten. Hinzu kommt, dass, wenn man weitere Möglichkeiten (KI, Diskrimanzanlyse, Tukey’s HSD) in Betracht zieht, man auch Vergleichsdaten benötigt. Jeder, der mit so einer statistischen Auswertung überfordert ist, kann dann zumindest seinen Datensatz zur allgemeinen Verfügung stellen oder um die Bearbeitung bitten. Clemencon schrieb mal, dass in seinen Basidiomycetensporendaten (ich glaube) 3-6 % abberate Sporen vorhanden wären. Und wenn es 10% wären.., die 3 Sporen von 30, die dann womöglich als Ausreißer erkannt werden, machen den Kohl nicht fett, führen aber durch "nicht mit berechnen" bei mir meist dazu, dass eine Normalverteilung vorliegt. Und wenn es keine Normalverteilungen gibt, kann man auch Mittelwerte oder Mediane vergleichen, nur eben leider mit einer geringeren Teststärke oder schön englisch: power.
KI muß man leider erst mit vielen Daten trainieren. Da ich jetzt Smaff in Python programmiere stehen diese Möglichkeiten theoretisch aber zur Verfügung.
Ach ja, wenn sich deine Röhrlingssporen wie Konglomerate anfühlen, könnte das auch an Heterosporie liegen. Meine erste Idee wäre dann, so viele Sporen zu messen, dass man eine Mehrgipfeligkeit der Verteilung erkennen kann und dann in den "Tälern" die Daten zu trennen. Ich glaube, dass ist mit Signifikanztests möglich. Nach der Trennung würde man dann auf verschiedene Grundgesamtheiten testen und dann z.B. einkernige, zweikernige und vierkernige Sporen getrennt beschreiben. So oder so schätzt man immer auf die Grundgesamtheit. In obigem Beispiel wäre das "Konglomerat" eine Mischung aus drei Grundgesamtheiten, die es erst zu trennen gilt. Aber auch dafür, bräuchte man Daten. Leider kann ich keine Aussage treffen, wieviele Sporen dazu vermessen werden müssten.
LG; Jens