das röhrling-rätsel geht weiter

damijan, (vor 9522 Tagen)

Bea hatte ja offenbar auch Probleme mit dem Bestimmen eines noch nie gesehenen Röhrlings. Ob wohl in diesem neuen Jahrtausend auch neue Röhrlinge gekommen sind? Ich habe vor in paar Tagen folgenden rätselhaften Fund gemacht:

Fundort

Bedburg-Kaster, ca. 30 nordwestlich von Köln
Fundort sehr fucht durch nahegelegenen Fluss
Vegetation am Fundort: junger gemischter Laubwald, starker Birkenanteil, in der Nähe standen noch ein paar Birkenpilze herum. Auch reichlich Kahle Kremplinge waren zu finden.

Aber nun zum Pilz selbst:

Hut:

Farbe: etwa zimt- bis rehbraun
nicht schleimend, also trocken, etwas ledrig
Grösse: 5-10 cm
bei den jüngeren Exemplaren am Rand nach unten gefalzt
die jüngeren hatten die wohl am weitesten verbreitete konvexe Form, während die Älteren sich in Richtung Reizker oder Milchling zu entwickeln schienen - in der Mitte befand sich eine Vertiefung. Bei einem Röhrling habe ich sowas noch nie gesehen.

Röhren

frisch gelb
bei Druck langsam blauend
und jetzt kommts: wie bei einem Reizker oder einem Milchling liefen die sehr kleinen Röhren am Stiel entlang hinab und gingen in diesen über, ohne einen Absatz zu bilden. Das passt auf keinen der mir bekannten Röhrlinge!

Geruch

angenehm pilzig (sogar nachdem er ca. 3-4 Tage im Korb lag)

Hat jemand einen Tip?

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Re: das röhrling-rätsel geht weiter

Andreas ⌂, (vor 9522 Tagen) @ damijan

Bea hatte ja offenbar auch Probleme mit dem Bestimmen eines noch nie
gesehenen Röhrlings. Ob wohl in diesem neuen Jahrtausend auch neue
Röhrlinge gekommen sind? Ich habe vor in paar Tagen folgenden rätselhaften
Fund gemacht: Fundort
Bedburg-Kaster, ca. 30 nordwestlich von Köln
Fundort sehr fucht durch nahegelegenen Fluss
Vegetation am Fundort: junger gemischter Laubwald, starker Birkenanteil, in
der Nähe standen noch ein paar Birkenpilze herum. Auch reichlich Kahle
Kremplinge waren zu finden.
Aber nun zum Pilz selbst: Hut: Farbe: etwa zimt- bis rehbraun
nicht schleimend, also trocken, etwas ledrig
Grösse: 5-10 cm
bei den jüngeren Exemplaren am Rand nach unten gefalzt
die jüngeren hatten die wohl am weitesten verbreitete konvexe Form, während
die Älteren sich in Richtung Reizker oder Milchling zu entwickeln schienen
- in der Mitte befand sich eine Vertiefung. Bei einem Röhrling habe ich
sowas noch nie gesehen.
Röhren
frisch gelb
bei Druck langsam blauend
und jetzt kommts: wie bei einem Reizker oder einem Milchling liefen die sehr
kleinen Röhren am Stiel entlang hinab und gingen in diesen über, ohne
einen Absatz zu bilden. Das passt auf keinen der mir bekannten Röhrlinge!
Geruch
angenehm pilzig (sogar nachdem er ca. 3-4 Tage im Korb lag)
Hat jemand einen Tip?

Hallo,
hört sich eher nach einer zufälligen Mißbildung/Verwachsung an als nach einem Artmerkmal. Aber jedenfalls interessant. Die Hutform mit vertiefter Mitte und aufgebogenem Rand kommt bei den Filzröhrlingen im Alter nicht so selten vor, selbst bei den Dickröhrlingen ist eine Tendenz dazu bisweilen da. Überhaupt nicht kenne ich das aber von den Schmierröhrlingen und den Rauhfußröhrlingen.

