Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Sabine, (vor 9521 Tagen)

Habe heute einen ziemlich merkwürdigen Pilz gefunden. Er wuchs direkt neben einigen Riesenporlingen, auf einem Rasenstreifen vor einem Haus, gleich unter der Hecke. Ca. 20 cm Durchmesser, kugelig mit unregelmäßiger Oberfläche, Gewicht ca. 1,2 kg, so gelb wie die Unterseite eines Riesenporlings. Ziemlich kugelig und druckempfindlich, dann dunkelbraun färbend. Im Pareys habe ich nichts gefunden, was ihm ähnelt. Wenn man einen einzelnen Teil des Fruchtkörpers betrachtet, könnte einen das an eine Herkuleskeule erinnern. Ob das Ding Poren hat oder nicht, kann ich nicht erkennen, die Oberfläche ist ziemlich einheitlich feinfilzig/porig?. Geruch angenehm frisch, säuerlich.
Speisewert?

Außerdem habe ich glaube ich einen Safranschirmling gefunden, der läuft aber nicht gelb, sondern eher dunkelrot an. Ca. 12-15 cm Durchmesser, sehr zäher Stiel (fast schon hohl), breite Knolle, Fundort in Fichtenstreu und Brennesselkraut, dicker, verschiebbarer Ring, zottige und filzig-flockige Oberfläche, Zotten ragen über Hutrand raus. Mitte der Kappe braun.
Wie sieht das aus mit Verwechslungen mit dem giftigen Riesenschirmling?
Speisewert?

Außerdem etliche Maronen, ca. 1 kg Pfifferlinge, ein paar rosa Schmierlinge, Kuhmäuler, Goldröhrlinge, Sandpilze, 1 kleine krause Glucke (wird noch gepflegt).

Sabine.

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Re: Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Frank Adam, (vor 9521 Tagen) @ Sabine

Hallöle!
Ich tippe als Erstes auf einen Riesenbovist. Das liesse sich durch einen Anschnitt des Pilzes leicht herausfinden.Die farbe des Fruchtkörpers lässt allerdings erahnen, dass er zu Speisezwecken nicht mehr verwendbar ist, denn bei dem Riesenbovist gilt wie bei allen anderen essbaren Bovisten:
Wenn das Fleisch weiss ist, dann ist er geniessbar. Verfärbte Boviste also bitte nicht zum Verzehr benutzen! Tipp: Schneide das UMO - (Unnbekanntes Mykologisches Objekt) einfach an und Du bist bei der Bestimmung ein Stück weiter.
Gruss: Frank Adam

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Re: Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Sabine, (vor 9521 Tagen) @ Frank Adam

Hallo Frank,
ein Riesenbovist ist es definitiv nicht. Die Oberfläche sieht wie gesagt so aus, als hätte man zig Herkuleskeulen zusammengesetzt. Die Farbe ist creme-gelb-orange, ein bißchen wie Aprikoseneis. Er ist sehr druckempfindlich und schwärzt dort sofort. Eigentlich alles wie ein Riesenporling, aber ich habe noch nie einen jungen Fruchtkörper in der Größe davon gesehen.

Trotzdem danke.

Sabine.

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Re: Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Frank Adam, (vor 9521 Tagen) @ Sabine

Hallöle Sabine,
Tschuldigung für den Schnellschuss.
Dachte sofort bei "kugelig" an Bovist.
Habe danach in meinen Büchern nachgesucht und bin wieder auf den von Dir genannten gestossen.
Breitenbach /Kränzlin sagt:
An Strünken, selten auch als Schwächeparasit an lebenden Bäumen, vorwiegend Buche, nach Lit. auch an anderen Laubhölzern, seltener an Weisstanne, oft scheinbar auf Erde, dann aber immer auf vergrabenem Holz, meistens auf Wurzeln.
Sommer bis Herbst.....
Fruchtkörper bestehend aus mehreren dachziegelartig über-und nebeneinander angeordneten Hüten, (200-600 (800) mm.) breit, EINER KNOLLENFÖRMIGEN BASIS ENTSPRINGEND, EINZELHÜTE HALBKREIS- BIS FÄCHERFÖRMIG MIT KURZER STIELARTIGER ANWACHSSTELLE.......Unterseite mit weisslicher bis cremefarbener Porenschicht, welche bei Berührung BRAUN- SCHWARZ verfärbt........Geruch pilzartig, Geschmack mild. Einzeln und gesellig wachsend.

