Hallo Andreas,
Zu dem Lactarius hätte ich einen Tipp: L. citriolens! Im Moser steht zwar
"milchweiss, ockerweißlich", aber das stimmt nicht so ganz. Er
sieht farblich eigentlich genau wie L. intermedius aus, also nur wenig
heller als L. scrobiculatus. Der so charakteristische Geruch nach Zitrone
ist allerdings nicht immer (oder nicht von jedem?) deutlich wahrnehmbar.
Der roch eigentlich harzig, pfeffrig so ein bißchen wie z.B. ein Fichtenreizker schmeckt, Zitrone konnt ich nicht erkennen, aber meine RRiechkolben ist nicht so besonders ausgeprägt. Milch war weiß und schlägt nicht oder zumindestens nicht schnell ins schwefelgelbe um, Geschmack(Fleisch) brennend scharf. Bin ziemlich ratlos, Pilz ist noch als Frischmaterial im Kühlschrank vorhanden.
Hast Du eigentlich zufällig Kontakte zum Münchner Pilzverein oder ist das
nicht so Dein Eck?
Nein, ich hab im Augenblick eigentlich nur Kontakt zur AMU (Arbeitsgemeinschaft Mykologie Ulm) (Hallo Karl!
) und dort auch etwas näher zu jemanden, den du auch kennst, nämlich Christoph Unglert.
Wegen B. impolitus hätte ich die Frage, ob Du Boletus depilatus kennst. Den
gibt's nämlich bei Euch auch (Erstfund für Deutschland während der
DGfM_tagung am Ammersee ...). Er hat eine eher glatte Hutoberfläche die
etwas gescheckt aussieht. Etwa so wie wenn man mit dem Finger kleine
Dellen in den Zuckerguss von einem Kuchen macht. B. impolitus hat dagegen
eine eingewachsen-faserige Hutoberfläche, was man unter der Lupe gut
sieht. B. depilatus ist vermutlich ein Hainbuchen-Mykorrhizapilz. Falls Du
ein Stück Hut trocknen kannst, kann man das auch noch mikroskopisch
nachprüfen.
Der Fundort des B. impolitus ist eine FUndstelle Christophs, allerdings wäre das scheinbar der erste Fund von B. impolitus dort. Auf jeden Fall hatte er mich gestern abend noch vom Walchensee, wo er gerade Urlaub macht und Pilze sucht, zufällig angerufen und war sehr interessiert an meinem Fund. Er hat mich auch gleich nach dem Boletus depilatus gelöchert, den ich nicht kenne, allerdings hatte ich dieses Jahr schon mal einen (nicht von mir gefundenen) B. impolitus in Händen, der meinem sehr ähnlich war. Ob der Hut marmoriert war? Ich meine nein, allerdings finde ich diese typische "überfaserte" Hutoberfläche beim B. impolitus auch nicht ganz farblich einheitlich. Eine Hälfte des Pilzes liegt gerade auf dem Trockner, ich kann dir also sicher ein Stück Hut zukommen lassen. (Mail mir halt deine Postadresse) Es interessiert mich sehr, was es denn nun eigentlich ist, der FUndort war übrigens unter einer Buche.
Hast du oder irgendeiner hier schon mal einen etwas größeren (ca. 10 cm Durchmesser) RRiesenchampignon (Agaricus augustus) gegessen? Ich hatte heute zwei Stück in dieserr Größenordnung und bilde mir ein, daß dieses Bittermandel/Marzipanaroma auch nach dem Kochen noch vorhanden war? Ist schon etwas sehr eigenes und mirr hats nicht geschmeckt.
Liebe Grüße
Birgit