Gruß,
Andreas

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Re: das röhrling-rätsel geht weiter

damijan, (vor 9522 Tagen) @ Andreas

Hallo,
hört sich eher nach einer zufälligen Mißbildung/Verwachsung an als nach einem
Artmerkmal. Aber jedenfalls interessant. Die Hutform mit vertiefter Mitte
und aufgebogenem Rand kommt bei den Filzröhrlingen im Alter nicht so
selten vor, selbst bei den Dickröhrlingen ist eine Tendenz dazu bisweilen
da. Überhaupt nicht kenne ich das aber von den Schmierröhrlingen und den
Rauhfußröhrlingen.
Gruß,
Andreas

hm, danke für den Tip, aber auf eine zufällige Abart würde ich hier nicht tippen, denn es war beiweitem nicht der einzige. es wuchsen noch etwa 10 davon aus offenbar demselben Mycel heraus. Es sah "zu normal" aus, als dass ich von einer Missbildung ausgehen würde. die röhren liefen richtig schön am stiel herab, etwa bis zu einem drittel der gesamthöhe des pilzes. Ich muss nochmal umfangreichere Lexika wälzen. Vielleicht lässt sich da etwas weiteres finden.

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Erlengrübling - Gyrodon lividus?

Birgit, (vor 9522 Tagen) @ damijan

Bea hatte ja offenbar auch Probleme mit dem Bestimmen eines noch nie
gesehenen Röhrlings. Ob wohl in diesem neuen Jahrtausend auch neue
Röhrlinge gekommen sind? Ich habe vor in paar Tagen folgenden rätselhaften
Fund gemacht: Fundort
Bedburg-Kaster, ca. 30 nordwestlich von Köln
Fundort sehr fucht durch nahegelegenen Fluss
Vegetation am Fundort: junger gemischter Laubwald, starker Birkenanteil, in
der Nähe standen noch ein paar Birkenpilze herum. Auch reichlich Kahle
Kremplinge waren zu finden.
Aber nun zum Pilz selbst: Hut: Farbe: etwa zimt- bis rehbraun
nicht schleimend, also trocken, etwas ledrig
Grösse: 5-10 cm
bei den jüngeren Exemplaren am Rand nach unten gefalzt
die jüngeren hatten die wohl am weitesten verbreitete konvexe Form, während
die Älteren sich in Richtung Reizker oder Milchling zu entwickeln schienen
- in der Mitte befand sich eine Vertiefung. Bei einem Röhrling habe ich
sowas noch nie gesehen.
Röhren
frisch gelb
bei Druck langsam blauend
und jetzt kommts: wie bei einem Reizker oder einem Milchling liefen die sehr
kleinen Röhren am Stiel entlang hinab und gingen in diesen über, ohne
einen Absatz zu bilden. Das passt auf keinen der mir bekannten Röhrlinge!
Geruch
angenehm pilzig (sogar nachdem er ca. 3-4 Tage im Korb lag)
Hat jemand einen Tip?

Was hältst du denn vom Erlengrübling? Waren da Erlen in der Nähe? Ansonsten würden einige Merkmale und auch der feuchte Standort passen. Die Farbe des Hutes wird allerdings mit gelblichgrau (Däncke schreibt ockerbraun), bisweilen mit rosa oder weinroten Flecken am Rand angegeben. In Pareys Buch der Pilze ist eine Abbildung mit eingedrückter Delle in der Hutmitte drin. Die Röhren sind gelb, auf Druck blauend, fein, sehr kurz und weit am Stiel herablaufend. Der Huthaut ist am Rand etwas überstehend und nach innen gebogen (du hast ja gefalzt geschrieben) Passt doch alles einigermaßen. Der Pilz ist laut Pareys Buch der Pilze jung eßbar, aber wenn ich mich nicht irre hat man in dem Pilz die gleichen Stoffe wie im Kahlen Krempling gefunden (war neulich auf nem Diavortrag daher kam mir die Schilderung gleich bekannt vor) und rät daher jetzt eher von Genuß ab. Karl weiß vielleicht noch genaueres, er war auch auf dem Vortrag. Der Pilz ist zudem noch relativ selten, von Angesicht zu Angesicht ;-) habe ich ihn noch nie gesehen.

Gruß

Birgit

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kein bild im netz aber das da:

bea, (vor 9522 Tagen) @ Birgit

Berliner Zeitung
Datum: 07.08.1999
Ressort: Lokales
Autor: akp.