Kann sein. dass Du ein Exemplar gefunden hast, dass im ausgewachsenem Stadium ein Megawummer wird.
Speisewert leider ungeniessbar.
Gruss: Frank Adam

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Wirkung von Giftschirmling?

Sabine, (vor 9520 Tagen) @ Frank Adam

Danke für die vielen Tips, habe heute wieder Unmengen von diesen Schirmlingen gefunden, alle im Nadelwald (Fichten). Die ersten Schirmlinge habe ich wie gesagt auch Nadelwald, aber einem anderen, gefunden. Übrigens wuchsen in diesen Wäldern auch viel Kraut und eben auch Brennesseln. Ich hab mir nun also die ausführliche Beschreibung im Pareys des Giftschirmlings angeguckt, aber so wie ich das verstehe, ist der wesentlich dicker und der Standort überschneidet sich auch nicht. Die Färbung meiner Schirmlinge ist übrigens wirklich erst dunkelgelb, dann rötlich-orange. Innerhalb von vielleicht 3-4 Sekunden ist er dunkelgelb, nach ca. 10 Sekunden rot.
Heute abend kommt er jedenfalls in die Pfanne, ohne andere Pilze. Dann weiß ich wenigstens, was es war. Dieser Giftschirmling, wie wirkt der eigentlich?

Sabine.

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Re: Wirkung von Giftschirmling?

Mark Obrembalski, (vor 9520 Tagen) @ Sabine

Heute abend kommt er jedenfalls in die Pfanne, ohne andere Pilze. Dann weiß
ich wenigstens, was es war. Dieser Giftschirmling, wie wirkt der
eigentlich?

Na, Testament schon gemacht? Wenn es wirklich nur der Gift-Riesenschirmling ist, war das wohl überflüssig. Er gehört zu der großen Gruppe von Giftpilzen, die zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Auch unter diesen gehört er wohl nicht zu den schlimmsten. Gefährlich dürfte er allenfalls für Leute sein, die schon schwer krank oder ziemlich schwach sind. Von einem Todesfall habe ich aber noch nichts gehört.

Gruß,
Mark

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Re: Wirkung von Giftschirmling?

Andreas ⌂, (vor 9520 Tagen) @ Sabine

Danke für die vielen Tips, habe heute wieder Unmengen von diesen Schirmlingen
gefunden, alle im Nadelwald (Fichten). Die ersten Schirmlinge habe ich wie
gesagt auch Nadelwald, aber einem anderen, gefunden. Übrigens wuchsen in
diesen Wäldern auch viel Kraut und eben auch Brennesseln. Ich hab mir nun
also die ausführliche Beschreibung im Pareys des Giftschirmlings
angeguckt, aber so wie ich das verstehe, ist der wesentlich dicker und der
Standort überschneidet sich auch nicht. Die Färbung meiner Schirmlinge ist
übrigens wirklich erst dunkelgelb, dann rötlich-orange. Innerhalb von
vielleicht 3-4 Sekunden ist er dunkelgelb, nach ca. 10 Sekunden rot.
Heute abend kommt er jedenfalls in die Pfanne, ohne andere Pilze. Dann weiß
ich wenigstens, was es war. Dieser Giftschirmling, wie wirkt der
eigentlich?
Sabine.

Hallo,

möglicherweise ist dieser Giftschirmling nicht einmal von der Gartenform des Safranschirmling verschieden, jedenfalls nicht auf Artebene. Diese Pilze haben eine sehr dicht verflochtene Trama ("Fleisch"), was sie schwer verdaulich macht. Leute mit anfälligem Magen reagieren darauf mit Unwohlsein, Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden, auch Übelkeit und sogar Erbrechen. Dazu kommt noch die Panik einer Pilzvergiftung ....
Jedenfalls düfte der Pilz bestenfalls unbekömmlich sein, wenn nicht sogar für viele problemlos.

