Testbericht Wolliger Milchling (Erdschieber)

Birgit, (vor 9515 Tagen)

Hallo,

nachdem der wollige Milchling ebenso wie die Pfeffermilchlinge scharf gebraten genießbar sein soll, hats mich die ganze Zeit schon mal gereizt das Ding zu testen, da die in letzter Zeit ziemlich häufig hier wachsen und von der Größe her ja immer ordentlich was hergeben. Also hab ich die Pilze in Scheiben geschnitten und zur Entschärfung und wegen des penetranten Geruchs einen knappen Tag in Salzwasser eingeweicht (Wasser einmal gewechselt und Pilze ordentlich abgebraust). Danach gings mit Speck ab in die Pfanne, aber das Ergebins, naja: Der penetrante Geruch und Geschmack war zwar fast weg, die momentane Schärfe auch, geschmacklos wars eigentlich auch nicht so richtig, man konnts essen, fiel aber eindeutig in RIchtung "Kriegspilz" aus. Außerdem hatte ich nach dem Essen so ein scharfes Kratzen im Rachen.

Vielleicht hat ja da noch jemand bessere Erfahrungen gemacht und kann eine andere Zubereitungsmethode empfehlen (obwohl ich das nicht so recht glauben kann, der Pilz scheint mir ein Härtefall zu sein.)??

Gute Nacht

Birgit

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

VIVA Pfeffermilchlinge!

Leonie, (vor 9515 Tagen) @ Birgit

Ich habe bislang nur Pfeffermilchlinge gekostet. In der Literatur wird der Pfeffermilchling ja noch eher als eßbar eingeschätzt, als der Wolli. Ich denke aber, das Einweichen oder Überbrühen nicht die richtige Maßnahmen sind. Es kommt wohl mehr auf die hohe Temperatur beim braten an. Ich hatte die Pfeffermilchlinge (die übrigens traumhaft festes Fleisch haben) sehr heiß in Öl gebraten. Scharf waren sie danach gar nicht mehr. Es bleibt aber ein etwas bitter-herber Geschmack, der sicher sogar Freunde finden kann. Ich habe die Pilze auch heftig (Chili, Limettsaft, Koriander - arme Gisela) gewürzt. Das Gericht war sicher besser als "Kriegspilze" (genialer Ausdruck... das sind für mich irgendwelche Rüblinge oder so im Mischgericht). Sollten aber Reizker in der Nähe sein oder auch was anderes richtig gutes...dann sind sie wahrlich nicht erste Wahl.

Hallo,
nachdem der wollige Milchling ebenso wie die Pfeffermilchlinge scharf
gebraten genießbar sein soll, hats mich die ganze Zeit schon mal gereizt
das Ding zu testen, da die in letzter Zeit ziemlich häufig hier wachsen
und von der Größe her ja immer ordentlich was hergeben. Also hab ich die
Pilze in Scheiben geschnitten und zur Entschärfung und wegen des
penetranten Geruchs einen knappen Tag in Salzwasser eingeweicht (Wasser
einmal gewechselt und Pilze ordentlich abgebraust). Danach gings mit Speck
ab in die Pfanne, aber das Ergebins, naja: Der penetrante Geruch und
Geschmack war zwar fast weg, die momentane Schärfe auch, geschmacklos wars
eigentlich auch nicht so richtig, man konnts essen, fiel aber eindeutig in
RIchtung "Kriegspilz" aus. Außerdem hatte ich nach dem Essen so
ein scharfes Kratzen im Rachen.
Vielleicht hat ja da noch jemand bessere Erfahrungen gemacht und kann eine
andere Zubereitungsmethode empfehlen (obwohl ich das nicht so recht
glauben kann, der Pilz scheint mir ein Härtefall zu sein.)??
Gute Nacht
Birgit

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: VIVA Pfeffermilchlinge!

Birgit, (vor 9515 Tagen) @ Leonie

Ich habe bislang nur Pfeffermilchlinge gekostet. In der Literatur wird der
Pfeffermilchling ja noch eher als eßbar eingeschätzt, als der Wolli. Ich
denke aber, das Einweichen oder Überbrühen nicht die richtige Maßnahmen
sind. Es kommt wohl mehr auf die hohe Temperatur beim braten an. Ich hatte
die Pfeffermilchlinge (die übrigens traumhaft festes Fleisch haben) sehr
heiß in Öl gebraten. Scharf waren sie danach gar nicht mehr.

Hi Leonie,

ich hatte die "Wollischeiben" ;-) zusätzlich auch noch sehr heiß mit Öl und Speck scharf ausgebraten, nutzte leider nicht so viel. Das EInweichen hab ich nur gemacht, weil die Milch (oder das Fleicsh) einen so penetranten Geruch (irgendwie kampfer... oder sonstwie chemisch, schwer zu beschreiben) und Geschmack hat, daß man diesen Geschmack sogar in Pilzen wiederfindet, die man ohne dazwischen die Hände zu waschen geputzt und dann gebraten hat. Schmeckte ziemlich eigenartig dieses Pilzgericht.

Gruß

Birgit

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: VIVA Pfeffermilchlinge!

interhias ⌂, (vor 9515 Tagen) @ Leonie

Hallo Leonie und Birgit!

Zum Wolligen Milchling: Birgits Testergebnis ist nicht verwunderlich, denn selbst in meinem besten russischen Schwammerlbuch wird empfohlen, den "vellereus" erstmal 3 - 4 Tag zu wässern und täglich das Wasser zu wechseln. Als nachfolgende Verwendung wird das Einsalzen nach vorherigem Abkochen empfohlen, wodurch letzte Reste der Schärfe und Bitterkeit verschwinden sollen. Das ist wahrlich viel Aufwand, der sich nur lohnen könnte, wenn man den Pilz in Massen findet.

Zum Pfeffermilchling: Da der Pfeffermilchling in meinen Pilzgründen so ziemlich als erster Pilz in großen Mengen erscheint und von so herrlich knackiger Konsistenz ist, habe ich schon alles mögliche ausprobiert, ihn genießbar zuzubereiten. Die Methode, ihn mit Speck, Zwiebeln, Knoblauch und vielen Kräutern scharf anzubraten, hat bis jetzt die ansprechendsten Ergebnisse gebracht. Versuche mit Wässern, Abkochen und Einlegen in Essigsud oder Olivenöl scheiterten an der hartnäckigen Bitterkeit des "piperatus". Nächstes Jahr oder wenn heuer nochmal ein Schub kommt, probiere ich es mal mit Einsalzen.

Gruß

Interhias

Ich habe bislang nur Pfeffermilchlinge gekostet. In der Literatur wird der
Pfeffermilchling ja noch eher als eßbar eingeschätzt, als der Wolli. Ich
denke aber, das Einweichen oder Überbrühen nicht die richtige Maßnahmen
sind. Es kommt wohl mehr auf die hohe Temperatur beim braten an. Ich hatte
die Pfeffermilchlinge (die übrigens traumhaft festes Fleisch haben) sehr
heiß in Öl gebraten. Scharf waren sie danach gar nicht mehr. Es bleibt
aber ein etwas bitter-herber Geschmack, der sicher sogar Freunde finden
kann. Ich habe die Pilze auch heftig (Chili, Limettsaft, Koriander - arme
Gisela) gewürzt. Das Gericht war sicher besser als "Kriegspilze"
(genialer Ausdruck... das sind für mich irgendwelche Rüblinge oder so im
Mischgericht). Sollten aber Reizker in der Nähe sein oder auch was anderes
richtig gutes...dann sind sie wahrlich nicht erste Wahl.