Erlengrübling verhindert Damm-Abriss
Pilz macht Pläne für Teufelsbruch zunichte
SPANDAU. Eigentlich soll in diesem Jahr der Damm im Naturschutzgebiet Teufelsbruch abgerissen und durch drei Brücken ersetzt werden. Das Bezirksamt will damit das Moor schützen. Doch dem Abriss steht ein Hindernis entgegen: der Erlengrübling, ein unter Naturschutz stehender Röhrenpilz, der in der Dammoberfläche entdeckt wurde.

Der 1910 aufgeschüttete Damm durchtrennt die Moorlandschaft und beeinträchtigt nach Ansicht des Bezirks die natürlichen Entwicklungsprozesse. Forstamtsleiter Roland Grund unterstützt das Abrissvorhaben: Die Wasserbewegung und die Kaltluft-Zirkulation werde durch den Damm verhindert. Im schlimmsten Falle könne die Landschaft austrocknen. "Feuchtigkeit und kalte Luft sind für den Weiterbestand der Pflanzen- und Tierwelt notwendig", sagt Grund. Das Ersetzen des Dammes durch Brücken würde das Moor renaturieren.

An 300 Tagen Bodenfrost

Die Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg ist gegen die Veränderung. "Durch den Abriss des Damms würde der Pilz vernichtet", sagt Horst Streese von der AG. Die Einwände der Pilzkundler hatten Erfolg: "Das Bezirksamt hat auf Grund unserer Intervention den Entschluss gefasst, die Maßnahme zunächst auszusetzen", erklärt Streese. Bis Ende des Jahres muss der Bezirk eine Lösung finden, sonst verfällt das beantragte Geld für die Umgestaltung, erläutert Förster Grund. Es werde wohl auf einen Kompromiss hinauslaufen, der darauf ziele, nur Teile des Dammes zu entfernen, um gleichzeitig Pilz und Moorkörper zu schützen.

Die Flora und Fauna im Teufelsbruch ist in Deutschland einzigartig: Das 80 Hektar große Gebiet ist ein eiszeitliches Relikt: Nach Aussage Grunds herrscht dort 300 Tage im Jahr sogar im Sommer Bodenfrost, die Temperatur liegt ansonsten zwischen vier und acht Grad. Durch das kalte Klima gedeihen in dem Biotop Pflanzen und Tiere, die sonst kaum mehr zu finden sind. Allein 700 Schmetterlingsarten sind dort angesiedelt. (akp.)

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Re: Erlengrübling - Gyrodon lividus?

damijan, (vor 9522 Tagen) @ Birgit

Was hältst du denn vom Erlengrübling? Waren da Erlen in der Nähe? Ansonsten
würden einige Merkmale und auch der feuchte Standort passen. Die Farbe des
Hutes wird allerdings mit gelblichgrau (Däncke schreibt ockerbraun),
bisweilen mit rosa oder weinroten Flecken am Rand angegeben. In Pareys
Buch der Pilze ist eine Abbildung mit eingedrückter Delle in der Hutmitte
drin. Die Röhren sind gelb, auf Druck blauend, fein, sehr kurz und weit am
Stiel herablaufend. Der Huthaut ist am Rand etwas überstehend und nach
innen gebogen (du hast ja gefalzt geschrieben) Passt doch alles
einigermaßen. Der Pilz ist laut Pareys Buch der Pilze jung eßbar, aber
wenn ich mich nicht irre hat man in dem Pilz die gleichen Stoffe wie im
Kahlen Krempling gefunden (war neulich auf nem Diavortrag daher kam mir
die Schilderung gleich bekannt vor) und rät daher jetzt eher von Genuß ab.
Karl weiß vielleicht noch genaueres, er war auch auf dem Vortrag. Der Pilz
ist zudem noch relativ selten, von Angesicht zu Angesicht ;-) habe ich ihn
noch nie gesehen.
Gruß
Birgit

Erlengrübling ... aha. Noch nie gehört, aber die Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge. Das scheint er wohl zu sein. Zwar kostet das Werk stolze DM 168, aber Dänckes Lexikon scheint wohl doch eine lohnenswerte Investition zu sein. Danke, Birgit, für den Tip!

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Re: Erlengrübling - Gyrodon lividus?

