Rätsel-Pilz

UmUlmHerum, (vor 3754 Tagen)

Hallo miteinander!

Mal wieder was zum Raten:
Diesen Pilz habe ich gestern zum 3x hier auf dem Hochsträß gefunden (15.9.12, 2.8.14, 20.6.16), jedes Mal am Wegesrand, immer nur 1-2 Fruchtkörper.

Zum Namen: die Fachleute streiten anscheinend noch darüber, ob es da 2 Arten gibt oder doch nur eine...

Wer erkennt ihn?

Viele Grüße – Rika

[image]

Re: Rätsel-Pilz

Andreas ⌂, (vor 3754 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

dann tipp ich mal auf V. v. - wobei ich mir bei V. recht sicher bin, bei v. dagegen anhand dieses kleinen Ausschnittes nicht so ganz.

beste Grüße,
Andresa

Re: Rätsel-Pilz

Ulysses, (vor 3754 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

da geht's mir ähnlich wie Andreas - V. sollte sicher passen, ich würde aber statt v. eine dunkel geratene m. in den Ring werfen... (ohne jetzt nachgeschaut zu haben, wo man überall Arten aufzuspalten gedenkt^^)

LG
Josef

Re: Rätsel-Pilz

UmUlmHerum, (vor 3754 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Andreas & Josef!

Erstaunlich, dass Ihr die V. tatsächlich auf dem Ausschnitt erkennen konntet – in Verbindung mit dem Fell nebendran?

Na gut, hier noch ein Bild, auf dem der Pilz ganz drauf ist.
Ich sollte in den nächsten Stunden dort hin, um die Dame in voller Größe abzulichten, bevor dieser blöde Sommereinbruch wieder alles zunichte macht.

Viele Grüße – Rika

[image]

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

UmUlmHerum, (vor 3753 Tagen) @ UmUlmHerum

Ich sollte in den nächsten Stunden dort hin, um die Dame in voller Größe
abzulichten, bevor dieser blöde Sommereinbruch wieder alles zunichte
macht.

Hallo miteinander!

Gestern war ich also um die Mittagszeit wieder am Standort – es war höchste Zeit, wie man sieht. Auskünfte über Cheilozystiden oder die nähere Beschaffenheit der Volva sind leider nicht mehr möglich ;-) aber aus den restlichen Lamellen kamen noch viele Sporen – is´ ja auch was.

Als nächstes habe ich mich über den Volvariella-Schlüssel in GPBW geärgert: in Frage 2 wird nach "Auf (± morschem) Holz lebender oder abgestorbener Bäume" bzw. "Nicht auf Holz" unterschieden. So ein Blödsinn: fast alle Arten wachsen ± auf Holz. Hat man vielleicht "stehende Bäume" gemeint?? Passt aber dann so nicht direkt im Schlüssel.

Letztendlich habe ich mich aufgrund der Sporengröße)* und vor allem des stechenden, pelargoniumartigen Geruchs für Volvariella caesiotincta entschieden.

)* 5,6...6,21…6,9 x 3,6…4,37…4,7 aus 14 Messungen

Was meint Ihr dazu?

[image]

[image]

[image]
[image]

Sporen 800x, Sichtfeld-Ø = 160 µm
[image]

Viele Grüße – Rika

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Ulysses, (vor 3753 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

nun ja, wenn man's so macht wie Gröger in seinem Volvariella-Schlüssel, dann sind bei der Unterscheidung V. murinella V. caesiotincta zwei Dinge ausschlaggebend:

-Sporengröße: bei murinella bis 7,5 (8) µm, bei caesiotincta kürzer bleibend;
-Vorkommen: murinella auf Erde ohne (?oder ohne ersichtlichen?) Kontakt zu Holz, caesiotincta direkt auf Holz.

In Deinem Fall spricht beides für letztere Art, sprich caesiotincta.