Ich zitiere M. Bon, einen der Autoren dieser Art:
"Gleich zu Anfang sei der Riesenschirmlingsfreund bei der Besprechung der giftigen Arten versichert, daß von der als giftig angegebenen M. venenata nur eine geringe Gefahr ausgeht (die Namenswahl des Epithetons zu lat. venenatus = giftig ist nach persönlicher Überzeugung des autors wahrlich überzogen!). Zugestanden, es gab sicher aufsehenerregende "Vergiftungsfälle", deren Ursache zwar mit simplen Verdauungsbeschwerden zu erklären war, jedoch eine dramatische Entwicklung nahmen und in Ohnmachtsanfällen gipfelten, ... eben auch als Folge einer Verstärkung der Symptome, wohlwissend, daß man soeben Pilze verspeist hatte. [...] Als Schlußfolgerung können wir festhalten, daß die Riesenschirmlinge eßbar sind, unter der Voraussetzung, daß sie ausreichend gekocht werden. Bei leichten Verdauungsbeschwerden hilft manchmal eher ein Gläschen Schnaps, als der vorschnelle Ruf nach dem Notarzt! (Dies entspringt persönlicher Erfahrung nach Verzehr des Wurzelnden Egerling = Agaricus romagnesii!) Aber Vorsicht: Dies gilt nicht für den Vergiftungsfall mit amanitinhaltigen Pilzarten, [...]"
Übersetzung aus dem Französischen durch F. Medjebeur-Thrun und W. Thrun.

Ich selbst habe mich mehrere Male vergeblich bemüht, mich mit M. venenata zu vergiften, auch wenn mikroskopisch alles für diese Art gesprochen hat und die meisten dieser Funde mir von Dr. Haas als M. venenata bestätigt wurden. Aber mein schwäbischer Saumagen scheint eh nicht allzu zimperlich zu sein, schließlich hat er auch schon klaglos Karbolegerlinge vertragen ....

Gruß,
Andreas

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Re: Wirkung von Giftschirmling?

Birgit, (vor 9519 Tagen) @ Sabine

Danke für die vielen Tips, habe heute wieder Unmengen von diesen Schirmlingen
gefunden, alle im Nadelwald (Fichten). Die ersten Schirmlinge habe ich wie
gesagt auch Nadelwald, aber einem anderen, gefunden. Übrigens wuchsen in
diesen Wäldern auch viel Kraut und eben auch Brennesseln. Ich hab mir nun
also die ausführliche Beschreibung im Pareys des Giftschirmlings
angeguckt, aber so wie ich das verstehe, ist der wesentlich dicker und der
Standort überschneidet sich auch nicht. Die Färbung meiner Schirmlinge ist
übrigens wirklich erst dunkelgelb, dann rötlich-orange. Innerhalb von
vielleicht 3-4 Sekunden ist er dunkelgelb, nach ca. 10 Sekunden rot.
Heute abend kommt er jedenfalls in die Pfanne, ohne andere Pilze. Dann weiß
ich wenigstens, was es war. Dieser Giftschirmling, wie wirkt der
eigentlich?
Sabine.

Hi Sabine,

meine Eltern haben unwissentlich ihrem Nachbarsehepaar zum Verzehr der Kompostschirmlinge in deren Garten geraten, weil sie von der Existenz der Giftschirmlinge nichts wußten. Beide waren von der Vergiftung betroffen und einige Tage im Krankenhaus. Das spricht wohl etwas gegen eine individuelle Unverträglichkeit, aber vielleicht spielt da ein gewisser psychologischer Effekt (und Solidarisierung ;-)) eine Rolle?

Gruß

Birgit

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Re: Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Doris Kreißl, (vor 9521 Tagen) @ Sabine

Hallo Sabine,

bei Deinem seltsamen Porlingsfund bin ich ratlos.Was für eine Hecke war es wo der Pilz gewachsen ist?
Evtl. könnte ich mir noch den Schwefelporling vorstellen, den habe ich auch mal in etwas seltsamer Keulenförmiger Art gefunden, der wächst aber normalerweise an (gerade)noch lebenden oder abgestorbenen Laubbäumen.

Bin auf jeden Fall gespannt welche Antworten Du noch bekommst.

Bei dem Safranschirmling denke ich eigendlich Du hast ihn richtig bestimmt,er wächst auch bei uns meist im Fichtennadelstreu. -Aber- ich hatte einmal einen vermeintlichen Safranschirmling auf einer gedüngten Wiese gefunden, der Pilz war aber irgenwie dicker , fleischiger als die Safranschirmlinge die ich sonst immer hatte, deshalb habe ich mir damals sogar noch zwei Bücher gekauft in meinem damaligen Buch gab es nämlich nur einen Hinweis auf den Giftschirmlig. Der Giftschirmling soll eine gerandetknollige Stielbasis haben, kann aber dem Safranschirmling sooooo ähnlich sehen da sei lieber vorsichtig.
Du hast ja auch genügend andere leckere Pilze gefunden.1 Kilo Pfifferlinge da kann ich momentan nur von träumen.Lasse es Dir schmecken und ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße Doris