Wolfgang F., (vor 9522 Tagen) @ damijan

Zwar kostet das Werk stolze
DM 168, aber Dänckes Lexikon scheint wohl doch eine lohnenswerte
Investition zu sein.

Nein

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warum ist dänckes werk denn nicht gut?

damijan, (vor 9522 Tagen) @ Wolfgang F.

Nein

warum denn "nein"?

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Re: dänckes werk

Wolfgang F., (vor 9522 Tagen) @ damijan

Gute Bilder machen noch kein gutes Pilzbuch. Die Bilder sind ohne Frage O.K., und die gelegentlichen Fehlbestimmungen sind tolerierbar, zumal sie den Gerüchten zufolge die Pilze gar nicht selbst bestimmt hat, sondern die Bilder Experten zur Bestimmung vorgelegt hat.

Leider neigen besonders Anfänger dazu, zu glauben, daß man mit immer dickeren Bilderbüchern in die Lage versetzt wird, immer mehr Pilze zu bestimmen. Das ist nicht so, aber Frau Dähncke lebt genau von diesem Publikum. Ich selbst habe mir in dieser irrigen Meinung mal die ersten 4 Bände Cetto gekauft und dachte damals, daß für mich jetzt kein Pilz mehr unbestimmt bleibt. Weit gefehlt!

Wenn Du noch kein Buch besitzt, in dem der Erlengrübling abgebildet ist, dann herrscht wohl tatsächlich noch Bedarf in Deinem Bücherregal, aber den findest Du auch schon z.B. im Kosmos-Pilzführer von Roger Phillips für 29,95 DM (der diesen Preis übrigens auf jeden Fall Wert ist!) oder im "Gerhardt" ca. 50, ebenfalls empfehlenswert.

Dann setzt aber irgendwann die totale Verwirrung ein, weil beim Betrachten von immer mehr Bildern die Pilze immer ähnlicher erscheinen, weil Du den Text nicht gelesen hast (oder er nicht lesenswert ist, wie bei Dähncke). Du landest dann bei irgendeinem Pilz, der zufällig auf der Abbildung schon etwas alt und matschig ist und deswegen Deinem Fund unheimlich ähnlich sieht. Dagegen hilft nur ein Buch, das Dich im Text (Gerhardt) oder im Schlüssel (Bon, Ryman/Holmasen, Winkler, Moser, ...) auf die Unterschiede zu ähnlichen Arten hinweist.

Danach, wenn der Blick auf die Wesentlichkeiten gelenkt wurde, kann es auch wieder sinnvoll sein, die 2-3 Arten, die in die engere Wahl kommen, in möglichst vielen Bilderbüchern zu vergleichen und das ist der Moment, in dem auch ich "die Dähncke" aus dem Regal ziehe.

(sorry, wenn das ein wenig oberlehrerhaft klingt, ich weiß daß das ein Fehler von mir ist)

Wolfgang

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Re: dänckes werk

damijan, (vor 9522 Tagen) @ Wolfgang F.