LG
Josef

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

UmUlmHerum, (vor 3752 Tagen) @ Ulysses

Hallo Rika,
nun ja, wenn man's so macht wie Gröger in seinem Volvariella-Schlüssel, dann
sind bei der Unterscheidung V. murinella V. caesiotincta zwei Dinge
ausschlaggebend: -Sporengröße: bei murinella bis 7,5 (8) µm, bei
caesiotincta kürzer bleibend;
-Vorkommen: murinella auf Erde ohne (?oder ohne ersichtlichen?) Kontakt zu
Holz, caesiotincta direkt auf Holz.
In Deinem Fall spricht beides für letztere Art, sprich caesiotincta.
LG
Josef

____________________________________________________________________________

Hallo Josef,

dank´ Dir für die Infos aus dem Gröger! Ja, Meine Sporengröße passt zum Wuchs auf Holz und damit dem entsprechend zu V. caesiotincta nach Gröger. Ich sehe schon, ich sollte mir ein bisschen mehr Literatur anschaffen...

Viele Grüße – Rika

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Andreas ⌂, (vor 3753 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

na da hast Du mich natürlich in deinem ersten Posting in die Irre geleitet: Du schrobst "am Wegrand", worauf ich schloss dass er auf Erde wuchs, sonst machte mir diese ökologische Angabe ja nicht wirklich Sinn.

Daher auch mein Tipp mit Volvariella volvacea, obwohl mir das "Fell" nicht dunkel und braun genug dafür aussah.

beste Grüße,
Andreas

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

UmUlmHerum, (vor 3752 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das war doch so eine Art "Life Reality Show", d.h. ich wußte nicht viel mehr als Du, als ich die ersten beiden Bilder einstellte. Auf dem Zweiten siehst Du, dass der Pilz aus einer Erdböschung wächst. Ich habe die Fellkugel nicht umgepflanzt ;-) Auf dem ersten Bild, der Detailaufnahme, kann man das Substrat wirklich nicht nicht erkennen – aber (Erdböschung) "am Wegesrand" war schon eine völlig korrekte Angabe.

Was Du nicht wissen konntest, war, dass drumrum ein Haufen verrottender Eichenstämme lag. Insofern gab es schon einen Anfangsverdacht, dass in dieser Erdböschung auch Holz sein könnte. Deswegen habe ich den Scheidling gestern sehr tief mit dem Messer aus dem Boden geschnitten und stieß dabei tatsächlich auf Holz. Vermutlich Eiche, weil es trotz starker Verrottung immer noch kaum zu schneiden ging, also recht hartes Zeug.

V. volvacea habe ich noch nicht gefunden. Insofern war Deine Vermutung für mich Anlass, diese Art auch genauer durchzulesen und gegen meinen Fund abzugrenzen = war durchaus hilfreich! Merci!

Viele Grüße – Rika

______________________________________________________________________________

Hallo Rika,
na da hast Du mich natürlich in deinem ersten Posting in die Irre geleitet:
Du schrobst "am Wegrand", worauf ich schloss, dass er auf Erde
wuchs, sonst machte mir diese ökologische Angabe ja nicht wirklich Sinn.
Daher auch mein Tipp mit Volvariella volvacea, obwohl mir das
"Fell" nicht dunkel und braun genug dafür aussah.
beste Grüße,
Andreas

_______________________________________________________________________________

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Älbler, (vor 3753 Tagen) @ UmUlmHerum

Liebe Volvariella-Rater,

die Unterscheidungsproblematik zwischen V. murinella und V. caesiotincta hat mich schon einige Abende gekostet.

Vor einigen Jahren untersuchte ich insgesamt 4 mausgraue Kollektionen die auf Holz, Boden mit Totholzresten oder nur Erdboden wuchsen. Die mikroskopische Untersuchung ergab. dass sich die Merkmale Substrat, Sporenbreite und Uystidenform, beliebig untermischten.

