Re: Wieso verwechseln Flüchtlinge Knollenblätterpi

leofelsle, (vor 4026 Tagen) @ Sieglinde

Seid herzlich gegrüßt werte Pilzgemeinde. Immer mal wieder lese ich hier
still mit, doch nun möchte ich meine Sorge und Trauer mit euch teilen,
denn wenn mich nicht alles täuscht wurde der foglende fall hier noch nicht
behandelt. Es geht um die traurige Tatsache, dass Flüchtlinge, besonders
aus Syrien, scheinbar den Knollenblätterpilz verwechseln und sich
vergiften. Es gab sogar schon 2 Tote!!! :(
"Zuerst starb Anfang der Woche ein 16-jähriger Syrer im Uniklinikum
Münster und kurz darauf erlag ein weiterer Zuwanderer der schweren
Vergiftung an Leberversagen. In Hannover und Münster sind in der letzten
Woche insgesamt über 50 Fälle (!) von Vergiftungen durch den
Knollenblätterpilz aufgetreten. Betroffen waren meist Flüchtlinge aus
Syrien. Anders als in Deutschland, ist es dort Tradition, Pilze selbst zu
sammeln." (Zitatquelle:
http://www.zauberpilzblog.net/2015/09/knollenblaetterpilz-verwechslung-vergiftung/
)
Leider stand dazu nicht viel in den Medien und so stellt sich für mich weiter
die Frage, WIESO man den Knollenblätterpilz so leicht als Flüchtling
verwechselt - es scheint ja, als gäbe es eine in Syrien heimische
Speisepilzart, die dem Knollenblätterpilz sehr ähnlich sieht. Weiß dazu
jemand mehr? wenn ja: wie heißt diese Art? Bei so vielen Vergiftungen
bekommt man ja schon selber Bange, auf die Suche zugehen; schließlich ist
man ja kein Mykologe und ich kenne auch keinen Pilzkundler, auf den man
sich 100%ig verlassen könnte.
Mit trauernden Grüßen, Sieglinde :'(

hallo Sieglinde,
zum vorangegangen Blog und der Häufigkeit des Knollenblätterpilzes hat es ja schon Informationen gegeben, deshalb nur noch die Punkte, die ich von meinen syrischen Freunden erfahren habe:
-In Syrien ist das Pilzesammeln tatsächlich sehr beliebt, allerdings nur in der Küstenregion, wo es die entsprechenden Wälder gibt.
-Der essbare Pilz, der dem Knolli sehr ähnlich sieht, dürfte der Eierwulstling sein, der im Mittelmeerraum sehr häufig ist. Vielleicht kommt der im Laufe des Klimawandels auch zu uns, im Rheingraben soll er schon gefunden worden sein.
Das Warnposter, dss im Internet zum Herunterladen angeboten wird, scheint eine weite Verbreitung gefunden zu haben. Jedenfalls ist es bei uns auf dem Lande vom Landratsamt schon in den Asylantenwohnheimen aufgehängt worden. Den Text finde ich allerdings sehr problematisch, im (holprigen) Englisch klingt das so, als wären in Deutschland alle Pilze tödlich giftig und ich will gar nicht wissen, was da auf Arabisch steht.
Gruß
Michael


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