Gute Bilder machen noch kein gutes Pilzbuch. Die Bilder sind ohne Frage O.K.,
und die gelegentlichen Fehlbestimmungen sind tolerierbar, zumal sie den
Gerüchten zufolge die Pilze gar nicht selbst bestimmt hat, sondern die
Bilder Experten zur Bestimmung vorgelegt hat.
Leider neigen besonders Anfänger dazu, zu glauben, daß man mit immer dickeren
Bilderbüchern in die Lage versetzt wird, immer mehr Pilze zu bestimmen.
Das ist nicht so, aber Frau Dähncke lebt genau von diesem Publikum. Ich
selbst habe mir in dieser irrigen Meinung mal die ersten 4 Bände Cetto
gekauft und dachte damals, daß für mich jetzt kein Pilz mehr unbestimmt
bleibt. Weit gefehlt!
Wenn Du noch kein Buch besitzt, in dem der Erlengrübling abgebildet ist, dann
herrscht wohl tatsächlich noch Bedarf in Deinem Bücherregal, aber den
findest Du auch schon z.B. im Kosmos-Pilzführer von Roger Phillips für
29,95 DM (der diesen Preis übrigens auf jeden Fall Wert ist!) oder im
"Gerhardt" ca. 50, ebenfalls empfehlenswert.
Dann setzt aber irgendwann die totale Verwirrung ein, weil beim Betrachten
von immer mehr Bildern die Pilze immer ähnlicher erscheinen, weil Du den
Text nicht gelesen hast (oder er nicht lesenswert ist, wie bei Dähncke).
Du landest dann bei irgendeinem Pilz, der zufällig auf der Abbildung schon
etwas alt und matschig ist und deswegen Deinem Fund unheimlich ähnlich
sieht. Dagegen hilft nur ein Buch, das Dich im Text (Gerhardt) oder im
Schlüssel (Bon, Ryman/Holmasen, Winkler, Moser, ...) auf die Unterschiede
zu ähnlichen Arten hinweist.
Danach, wenn der Blick auf die Wesentlichkeiten gelenkt wurde, kann es auch
wieder sinnvoll sein, die 2-3 Arten, die in die engere Wahl kommen, in
möglichst vielen Bilderbüchern zu vergleichen und das ist der Moment, in
dem auch ich "die Dähncke" aus dem Regal ziehe.
(sorry, wenn das ein wenig oberlehrerhaft klingt, ich weiß daß das ein Fehler
von mir ist)
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung der pros & cons der verschiedenenn Pilzbücher. Tatsächlcih habe ich bereits das etwas dünnere Pilzbuch von Gerhard mit dem Bestimmungsschlüssel (bei BLV erschienen). Das Buch ist ohne Zweifel gut mit seinen ca 240 Abb., aber an der Pilzfront stösst man halt doch immer wieder auf neue Arten, die einen dann eben doch recht ratlos aus der Wäsche schauen lassen. Das Werk von Gerhard wurde nun schon von mehreren Seiten sehr lobend beurteilt und ich kann mich ausgehend von dem dünneren Werk diesem Lob nur anschliessen. Auf dieser Grundlage dürfte das umfassendere Werk für ca. DM 50,- (immer noch preiswerter als Dänckes DM 168,-) wohl sehr empfehlenswert sein.
Wolfgang, warum entschuldigst Du Dich für Deinen oberlehrerhaften Ton (der übrigens gar nicht auffiel, bis Du es sagtest)? Du hast offenbar Ahnung, hast Dir ein Urteil gebildet und Erfahrung gemacht, hast eine gewisse Kompetenz und Dich dementsprechend geäussert. Ich sehe darin nur Positives, wenn Leute das Format ausfüllen und einnehmen, das sie offenbar haben oder erlangt, sich erarbeitet haben. Also nochmals vielen Dank (!!!) für die guten Tips!

Damijan

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1200 Pilze

Birgit, (vor 9522 Tagen) @ Wolfgang F.

Nein

Hallo damijan,

vielleicht sollte man das noch etwas näher erläutern: Die Fotos in dem Buch von Dähncke sind m.E. sehr gut. Nur leider gibt es bei einigen selteneren Arten Zweifel, ob die dargestellten Pilze tatsächlich den beschriebenen entsprechen (z.B. beim Lactarius violascens, von dem wir neulich mal sprachen und bei einigen Röhrlingen). Sie schreibt auch praktisch gar nix über die Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Pilze, ist für jemanden, der sich nicht auskennt auch nicht so toll.

Ansonsten ist zum Mitnehmen in den Wald und auch in einigen anderen Aspekten, das Buch von E. Gerhardt (Genauen Titel weiß ich nicht auswendig, schau bei der PilzePilze-Hauptseite unter Büchern nach, enthält auch ca. 1200 Pilze, kostet 40-50 DM und ist wie gesagt mitnehmbar, da kein Riesenschinken) wesentlich besser.

Und dann gibts natürlich noch die ganz großen Pilzbestimmungsbücher, such mal im Archiv nach Literatur oder Pilzbüchern.