Eine klare Trennung nach Substrat ist meiner Meinung nicht möglich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch murinella auf Holzresten oder vergrabenem Holz im Boden wächst.

Bei einer Unterscheidung nach der Sporenbreite ist mir ein Unterschied im halbmµ-Bereich etwas zu schwach für eine Artabgrenzung.
Am meisten Hoffnung hatte ich, die sichere Trennung der beiden Arten anhand der Zystidenform zu schaffen. Caesiotincta soll überwiegend geschwänzte Zystiden haben, murinella überwiegend mucronate. Mein Ergebnis war, dass die Formverteilung bei allen 4 Kollektionen anders war: mal nur mucronat bei Wuchsort Holz, mal beide Zystidenformen bei Wuchs auf Boden, usw.

Fazit: Ich schließe mich voll umfänglich der Meinung von LUDWIG und GRÖGER an, dass V.caesiotincta als Synonym zu v. mucronella zu betrachten ist.

Viele Grüße
Christian

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Älbler, (vor 3753 Tagen) @ Älbler

... soll natürlich V. murinella heißen, nicht V. mucronella! :o(

Gruß
Christian

Re: Rätsel-Pilz: Volvariella caesiotincta – Geruch

UmUlmHerum, (vor 3753 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

was ich bei Deiner Diskussion zwischen diesen beiden Arten(?) vermisse, ist der Geruch. Ich hatte im Moment zwar kein Vergleichsobjekt, aber der Pilz hatte klar einen speziellen, "chemischen" Geruch. Das war eigentlich der für mich ausschlaggebende Grund, diesen Fund V. caesiotincta zu zuordnen... nachdem ich zuvor V. volvacea und V. pulsilla var. taylori (nach GPBW) ausgeschlossen hatte.
Wie war das bei Deinen Funden?

Zum Substrat schreibe ich gleich was als Antwort zu Andreas.

Viele Grüße – Rika
_______________________________________________________________________________

Liebe Volvariella-Rater,
die Unterscheidungsproblematik zwischen V. murinella und V. caesiotincta hat
mich schon einige Abende gekostet.
Vor einigen Jahren untersuchte ich insgesamt 4 mausgraue Kollektionen die auf
Holz, Boden mit Totholzresten oder nur Erdboden wuchsen. Die
mikroskopische Untersuchung ergab. dass sich die Merkmale Substrat,
Sporenbreite und Uystidenform, beliebig untermischten.
Eine klare Trennung nach Substrat ist meiner Meinung nicht möglich. Ich bin
mir ziemlich sicher, dass auch murinella auf Holzresten oder vergrabenem
Holz im Boden wächst.
Bei einer Unterscheidung nach der Sporenbreite ist mir ein Unterschied im
halbmµ-Bereich etwas zu schwach für eine Artabgrenzung.
Am meisten Hoffnung hatte ich, die sichere Trennung der beiden Arten anhand
der Zystidenform zu schaffen. Caesiotincta soll überwiegend geschwänzte
Zystiden haben, murinella überwiegend mucronate. Mein Ergebnis war, dass
die Formverteilung bei allen 4 Kollektionen anders war: mal nur mucronat
bei Wuchsort Holz, mal beide Zystidenformen bei Wuchs auf Boden, usw.
Fazit: Ich schließe mich voll umfänglich der Meinung von LUDWIG und GRÖGER
an, dass V.caesiotincta als Synonym zu v. mucronella zu betrachten ist.
Viele Grüße
Christian

Re: Rätsel-Pilz: Volvariella caesiotincta – Geruch

Älbler, (vor 3752 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

die riechen beide nach Geranien! Am Geruch sind die beiden Arten nicht unterscheidbar.

