Fleichfresser

Der Juergen, (vor 4336 Tagen)

Wer hier auf Pilzpirsch geht, sollte größer sein als ein Fadenwurm (Nematode), sonst wird er nämlich selbst zum kulinarisch begehrten Objekt.

Der "Späne-Muscheling" Hohenbuehelia auriscalpium - ein "Harpunenschwamm" (wegen der langen, an der Spitze inkrustierten Zystiden = Methuloide) - fängt sich diese kleinen Bodenbewohner als Nahrungsergänzung (Proteine -> Stickstoff). Dies gelingt ihm mit sogenannten "Fang-Knoten" (Fk), kleine Zellauswüchse, die von einer Klebmasse umgeben sind, an denen vorbeischlängelnde Fadenwürmer hängen bleiben und vom Pilz verdaut werden (der Pilz wächst durch die Mundöffnung des Wurmes in ihn hinein und verdaute ihn dann von innen - gruselig!). Diese Fangknoten befinden sich auf der Lamellenoberfläche (Schneide, Flanken).

Grüßle
Jürgen

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

[image]

Re: Fleichfresser

Doris, (vor 4335 Tagen) @ Der Juergen

Wer hier auf Pilzpirsch geht, sollte größer sein als ein Fadenwurm
(Nematode), sonst wird er nämlich selbst zum kulinarisch begehrten Objekt.
Der "Späne-Muscheling" Hohenbuehelia auriscalpium - ein
"Harpunenschwamm" (wegen der langen, an der Spitze inkrustierten
Zystiden = Methuloide) - fängt sich diese kleinen Bodenbewohner als
Nahrungsergänzung (Proteine -> Stickstoff). Dies gelingt ihm mit
sogenannten "Fang-Knoten" (Fk), kleine Zellauswüchse, die von
einer Klebmasse umgeben sind, an denen vorbeischlängelnde Fadenwürmer
hängen bleiben und vom Pilz verdaut werden (der Pilz wächst durch die
Mundöffnung des Wurmes in ihn hinein und verdaute ihn dann von innen -
gruselig!). Diese Fangknoten befinden sich auf der Lamellenoberfläche
(Schneide, Flanken).
Grüßle
Jürgen

Das ist mal interessant, daß es sowas gibt wusste ich nicht.
Danke Jürgen
und Grüße
Doris

Re: Fleichfresser

KARL, (vor 4335 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen

Danke für diesen sehr interessanten Beitrag.

LG Karl

Re: Fleichfresser

Birgit, (vor 4335 Tagen) @ Der Juergen

Lieber Jürgen,

danke für diesen informativen Beitrag.
Die Fangorgane von Hohenbuehelia habe ich bereits bei einem Anatonomiekurs von Prof. Clémençon in Hornberg kennengelernt und war beeindruckt.

Austernseitlinge fressen übrigens ebenfalls Nematoden. Christoph Hahn hat da einmal einen Vortrag bei der AMU gehalten, in dem auch ein kurzes Filmchen mit Mikroaufnahmen eines Nematodenfangs durch einen Austernseitling gezeigt wurde. Dieser Film ist ein Unterrichtsfilm für Schulen und deswegen leider vermutlich nicht frei im Netz verfügbar.

Der "Späne-Muscheling" Hohenbuehelia auriscalpium - ein
"Harpunenschwamm" (wegen der langen, an der Spitze inkrustierten
Zystiden = Methuloide) - fängt sich diese kleinen Bodenbewohner als
Nahrungsergänzung (Proteine -> Stickstoff). Dies gelingt ihm mit
sogenannten "Fang-Knoten" (Fk), kleine Zellauswüchse, die von
einer Klebmasse umgeben sind, an denen vorbeischlängelnde Fadenwürmer
hängen bleiben und vom Pilz verdaut werden (der Pilz wächst durch die
Mundöffnung des Wurmes in ihn hinein und verdaute ihn dann von innen -
gruselig!). Diese Fangknoten befinden sich auf der Lamellenoberfläche
(Schneide, Flanken).

Die durch Cordyceps ferngelenkten Ameisen find ich auch ziemlich gruselig ....

liebe Grüße

Birgit

Re: Fleichfresser

dosse, (vor 4332 Tagen) @ Birgit

Lieber Jürgen,
danke für diesen informativen Beitrag.
Die Fangorgane von Hohenbuehelia habe ich bereits bei einem Anatonomiekurs
von Prof. Clémençon in Hornberg kennengelernt und war beeindruckt.
Austernseitlinge fressen übrigens ebenfalls Nematoden. Christoph Hahn hat da
einmal einen Vortrag bei der AMU gehalten, in dem auch ein kurzes Filmchen
mit Mikroaufnahmen eines Nematodenfangs durch einen Austernseitling
gezeigt wurde. Dieser Film ist ein Unterrichtsfilm für Schulen und
deswegen leider vermutlich nicht frei im Netz verfügbar.
Die durch Cordyceps ferngelenkten Ameisen find ich auch ziemlich gruselig
....
liebe Grüße
Birgit

Höre da gerade zum ersten Mal von, wenn ich ehrlich bin!