unbekannter Pilz

leofelsle, (vor 722 Tagen)

hallo Pilzfreunde,
ich habe in den letzten Tagen in einem Wald bei Crailsheim (BW) auf einem Waldweg in einem Fichtenstück diese Pilze gefunden. Größe so 30 -50 mm im Durchmesser, sehr kurzer, kräftiger Stiel. Gesellig mit mehreren Dutzend Exemplaren. Hut und Lamellen leuchtend gelb-orange. Sporenpulver weiß, rundlich bis oval, 2-3 x 2,5 - 3,5 µm. Wächst auf Erde/Nadelstreu. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas je gesehen zu haben und auch meine Pilzbibliothek hat mich nicht weitergebracht. Kann mir jemand helfen?
Gruß
Michael

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Re: unbekannter Pilz

Marcel Weymann, (vor 721 Tagen) @ leofelsle

Hallo Michael,
ich tippe auf Olivgelber Holzritterling.
Das sind ungewöhnlich dicke Stiele, aber ansonsten würde meiner Meinung nach alles passen. Ich sehe aber auf dem Bild nicht alles so genau, wie ich es sehen möchte.
Gruß,
Marcel

Re: unbekannter Pilz

UmUlmHerum, (vor 721 Tagen) @ leofelsle

hallo Pilzfreunde,
ich habe in den letzten Tagen in einem Wald bei Crailsheim (BW) auf einem
Waldweg in einem Fichtenstück diese Pilze gefunden. Größe so 30 -50 mm im
Durchmesser, sehr kurzer, kräftiger Stiel. Gesellig mit mehreren Dutzend
Exemplaren. Hut und Lamellen leuchtend gelb-orange. Sporenpulver weiß,
rundlich bis oval, 2-3 x 2,5 - 3,5 µm. Wächst auf Erde/Nadelstreu. Ich
kann mich nicht erinnern, so etwas je gesehen zu haben und auch meine
Pilzbibliothek hat mich nicht weitergebracht. Kann mir jemand helfen?
Gruß
Michael

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Hallo Micheal (und Marcel),

ich halte das für den Dottergelben Schönkopf – Calocybe chrysenteron. Da passen auch die Sporenmaße, im Gegensatz zum Olivgelber Holzritterling – der größere Sporen hat. Die dicken Stiele sind allerdings (so oder so) schon ungewöhnlich.

Viele Grüße – Rika

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Re: unbekannter Pilz

leofelsle, (vor 721 Tagen) @ UmUlmHerum

hallo Rika und Marcel,
danke für die Antworten!
Ich bin da eher bei Rika , nicht nur wegen der Sporen, die für den dottergelben Schönkopf tatsächlich exakt passen, sondern auch wegen der Hutoberfläche, die völlig glatt ist und der die feinschuppige Struktur des Holzritterlings völlig fehlt. Auch das Fehlen von Zystiden beim Schönkopf passt und das Vorkommen auf Nadelstreu auch. Ich werde ihn also als dottergelben Schönkopf ablegen- trotz dickem, kurzen Stiel.
Dank und Gruß
Michael

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Hallo Micheal (und Marcel),
ich halte das für den Dottergelben Schönkopf – Calocybe chrysenteron. Da
passen auch die Sporenmaße, im Gegensatz zum Olivgelber Holzritterling –
der größere Sporen hat. Die dicken Stiele sind allerdings (so oder so)
schon ungewöhnlich.
Viele Grüße – Rika

Re: unbekannter Pilz

Marcel Weymann, (vor 720 Tagen) @ leofelsle

Hallo Michael,
Ich kenne den dottergelben Schönkopf nicht aus eigener Anschauung.