Möglicherweise gibt es nur einen Unterschied im Sporenquotienten. Demnach soll murinella schlankere Sporen haben mit einem mittleren Q-Wert > 1,7. Ich hatte eine Kollektion von einer Wacholderheide mit einem mittleren Q-Wert von 1,5 die auf dem Erdboden wuchs! Das müsste dann eine caesiotincta sein, weil Q < 1,7. Sie wuchs aber nicht auf Holz!
Irgendwie gelingt die sichere Abgrenzung dieser beiden Scheidlinge nicht! Deshalb sehe ich bei den beiden bis auf Weiteres nur eine Art.

Gruß
Christian

Re: Rätsel-Pilz: Volvariella caesiotincta – Q-Wert

UmUlmHerum, (vor 3752 Tagen) @ Älbler

Hi Grischde,

mein Fund hat einen Q-Wert von 1,42 aus 14 Sporen, riecht nach Geranien und wuchs auf vergrabenen Holz... Es ist ja auch die Frage, wie tief man graben soll/muss, um "auf Holz" zu stossen.

Die Streuung meiner Sporenmaße (von nur 1 Frk.) war relativ gering. Aber ab welchem ∆Q rechtfertigt sich eine eigene Art? Weiß jemand was über Sequenzierung dieser beiden "Arten"?

Sei es wie es sei – es ist jedenfalls ein sehr hübscher, eleganter Pilz (zumindest wenn die Schnecken noch nicht dran waren).

Viele Grüße – Rika

________________________________________________________________________________

Hallo Rika,
die riechen beide nach Geranien! Am Geruch sind die beiden Arten nicht
unterscheidbar.
Möglicherweise gibt es nur einen Unterschied im Sporenquotienten. Demnach
soll murinella schlankere Sporen haben mit einem mittleren Q-Wert >
1,7. Ich hatte eine Kollektion von einer Wacholderheide mit einem
mittleren Q-Wert von 1,5 die auf dem Erdboden wuchs! Das müsste dann eine
caesiotincta sein, weil Q < 1,7. Sie wuchs aber nicht auf Holz!
Irgendwie gelingt die sichere Abgrenzung dieser beiden Scheidlinge nicht!
Deshalb sehe ich bei den beiden bis auf Weiteres nur eine Art.
Gruß
Christian

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Älbler, (vor 3752 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

da haben wir jetzt ja eine neue Aufgabe :o)

Schade nur, dass Antonin keinen Schlüssel mitliefert.

Viele Grüße
Christian

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Birgit, (vor 3750 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

hier jemand, der beide Arten für gut und unterscheidbar hält. Wichtiges
Merkmal ist wohl die Huthaut:
http://www.mzm.cz/fileadmin/user_upload/publikace/casopisy/AMM_SB_97_2_2012/08anton.pdf

wenn ich den Artikel lese, dann spielt die radialfasrige Huthaut (mit dunkleren Streifen) natürlich eine große Rolle. Diese am "Kopf verzweigten" Cheilozystiden sind aber nach Meinung des Autors nach wie vor, ebenso wie die graue Volva, ein gutes Bestimmungsmerkmal. Dann wird auch noch aufgeführt, dass V. caesiotincta nicht nur auf Holz, sondern auch auf Erde wachsen kann. Der Autor führt weiters an, dass für den Artikel nur wenige Funde von V. murinella untersucht werden konnten. Meine Vermutung ist daher, dass V. murinella viel seltener als V. caesiotincta ist und die meisten Funde wohl "nur" V. caesiotincta sind, egal ob auf Erde oder Holz. Das würde wenigstens erklären, warum man die verzweigten Cheilozystiden bei "beiden Arten" findet.
Hilfreich wäre allerdings, wenn man mal ein "echtes" V. murinella Bild sehen könnte.

