Trichterlingsartiger?

UmUlmHerum, (vor 4051 Tagen)

Hallo miteinander!

Letzte Woche habe ich mich auf die Schnelle ein bisschen im Wald umgesehen, trotz der verheerenden Trockenheit, und ohne Kamera. Rund 10 Arten in 1 Stunde, keine Röhrlinge, keine Speisepilze – naja, aber trotzdem besser als nix.

An drei verschiedenen Stellen fand ich diese Pilze, für die ich gerne einen Namen hätte:

Die UMOs wachsen gesellig am Rande von alten Rückegassen im Fichtenforst. Untergrund ziemlich lösslehmig. Rund 600 mNN.

Das fotografierte Exemplar ist noch nicht ausgewachsen, hat Hut-∅ 40 mm, Stiel-∅ 6 mm, Gesamthöhe 50 mm.
Genippelter Hut mit Graben (erinnert mich an junge Kahle Kremplinge, die haben auch oft so eine Hutkontur, die man sonst nur selten sieht).
HDS besteht aus verflochtenen, verzweigten Filzhaaren mit Schnallen.
Es gab nur wenige reifen Sporen, keinen Sporenabdruck, aber ich denke, sie sind weiß. Basidien i.d.R. 4-sporig, aber auch einige 2-sporige (große Sporen!); Größe 4,7 ... 7,3 x 2,6 ... 3,6; färben mit Melzer nicht (werden nur gelb, nicht schwarz → kein Leucopaxillus).
Stiel voll, unten verdickt; Fleisch von Hut + Stiel weiß; Außenfarben des gesamten Pilzes ähnlich Clitocybe gibba (die kenne ich aber dünnfleischiger und mehr getrichtert, filzige HDS?).
Ansonsten siehe Fotos:

[image]
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Lamellenschnitt, 320x:
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Sporen, 320x:
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Hutdeckschicht, 320x:
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Kann mir jemand weiterhelfen?

Viele Grüße – Rika

Re: Trichterlingsartiger?

Peter Reiter, (vor 4050 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!
Letzte Woche habe ich mich auf die Schnelle ein bisschen im Wald umgesehen,
trotz der verheerenden Trockenheit, und ohne Kamera. Rund 10 Arten in 1
Stunde, keine Röhrlinge, keine Speisepilze – naja, aber trotzdem besser
als nix.
An drei verschiedenen Stellen fand ich diese Pilze, für die ich gerne einen
Namen hätte: Die UMOs wachsen gesellig am Rande von alten Rückegassen im
Fichtenforst. Untergrund ziemlich lösslehmig. Rund 600 mNN.
Das fotografierte Exemplar ist noch nicht ausgewachsen, hat Hut-∅ 40
mm, Stiel-∅ 6 mm, Gesamthöhe 50 mm.
Genippelter Hut mit Graben (erinnert mich an junge Kahle Kremplinge, die
haben auch oft so eine Hutkontur, die man sonst nur selten sieht).
HDS besteht aus verflochtenen, verzweigten Filzhaaren mit Schnallen.
Es gab nur wenige reifen Sporen, keinen Sporenabdruck, aber ich denke, sie
sind weiß. Basidien i.d.R. 4-sporig, aber auch einige 2-sporige (große
Sporen!); Größe 4,7 ... 7,3 x 2,6 ... 3,6; färben mit Melzer nicht (werden
nur gelb, nicht schwarz → kein Leucopaxillus).
Stiel voll, unten verdickt; Fleisch von Hut + Stiel weiß; Außenfarben des
gesamten Pilzes ähnlich Clitocybe gibba (die kenne ich aber
dünnfleischiger und mehr getrichtert, filzige HDS?).
Ansonsten siehe Fotos:


Lamellenschnitt, 320x:
Sporen, 320x:
Hutdeckschicht, 320x:
Kann mir jemand weiterhelfen?
Viele Grüße – Rika

hallo Rika,
was spricht denn gegen Infundibulicybe gibba?

Re: Trichterlingsartiger?

UmUlmHerum, (vor 4049 Tagen) @ Peter Reiter

hallo Rika,
was spricht denn gegen Infundibulicybe gibba?

Hallo Peter,

das, was ich geschrieben hatte: den Ockerfarbenen Trichterling kenne ich dünnfleischiger und tiefer getrichtert → hier: Buckel - Graben - erhabener, nach außen gerundeter Rand. Makromäßig würde der Ockerfarbene ansonsten schon passen; mikromäßig habe ich außer Sporenangaben im Web nix vernünftiges/umfassendes gefunden. Sollte der nun inkrustierte Pigmente haben? Andere schreiben von inkrustierten HDS-Hyphen?! Von diesem heftigen Filz auf der Huthaut (ohne Kristallen o.ä.) konnte ich auch keine Angaben finden. Meine Pilzchen ist kristallfrei. Wie sieht es bei I. bzw. Cl. gibba mit irgendwelchen Zystiden aus?

Vielleicht ist die Hutkontur auch nur wegen der Trockenheit in dieser untypische Form entstanden... I. bzw. Cl. gibba möchte ich durchaus nicht ausschließen.

Irgendwo im Web habe ich vorhin gelesen, "Infundibulicybe" wäre schon wieder out, es hieße wieder "Clitocybe gibba"!?

Gute Nacht – Rika

Re: Trichterlingsartiger?

zuehli ⌂, (vor 4049 Tagen) @ UmUlmHerum

Irgendwo im Web habe ich vorhin gelesen, "Infundibulicybe" wäre
schon wieder out, es hieße wieder "Clitocybe gibba"!?

Nach Mycobank und Species Fungorum ist es in der Tat so.
Diese ganzen "neumodischen" Umbennennungen, insbesondere auch bei den Röhrlingen finde ich stellenweise schon ein wenig anstrengend.

Ich hätte zu deinem Pilz übrigens auch C. gibba gesagt.

Beste Grüße
Harald

Re: Trichterlingsartiger: Clitocybe gibba

UmUlmHerum, (vor 4049 Tagen) @ zuehli

Nach Mycobank und Species Fungorum ist es in der Tat so.
Diese ganzen "neumodischen" Umbennennungen, insbesondere auch bei
den Röhrlingen finde ich stellenweise schon ein wenig anstrengend.
Ich hätte zu deinem Pilz übrigens auch C. gibba gesagt.
Beste Grüße
Harald

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Hallo Harald,

Du sprichst mir aus der Seele! Auch wenn man die ganze Umbenamserei mittels DNA begründen kann, so müsste man m.E. die Gattungsnamen deswegen nicht zwangsläufig ändern. Unter "Russula" oder "Mycena" gibt es ja auch jede Menge Sektionen – oder sind die genetisch ähnlicher?

Was den Ockerfarbenen betrifft, so war ich heute noch mal an den verschiedenen Standorten: sie haben zwischenzeitlich 2x ein bisschen Regen abbekommen, sich weiterentwickelt und sehen jetzt wie "normale" Clitocybe gibba aus – tief getrichtert, kein eingerollter Rand mehr. Die neuen jungen Frk. weisen auch nicht mehr diese seltsame Hutkontur (Graben zwischen Hubbel und Rollrand) auf.

Bilanz des Waldbesuches: 1 Std. = rund 15 Arten, davon 3 Essbare, z.B. zwei liegende Stämme voller Stockschwämmchen. Keine Röhrlinge, keine Ascos.

Gute Nacht – Rika