Re: Normalverteilung
Hallo Jens,
ich habe folgende Quelle gefunden, die für mich verständlich einige Grundlagen der Zufallsprozesse beschreibt, die Du beobachten willst.
https://statistikgrundlagen.de/ebook/chapter/parameterschaetzung/
https://statistikgrundlagen.de/ebook/chapter/konfidenzintervalle/
Sie enthalten auch einige Abschätzungen, die ich so noch nicht kannte.
Ich möchte grob angeben, wie ich das verstehe.
Du hast einen Zufallsprozess "Sporenwachstum".
Weiterhin gibt es einen Zufallsprozess "Messung Sporengröße"
Du definierst eine Zufallsvariable "gemessene Sporengröße"
Diese Variable ergibt sich aus der Summe:
tatsächliche Sporengröße + Messfehler
Nun nimmst Du aus der Grundgesamtheit dieses Zufallsprozesses eine Stichprobe.
Das ist ein neuer Zufallsprozess.
Jetzt definierst Du folgende Zufallsvariablen dieses zweiten Prozesses:
Mittelwert
Streuung
Konfidenzintervall
Du nimmst an, dass diese Zufallsvariablen erwartungstreue Schätzer derselben Parameter der Grundgesamtheit sind.
Weiterhin nimmst Du an, dass diese Schätzer für das von Dir verwendete n (z.B.100) eine definierte maximale Ungenauigkeit haben.
Dazu gibt es aber keinerlei Hinweise in der Literatur.
Ein Erwartungswert ist ein Limes(n -> Unendlich)
Ich gebe ein Trivialbeispiel, für das man die Genauigkeit für ein bestimmtes n angeben kann.
Limes( n > Unendlich )( ( n + Konstante ) / n )
Wie zumindest ich in der Schule gelernt habe, ist der Grenzwert 1 - den Beweis bekäme ich auch noch hin.
Nehmen wir an die Konstante wäre 1.
Dann ist für n = 1000 der Schätzwert 1.001.
Nehmen wir jetzt aber an Konstante ist 1000, dann ist für n = 1000 der Schätzwert 2.
Jetzt zu deinem Problem. Ich hatte das so verstanden, dass Du prüfen willst, ob Stichproben von derselben Grundgesamtheit genommen wurden.
Ich habe in meiner beruflichen Praxis sehr häufig erlebt, dass Leute nach dem Aufwand einer Softwareerweiterung fragen und dabei das Problem nicht angeben, dass sie damit lösen wollen.
Stattdessen möchte der Kunde seine Lösungsvorstellung programmiert haben.
Das scheitert dann oft an zwei möglichen Ursachen:
1. Das wird so aufwendig, dass das keiner bezahlen will.
2. Die Lösung funktioniert nicht. Ich habe Fälle erlebt, in denen man das den Leuten nicht gesagt hat.
Die schrieben dann hinterher, dass das das letzte gewesen sei, was sie bei der Firma gekauft hätten.
Wir haben in solchen Fällen möglichst genau versucht herauszufinden, was das eigentliche Problem ist.
Wir konnten dann stets eine bezahlbare Lösung anbieten.
Ich vermute, dass Du eigentlich wissen willst, ob zwei Stichproben zur selben Pilzart gehören.
Wenn man das erreichen will, muss man vor allem die statistischen Daten der Grundgesamtheit möglichst gut erfassen.
Am besten mit sehr großen Stichproben.
Die angegebene Literatur gibt aber auch eine andere Methode an, an die ich nicht gedacht hatte.
Man verbessert die Schätzung von Mittelwert und Streuung, indem man aus mehreren kleineren Stichproben bessere Schätzer bildet.
Es sind dort Formeln angegeben.
Die Vorgehensweise ist mir unmittelbar einsichtig und ich empfehle das.
Die Ergebnisse seiner lebenslangen Forschung hat Werner Jurkeit in seinem Buch Die Gattung "Russula Band I-IV - JURKEIT, W." beschrieben.
Er beschreibt sehr ausführlich die Variabilität der gefunden Merkmale.
Die Angabe über die Sporen habe ich diesen Ausführungen entnommen.
Band I und II sind erschienen.
Als Subskribent warte ich sehnsuchtsvoll auf die letzten zwei.
Gruß,
Marcel