Es gibt vor allem zwei Aspekte, die ich auf Grund deines Bildes schwer beurteilen kann:
1. Wachsen die tatsächlich in der Streu oder wachsen die tatsächlich auf Holz?
Die Fruchtkörper gruppieren sich auffallend um das liegende teilweise entrindete (Kiefern?)Ästchen. Genau so kenne ich das von den olivgelben Holztrichterlingen.
2. Die Hutoberfläche. Die kann man generell nur mit viel Glück fotografisch erfassen. Besser ist Tasten.
Auf deinem Bild erkenne ich beim Vergrößern eine "pointilistische" Struktur aus nebeneinander sitzenden Farbpunkten. Ich sehe sehr gut in die Nähe und schlecht in die Ferne. Das führt häufig dazu, dass ich in Natura Strukturen wahrnehme, die ich dann auf meinen Fotos nicht wieder finde. Bei der Schwesterart "Purpurfilziger Holztrichterling" haben die Punkte deutlich unterschiedliche Farben. Damit sieht man die Punkte auch beim flüchtigen Hinsehen. (Ich sah heute Morgen beim Waldlauf wieder einige, die man auch beim Vorbeirennen bequem identifizieren konnte.)
Auf deinen Bildern sehe ich unterschiedlich orangene Punkte.
Ich weiß aber leider nicht, ob das der Kamera geschuldet ist oder eine Realität ist.
Generell haben die von mir gefundenen olivgelben Holztrichterlinge keine filzige Oberfläche. Bei den purpurfilzigen kann ich bei jungen Exemplaren auch nichts Filziges ertasten. Bei großen Exemplaren werden aus den Punkten teilweise filzige Flächen. Bei den olivgelben finde ich bei manchen Fruchtkörpern Velumreste auf dem Hut, andere sind völlig nackt. Man müsste zur Beurteilung des Fundes darum auch wissen, wie denn bei Euch das Wetter war.
Die Velumreste scheinen beim Holztrichterling deutlich flüchtiger sein als z.B beim Fliegenpilz.
Alle olivgelben Holztrichterlinge, die ich bisher in der Hand hatte, fühlten sich "glatt" an.

Gruß,
Marcel

Re: unbekannter Pilz

UmUlmHerum, (vor 720 Tagen) @ Marcel Weymann

Hallo Marcel,

warum interessieren Dich bei Deiner Stellungnahme die Mikromerkmale (Sporenmaße, fehlende Cheilos) nicht?

Auch der von Michael beschriebene Fundort "Fichtenstück" passt einwandfrei – ich habe aktuell 3 Fundorte, davon 2x direkt unter Fichte im Nadelstreu und 1x im Mischwald.

Hier sieht man übrigens Dottergelbe Schönköpfe mit dicken Stiel = variabel:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/arthtml/cchrysenteron.php

Viele Grüße – Rika

Re: unbekannter Pilz

Marcel Weymann, (vor 719 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
"die Mikromerkmale" interessieren mich schon. Ich würde zum Beispiel gerne wissen wie denn die Huthaut der Pilze unter dem Mikroskop aussieht.
Nur fehlen mir zu Mikromerkmalen jegliche Kenntnisse und vor allem Erfahrungen.
Ich unterlasse es allgemein mich zu Dingen zu äußern, von denen ich keine Ahnung habe.
Das war auch keine "Stellungnahme". Ich wollte nur benennen, welche Unsicherheiten aus meiner Sicht bleiben.
Bei Michaels Bild fielen mir als erstes Buchenblätter und dann ein Kiefernästchen auf. Es handelt sich also um einen Mischwald, was ich bei der Bezeichnung Fichtenstück nicht erwartet hätte.
Deine Bilder zeigen tatsächlich interessante Stielformen. Spindelig? Zugespitzt?
Mir fehlt da die korrekte Benennung.
Das Biotop unterscheidet sich aber sehr deutlich von Michaels Bildern. Ich sehe da kräftigen Unterwuchs unter anderem von Klee, was für kalkhaltigen Boden spricht.
Ich habe mir dann auch noch bei der DGFM die Verbreitungskarten des Schönkopfs angeshen. Er scheint die Pfalz, wo ich zu Hause bin, zu meiden. Es gibt nur einen Fundpunkt, genau auf der Grenze zu Frankreich. Michael gibt ja in seinem Profil an, dass er in Hohenlohe wohnt. Dort gibt es tatsächlich mehrere Fundpunkte.
Der Pilz scheint kalkhaltige Böden zu benötigen, wir haben in der Pfalz sauren Sandboden. Wenn man den genauen Fundort und die Bodenbeschaffenheit dort wüsste, könnte man mehr Sicherheit gewinnen.
Gruß,
Marcel