Gruß

Birgit

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Eine Lanze für Dähncke

Andreas ⌂, (vor 9522 Tagen) @ Birgit

Hallo Euch allen,

also ich weiss nicht, was es gegen das Dähncke-Buch vom pilzkundlichen Standpunkt her einzuwenden gibt.
Die Fotos sind meistens sehr gut und wegen der Texte kauft ja wohl keiner das Buch. Die sind wirklich nicht der Rede wert, aber das würde ja auch de Rahmen eines solchen Buches sprengen.
Und dass Fehlbestimmungen drin sind lässt sich kaum vermeiden. In anderen Büchern ist's bisweilen wesentlich schlimmer. Selbst bei Breitenbach/Kränzlins hochgelobten (zurecht!) Bänden sind etliche Fehlbestimmungen drin. Auch in der Baden-Württembergflora ist mir schon ein falsches Bild bekannt. Wer weiß, wieviele in ein paar Jahren angezweifelt werden, obwohl wir uns heute sooo sicher sind ...

Ich bin nicht gerade ein Fan von der Dähncke'schen Verlagspolitik, aber das Buch ist meiner Ansicht nach eines der besten Bilderbücher die zu haben sind.

Gruß,
Andreas

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Re: Erlengrübling - Gyrodon lividus?

Andreas ⌂, (vor 9522 Tagen) @ Birgit

Was hältst du denn vom Erlengrübling? Waren da Erlen in der Nähe? Ansonsten
würden einige Merkmale und auch der feuchte Standort passen. Die Farbe des
Hutes wird allerdings mit gelblichgrau (Däncke schreibt ockerbraun),
bisweilen mit rosa oder weinroten Flecken am Rand angegeben. In Pareys
Buch der Pilze ist eine Abbildung mit eingedrückter Delle in der Hutmitte
drin. Die Röhren sind gelb, auf Druck blauend, fein, sehr kurz und weit am
Stiel herablaufend. Der Huthaut ist am Rand etwas überstehend und nach
innen gebogen (du hast ja gefalzt geschrieben) Passt doch alles
einigermaßen. Der Pilz ist laut Pareys Buch der Pilze jung eßbar, aber
wenn ich mich nicht irre hat man in dem Pilz die gleichen Stoffe wie im
Kahlen Krempling gefunden (war neulich auf nem Diavortrag daher kam mir
die Schilderung gleich bekannt vor) und rät daher jetzt eher von Genuß ab.
Karl weiß vielleicht noch genaueres, er war auch auf dem Vortrag. Der Pilz
ist zudem noch relativ selten, von Angesicht zu Angesicht ;-) habe ich ihn
noch nie gesehen.
Gruß
Birgit

Na klar! Wie kann man nur so vernagelt sein ..... *rotköpfiginderEckesteh*
Gruß,
Andreas

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Re: Erlengrübling - Gyrodon lividus?

KARL, (vor 9522 Tagen) @ Birgit

Was hältst du denn vom Erlengrübling? Waren da Erlen in der Nähe? Ansonsten
würden einige Merkmale und auch der feuchte Standort passen. Die Farbe des
Hutes wird allerdings mit gelblichgrau (Däncke schreibt ockerbraun),
bisweilen mit rosa oder weinroten Flecken am Rand angegeben. In Pareys
Buch der Pilze ist eine Abbildung mit eingedrückter Delle in der Hutmitte
drin. Die Röhren sind gelb, auf Druck blauend, fein, sehr kurz und weit am
Stiel herablaufend. Der Huthaut ist am Rand etwas überstehend und nach
innen gebogen (du hast ja gefalzt geschrieben) Passt doch alles
einigermaßen. Der Pilz ist laut Pareys Buch der Pilze jung eßbar, aber
wenn ich mich nicht irre hat man in dem Pilz die gleichen Stoffe wie im
Kahlen Krempling gefunden (war neulich auf nem Diavortrag daher kam mir
die Schilderung gleich bekannt vor) und rät daher jetzt eher von Genuß ab.
Karl weiß vielleicht noch genaueres, er war auch auf dem Vortrag. Der Pilz
ist zudem noch relativ selten, von Angesicht zu Angesicht ;-) habe ich ihn
noch nie gesehen.
Gruß
Birgit

Ich denke, Birgit, hat Recht! Die Beschreibung passt gut auf den Erlen-Grübling. Da dieser seltene Pilz geschützt ist, kommt er als Speisepilz ohnenhin nicht in Frage, ob er nun bei manchen Menschen ähnlich allergisch-hämolytische Reaktionen wie der Kahle Krempling auslöst oder nicht.
Gruß Karl