Sebacinella???

Ulysses, (vor 3917 Tagen)

Hallo in die Runde,

gesammelt (im Vorderen Bayerischen Wald) als vermutliche Sebacina macht mir ein Beleg grade deutliche Bestimmungsprobleme.

Es handelt sich um eine wachsige, gelblich-weiße Schicht, die einen finalmorschen Fichtenstumpf überwächst, inkl. der darauf wachsenden Moose (v. a. Hypnum cupressiforme). Beim Bestimmen sitze ich nun "zwischen den Stühlen":

Die Sporen bilden Sekundärsporen --> Heterobasidiomycetes
Basidien ungeteilt, Hyphen mit Schnallen, keine Zystiden --> Sebacinella
Basidien mit 4-7 Sporen --> ??

Irgendwie gibt's da gar nix passendes. Ich habe auch schon an Sistotrema gedacht, insbesondere aufgrund der sehr variablen Sterigmenzahl, aber da sprechen die reichlich gebildeten Sekundärsporen dagegen. Ebenfalls auffällig: die Schnallen, mit Ausnahme der subbasidialen, sind sehr flach und erheben sich praktisch nicht über die Hyphen selbst.

Da es unter dem Mikroskop aufgrund der dicht sitzenden Hyphen und der vielen Sporen ein ziemliches Gewurschtel ist, habe ich die wichtigsten Punkte abgezeichnet (siehe Bild im Folge-Post).

Hat jemand eine Idee zu meinem Fund?

Danke und beste Grüße
Josef

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Sebacinella??? -- Mikrodetails

Ulysses, (vor 3917 Tagen) @ Ulysses

Hier noch die mikroskopischen Erkenntnisse...

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Re: Sebacinella???

Andreas ⌂, (vor 3916 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef,

wirklich weiterhelfen kann ich Dir nicht. Aber ich würde in Betracht ziehen, dass dies kein Heterobasidiomycet sein muss. ich würde vielleicht noch nicht mal die Sterigmenzahl überbewerten, weil ich im Winter schon so vuel verkorkstes Zeugs gesehen hab, dass ich mir da nicht imer sicher wäre, wir "in Ordnung" eine Kollektion ist. Das kannst Du aber sicher besser beurteilen. Die gezeichneten Sporen sehen mir aber jetzt nicht unbedingt nach Sekundärsporenbildung aus. Die geschieht doch üblicherweise nur einmal an der Ursporungsspore und nicht mehrfach. Und dann meist in der Form, dass aus der Ursprungsspore ein "Sterigmum" gebildet wird, auf dem wiederum dann die sekundäre Spore entsteht. Was du zeichnest sieht mir mehr nach Auskeimung aus, die zumindest bei Ascos ja durchaus mit mehreren Keimschläuchen pro Sporen geschehen kann. Selbst hefeartige Knospung mehrfach an Sporen gibt es (Sarcoscypha).
Der ganze Pilz macht auf mich nicht unbedingt den Eindruck eines heteros, aber wnen dann ist es doch ziemlch sicher eine Sebacina. Aus keine anderen gattung kenne ich so massive Fruchrkörper. Bin aber nicht wirklich firm in Heterobasidiomyceten ...

beste Grüße,
Andreas

Hallo in die Runde,
gesammelt (im Vorderen Bayerischen Wald) als vermutliche Sebacina macht mir
ein Beleg grade deutliche Bestimmungsprobleme.
Es handelt sich um eine wachsige, gelblich-weiße Schicht, die einen
finalmorschen Fichtenstumpf überwächst, inkl. der darauf wachsenden Moose
(v. a. Hypnum cupressiforme ). Beim Bestimmen sitze ich nun
"zwischen den Stühlen": Die Sporen bilden Sekundärsporen -->
Heterobasidiomycetes
Basidien ungeteilt, Hyphen mit Schnallen, keine Zystiden --> Sebacinella
Basidien mit 4-7 Sporen --> ??
Irgendwie gibt's da gar nix passendes. Ich habe auch schon an Sistotrema
gedacht, insbesondere aufgrund der sehr variablen Sterigmenzahl, aber da
sprechen die reichlich gebildeten Sekundärsporen dagegen. Ebenfalls
auffällig: die Schnallen, mit Ausnahme der subbasidialen, sind sehr flach
und erheben sich praktisch nicht über die Hyphen selbst.
Da es unter dem Mikroskop aufgrund der dicht sitzenden Hyphen und der vielen
Sporen ein ziemliches Gewurschtel ist, habe ich die wichtigsten Punkte
abgezeichnet (siehe Bild im Folge-Post).
Hat jemand eine Idee zu meinem Fund?
Danke und beste Grüße
Josef

Re: Sebacinella???

Ulysses, (vor 3916 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

danke für Deine Erläuterungen!

Die gezeichneten Sporen sehen mir aber jetzt nicht
unbedingt nach Sekundärsporenbildung aus.

Stimmt schon, sieht mehr nach Sprossung aus o. ä., aufgrund der z. T. ausgebildeten Stielchen zwischen Ursprungsspore und den neuen "Blasen" konnte ich das auch nicht recht einordnen. Denke ich mir diese Sprossung und die variable Sterigmenzahl weg, bleibt als merkwürdiges Merkmal immer noch diese eigenartig flache Ausbildung der Schnallen. Die Basidien sind definitiv einzellig, auch bei schräger Beleuchtung etc. sind keine "Innenwände" zu sehen - zusammen mit den regelmäßig vorhandenen Schnallen ist Sebacina deshalb aus dem Rennen.

Lasse ich auch die flachen Schnallen unter den Tisch fallen, so komme ich anhand der sonstigen Merkmale (wachsiger Fruchtkörper, monomitisch, rundliche Sporen, keine Zystiden [oder diese basidiolenförmig]) beim Schlüsseln auf Sistotrema bzw. Sistotremastrum, Phlebia und Galzinia. In diesen Gattungen passt dann wiederum nichts auf meinen Fund. Am nächsten kommen Sistotrema diademiferum und S. muscicola, die beide aber gattungstypische urniforme Basidien und viel dünnere, mehr häutige Fruchtkörper bilden.

Ich werde den Standort beobachten und später nochmal Material entnehmen, evtl. klappts dann besser mit der Bestimmung...

Schöne Grüße
Josef