Anbei noch ein Foto eines Fundes von V. caesiotincta, enebfalls von einem Wegrand.

liebe Grüße

Birgit

[image]

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

UmUlmHerum, (vor 3750 Tagen) @ Birgit

Lieber Jürgen,
wenn ich den Artikel lese, dann spielt die radialfasrige Huthaut (mit
dunkleren Streifen) natürlich eine große Rolle. Diese am "Kopf
verzweigten" Cheilozystiden sind aber nach Meinung des Autors nach
wie vor, ebenso wie die graue Volva, ein gutes Bestimmungsmerkmal. Dann
wird auch noch aufgeführt, dass V. caesiotincta nicht nur auf Holz,
sondern auch auf Erde wachsen kann. Der Autor führt weiters an, dass für
den Artikel nur wenige Funde von V. murinella untersucht werden konnten.
Meine Vermutung ist daher, dass V. murinella viel seltener als V.
caesiotincta ist und die meisten Funde wohl "nur" V.
caesiotincta sind, egal ob auf Erde oder Holz. Das würde wenigstens
erklären, warum man die verzweigten Cheilozystiden bei "beiden
Arten" findet.
Hilfreich wäre allerdings, wenn man mal ein "echtes" V. murinella
Bild sehen könnte.
Anbei noch ein Foto eines Fundes von V. caesiotincta, enebfalls von einem
Wegrand.
liebe Grüße
Birgit

_____________________________________________________________________________

Hallo Birgit & Jürgen!

vielen Dank für den Link zu diesem Artikel!
Ich finde ihn allerdings nicht wirklich erhellend. Die Tschechen waren zwar fleissig, was Beleg-Bearbeitung und Literatur-/Kartierungsrecherche angeht, aber ich vermisse doch klare Infos.

Gerade betreffend der Hutbekleidung hätte ein Vergleichsbild sehr zum Verständnis beigetragen. Die wenigen gelb- bzw. blaustichigen Ganzkörper-Aufnahmen (nur von V. caesiotincta, keine von V. murinella) helfen da nicht weiter. Dem Text nach sollte V. murinella allenfalls in der Hutmitte striegelig sein, der Rest vom Hut nur feinfilzig – ehrlich gesagt, kommt mir das recht unwahrscheinlich vor. Und was sind, bitte schön, "gestreifte" Fasern??

Was die Sporen betrifft: niemand weiß, ob die 1200 Herbar-Sporen wirklich alle von V. caesiotincta stammen … oder vielleicht auch von V. murinella?? Dito die Cheilozystiden... wobei diese m.E. am ehesten eine Unterscheidung zulassen würden, wenn sie denn so in der Zuordnung stimmen.

Schade, dass nicht seqenziert wurde. Vielleicht ist es ja doch nur eine Art...

Viele Grüße – Rika

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Der Juergen, (vor 3749 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Gerade betreffend der Hutbekleidung hätte ein Vergleichsbild sehr zum
Verständnis beigetragen. Die wenigen gelb- bzw. blaustichigen
Ganzkörper-Aufnahmen (nur von V. caesiotincta, keine von V. murinella)
helfen da nicht weiter.

Ja, das ist so ein Manko vieler Profi-Mykologen; mit anschaulichen Fotos haperts in vielen Artikeln (und die meisten wissenschaftlichen Artikel kommen ja eh ganz ohne Abbildungen aus;-). Das hat Zotto ja schon mal beanstandet.

Dem Text nach sollte V. murinella allenfalls in
der Hutmitte striegelig sein, der Rest vom Hut nur feinfilzig – ehrlich
gesagt, kommt mir das recht unwahrscheinlich vor. Und was sind, bitte
schön, "gestreifte" Fasern?

Also mir kommt in dem Artikel eigentlich nichts "unwahrscheinlich" vor;-) Wie denn das?

Schade, dass nicht seqenziert wurde. Vielleicht ist es ja doch nur eine
Art...

Also die Wahrscheinlichkeit, nach einer Sequenzierung aus zwei nur eine Art zu bekommen, halte ich nicht für sehr hoch, oft kommen dann fünf raus, die man in zwei Sektionen einteilt *g*

Grüßle
Jürgen

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

UmUlmHerum, (vor 3749 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Dem Text nach sollte V. murinella allenfalls in
der Hutmitte striegelig sein, der Rest vom Hut nur feinfilzig – ehrlich
gesagt, kommt mir das recht unwahrscheinlich vor. Und was sind, bitte
schön, "gestreifte" Fasern?

