Wer bin ich (Rätsel)

Harald Andres Schmid, (vor 3790 Tagen)

Hallo, zusammen
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Der Harald Andres hat mich letzten Sonntag
am Wegrand aufgelesen.
Ich gelte als selten,
bin schlecht dokumentiert.

Der Harald hat mir eine kleine
Spezialbehandlung unter dem Mikroskop
zuteil werden lassen,
was zu erstaunten Ausrufen
der Mik-Gruppe geführt hat.

Wer bin ich?

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Ein paar kleine Hinweise

Harald Andres Schmid, (vor 3790 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, zusammen,
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Also, der Harald findet mich jeden Frühling.
Trotzdem werde ich in der Literatur nicht für voll genommen.

Gewisse, auch mehrbändige Werke führen mich gar nicht.

Ein Autor, der sonst sehr zuverlässig in den Details ist,
tut sich gar sehr schwer mit mir:
Er behauptet sogar, ich hätte keine Pleurozystiden!
Wo ich doch wert darauf lege, sie schön eng gedrängt stehen zu haben...
Und ob meine Sporen amyloid seien oder nicht,
darüber ist er sich anscheinend nicht klar.
Seine Darstellung meiner Hutdeckschicht ist nur verwirrend.
Ich habe zwar solche erekten, keuligen Elemente.
Aber schlüsseln muss man mich als Cutis oder Trichoderm.

Ein anderer, sorgfältiger Autor hat da sehr viel genauer hingeschaut.
Aber er scheint sich dafür zu schämen,
er versteckt mich im Schlüssel in einer anderen Gattung...

Die "Spezialbehandlung" von Harald ist gar nicht so spektakulär.
Er hat einfach gelesen, dass meine Zystiden metachromatisch seinen.
Ob man dem strenggenommen wirklich so sagen kann,
wenn sich das Hymenium schön blau färbt,
und die Zystiden und die Tramahyphen schön rosa,
(die Zystiden also nicht in sich selbst zweifarbig sind),
muss ich mal dahingestellt lassen.
Das zauberhaft schöne Rosa (im Fotos nicht so gut zu sehen)
hat jedenfalls in der Mik-Gruppe viele Ahs! und Ohs! ausgelöst...

Also: Wer bin ich?

Auflösung

Harald Andres Schmid, (vor 3789 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo, zusammen,

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Hallo, zusammen,

Hier die Auflösung.

Sepp hat es vermutet:
Es handelt sich um Hydropus subalpinus, den Buchenwald-Wasserfuss.

Mit den typischen blasshütigen Exemplaren unserer Gegend:

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In den sechs Bänden "Pilze der Schweiz"
wird die Art nicht mal erwähnt.

Ludwig, Band 1, in der Gattungsübersicht zu Hydropus
spricht von "Sporen amyloid oder nicht",
bei den Beschreibungen der einzelnen Arten
gibt er die Amyloidität dann jeweils an,
ausser bei Hydropus subalpinus.
Das Sporenpulver ist nicht amyloid.
Die Sporen sind charakteristisch schlank wurstförmig (Q >2).
Bei den Mikromerkmalen gibt Ludwig
Pleurozystiden als fehlend an,
was falsch ist, denn sie sind bei der Art
geradezu riesig, bis gegen 100 µ, und stehen eng gedrängt.
Die Hutdeckschicht ist eine Cutis mit
kurzen Elementen, mit vereinzelt stehenden Büscheln
von keulenförmigen, aufstehenden Elementen.
Als Trichoderm würde ich das nach unseren
mikroskopischen Beobachtungen nicht bezeichnen.
Ludwig zeichnet so ein Büschel,
ohne die Huthaut bei den Mikromerkmalen zu definieren,
was zur Annahme verleiten könnte, das sei
die Strukur der Huthaut als Ganzes,
da würde man dann fast ein Hymeniderm vermuten.
Die Art schlüsselt sich jedoch über eine Cutis.

Gröger schlüsselt die verschiedenen Arten Hydropus
im Schlüssel für die Mycenas aus,
was vielleicht praktisch ist, gut funktioniert,
aber sehr verwirrend ist.

Ludwig erwähnt, dass die Hymenialzystiden
metachromatisch seien, was ich dann am Montag
gleich ausprobieren wollte, und was zu diesem Beitrag geführt hat,
Ich möchte es aber zur Diskussion stellen:
Wenn das Hymenium mit Brillantkresilblau blau färbt,
und die Zystiden und Tramahyphen rosa,
wenn also die Zweifarbigkeit so verteilt ist,
und nicht die Zystiden selber zweifarbig sind,
kann man dann von metachromatisch sprechen?
Was meint Ihr dazu?

Lieben Gruss, Harald Andres