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Safranschirmling

Birgit, (vor 9520 Tagen) @ Doris Kreißl

Hallo Sabine,

Bei dem Safranschirmling denke ich eigendlich Du hast ihn richtig bestimmt,er
wächst auch bei uns meist im Fichtennadelstreu. -Aber- ich hatte einmal
einen vermeintlichen Safranschirmling auf einer gedüngten Wiese gefunden,
der Pilz war aber irgenwie dicker , fleischiger als die Safranschirmlinge
die ich sonst immer hatte, deshalb habe ich mir damals sogar noch zwei
Bücher gekauft in meinem damaligen Buch gab es nämlich nur einen Hinweis
auf den Giftschirmlig. Der Giftschirmling soll eine gerandetknollige
Stielbasis haben, kann aber dem Safranschirmling sooooo ähnlich sehen da
sei lieber vorsichtig.

Doris hat Recht, sei bitte vorsichtig. Es streiten sich zwar noch die Experten, aber es gibt vom Safranschirmling eine Varietät (M. rachodes var. hortensis oder Macriolepiota bohemica), die dem Giftriesenschirmling (M. venenata) sehr ähnlich sieht. Sie wächst wie dieser auf fetten gedüngten Böden und ist wohl im allgemeinen kräftiger und größer als der "normale" Safranschirmling. Dein Fund bei Brennesseln spricht für gut gedüngten Boden. M. venenata und M. bohemica sehen sich so ähnlich, daß man am besten die FInger von M. bohemica läßt und nur "zierliche" Safranschirmlinge, die auf normalen Böden wachsen, sammelt. Vor zwei Monaten hab ich meiner Meinung nach M. bohemica gefunden und der Unterschied in der Größe zu den dort ebenfalls reichlich vorhandenen Safranschirmlingen war schon auffällig (ich hab ihn dann auch nicht gegessen). Wenn dich Bilder interessieren schau mal auf folgende Adresse von Boris' Internetseite:

http://www.grin.net/~cturley/Boris/Mushrooms/Macrolepiota/MacrolepiotaD.html

Apropos Gelbverfärbung: Die verfärbung bei Safranschirmlinge ist nicht rein gelb, sondern eher rot mit einem safrangelben Einschlag (hoffentlich kannst du dir jetzt was drunnter vorstellen, vielleicht könnte man auch rotorange sagen ;-))

Speisewert Safranschirmlinge: Ähnlich Parasol, einige Leute behaupten Parasole sind etwas besser, andere sagen Safranschirmlinge hätten etwas mehr SUbstanz und würden nicht ganz so zusammenfallen. Also panieren wie den Parasol, im geschlossenen Paukenschlegelzustand kann man sie auch ganz normal ohne Panade zubereiten.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Junger Riesenporling? & Funde Norddeutschland

Henning, (vor 9520 Tagen) @ Sabine

Hi.

Außerdem habe ich glaube ich einen Safranschirmling gefunden, der läuft aber
nicht gelb, sondern eher dunkelrot an. Ca. 12-15 cm Durchmesser, sehr
zäher Stiel (fast schon hohl), breite Knolle, Fundort in Fichtenstreu und
Brennesselkraut, dicker, verschiebbarer Ring, zottige und filzig-flockige
Oberfläche, Zotten ragen über Hutrand raus. Mitte der Kappe braun.
Wie sieht das aus mit Verwechslungen mit dem giftigen Riesenschirmling?

Ich denke es ist ein Safaranschirmling - ist ja auch nicht so selten.
Solange Du den im Wald gefunden hast sollte es sich auch nicht um die
giftig Varitaet handeln.

Speisewert?

Wie ein Wienerschnitzel zubereiten - lecker..

Außerdem etliche Maronen, ca. 1 kg Pfifferlinge, ein paar rosa Schmierlinge,
Kuhmäuler, Goldröhrlinge, Sandpilze, 1 kleine krause Glucke (wird noch
gepflegt).

Wo findest Du denn in Norddeutschland Pfifferlinge? Ich wohne in Wildeshausen,
warst Du das aus Harpstedt?

Ich war gestern auch los nach 2 kg Maronen habe ich keine mehr mitgenommen.
Es ist wirklich viel zu finden - vorallem fuer Norddeutschlands Verhaeltnisse...

Cu
Henning