Also mir kommt in dem Artikel eigentlich nichts "unwahrscheinlich"
vor;-) Wie denn das?

Wenn die Hutbekleidung ein "gutes" Merkmal wäre, dann hätten das schon andere eindeutiger beschrieben... und was sind denn nun diese "gestreiften" Hüte/Fasern? Ich hatte ja gehofft, jemand könnte mir hier weiterhelfen:

Character of pileus surface. ORTON(1974) pointed out that V. caesiotincta
has (apart from a fibrillose-tomentose centre) a typically radially fibrillose-to-darker,
streaky pileus. This feature is quite clear even in dry basidiocarps. The pilei of the V.
murinella studied and of all the V. taylorii specimens were (sub)tomentose or finely
fibrillose, but never featured distinct darker streaks.
…
Discussion
In Volvariella caesiotincta, apart from the grey coloured volva (which may
sometimes turn pale in dry specimens), the character of the pileus surface may serve for
identification. Except for a fibrillose-tomentose centre, its typically radially fibrillose to
darker streaky pileus is distinct even in dry basidiocarps. The pilei of the V. murinella
studied and of all V. taylorii specimens were (sub)tomentose or finely fibrillose but never
with distinct darker streaks.

Eine Angabe der Hutfaserlänge wäre schon mal ein Anhaltspunktgewesen...
Aber so langsam schließe ich mich Birgits Meinung an: vielleicht gibt es Volvariella murinella gar nicht ;-)

Viele Grüße – Rika

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Der Juergen, (vor 3749 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,

Hilfreich wäre allerdings, wenn man mal ein "echtes" V. murinella
Bild sehen könnte.

Ja, was so im Netz kursiert, lässt kein klares Bild zu. Vielleicht haben wir "die echte" V. murinella noch nie gefunden, sondern nur blasse V. caesiotincta!?

Anbei noch ein Foto eines Fundes von V. caesiotincta, ebenfalls von einem
Wegrand.

Ja, das ist für mich auch die typische V. caesiotincta ... man kann sie auch fast riechen;-)

Grüßle
Jürgen

Re: Rätsel-Pilz – Fortsetzung

Birgit, (vor 3749 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

Ja, was so im Netz kursiert, lässt kein klares Bild zu. Vielleicht haben wir
"die echte" V. murinella noch nie gefunden, sondern nur blasse
V. caesiotincta!?

Ja, das meinte ich ja mit meinen Ausführungen oben. Wenn man Antonins Artikel wörtlich nimmt, müsste das vermutlich alles V. caesiotincta sein. (Vielleicht gibts V. murinella dann gar nicht? ;-) Dann wären wir am Anfang ;-))

liebe Grüße

Birgit

Re: Rätsel-Pilz

Der Juergen, (vor 3748 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo zusammen,

hier mal eine Studie zu V. caesiotincta, wo man die Zystidenausstattung sieht. Man muss da schon zwei drei Lamellenschneiden untersuchen, um die verschiedenen Formen zu finden. Die Cheilos kollabieren gerne bei Quetschpräparaten. Ludwig hält die verzweigten (subcoralloiden) Zystidenspitzen für kein taxonomisches Merkmal, da er dies wohl auch bei anderen Volvariella-Arten beobachten konnte. Es handelt sich nach seiner Auffassung um sekundäre Bildungen (wachstums/umwelt-bedingt).

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

Re: Rätsel-Pilz

Rotkaeppchen, (vor 3743 Tagen) @ Der Juergen

Ohne die Druckbuchstaben könnte man einige der Vergrößerungen als Kunstwerke drucken. vielleicht noch überarbeiten und als "von Hand gemalt" anbieten.