...und schon wieder ein Erstfund! :-)

HoBi, (vor 4428 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

kaum zu glauben, aber es ist schon wieder passiert ;-)
Heute unterwegs in unserem "Regenwald", haben wir nach den Erfahrungen der letzten Tage eigentlich
auch nicht mit viel gerechnet. Ganz das Gegenteil war der Fall, Pilze ohne Ende :-)
Hauptsächlich unter Fichte unterwegs, haben wir mit unserem Erstfund so gar nicht gerechnet.
Diesen Pilz haben wir bislang erst einmal auf einer Exkursion gezeigt bekommen.

Hier nun unser Fund des Tages:

[image]

[image]

[image]

Übersichtsaufnahme:

[image]

Polyporus umbellatus - Ästiger Büschelporling "Eichhase"

Für viele vielleicht ganz normal, für uns ein wirklich toller Fund, letztmalig vor 6 Jahren gesehen!
Auf Grund des Biotops eine doch eher ungewöhnliche und interessante Entdeckung ;-)

Es grüßen ganz herzlich

Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

Xangod, (vor 4428 Tagen) @ HoBi

Ein toller Fund! Ein "Sammelfruchtkörper", wie ich das vor kurzem gelernt habe. Und das Biotop sieht so gar nicht nach Laubwald aus. War da vielleicht früher mal was?

Hallo liebe Pilzfreunde,
kaum zu glauben, aber es ist schon wieder passiert ;-)
Heute unterwegs in unserem "Regenwald", haben wir nach den
Erfahrungen der letzten Tage eigentlich
auch nicht mit viel gerechnet. Ganz das Gegenteil war der Fall, Pilze ohne
Ende :-)
Hauptsächlich unter Fichte unterwegs, haben wir mit unserem Erstfund so gar
nicht gerechnet.
Diesen Pilz haben wir bislang erst einmal auf einer Exkursion gezeigt
bekommen.
Hier nun unser Fund des Tages:


Übersichtsaufnahme:
Polyporus umbellatus - Ästiger Büschelporling "Eichhase"
Für viele vielleicht ganz normal, für uns ein wirklich toller Fund,
letztmalig vor 6 Jahren gesehen!
Auf Grund des Biotops eine doch eher ungewöhnliche und interessante
Entdeckung ;-)
Es grüßen ganz herzlich
Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

Till, (vor 4428 Tagen) @ HoBi

Hallo, Eichhasenentdecker,

dass der Pilz im Fichtenforst vorkommt, ist gar nicht so selten. Ich glaube sogar, dass es bei der Mehrheit unserer Funde hier in Südostbayern der Fall ist. Wahrscheinlich lohnt sich ein Blick in die lokale Waldgeschichte, denn Hermann Jahn zitiert in seinem Klassiker "Mitteleuropäische Porlinge und ihr Vorkommen in Westfalen" von 1966: "Ferdinandsen & Winge schreiben, der Pilz könne sich nach dem Abholzen der Eichen und Buchen noch bis zu 30 Jahren an den vermodernden Stümpfen im nachfolgenden Fichtenforst halten." Wobei es sich sicher auch um vergrabenes Wurzelholz halten kann.

Fragt sich, was passiert, wenn die 30 Jahre vorbei sind. Wahrscheinlich wird der Eichhase dann e c h t selten ... Oder die Verrottung des Laubholzes dauert noch länger. Interessant wäre es natürlich, wenn ein Ortskenner sagt, dass an der betreffenden Stelle nachweislich seit 100 Jahren nur Fichten gewachsen sind ...

LG, Till

Hallo liebe Pilzfreunde,
kaum zu glauben, aber es ist schon wieder passiert ;-)
Heute unterwegs in unserem "Regenwald", haben wir nach den
Erfahrungen der letzten Tage eigentlich
auch nicht mit viel gerechnet. Ganz das Gegenteil war der Fall, Pilze ohne
Ende :-)
Hauptsächlich unter Fichte unterwegs, haben wir mit unserem Erstfund so gar
nicht gerechnet.
Diesen Pilz haben wir bislang erst einmal auf einer Exkursion gezeigt
bekommen.
Hier nun unser Fund des Tages:


Übersichtsaufnahme:
Polyporus umbellatus - Ästiger Büschelporling "Eichhase"
Für viele vielleicht ganz normal, für uns ein wirklich toller Fund,
letztmalig vor 6 Jahren gesehen!
Auf Grund des Biotops eine doch eher ungewöhnliche und interessante
Entdeckung ;-)
Es grüßen ganz herzlich
Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

Gábor, (vor 4428 Tagen) @ Till

: Fragt sich, was passiert, wenn die 30 Jahre vorbei sind. Wahrscheinlich wird
[quote]der Eichhase dann e c h t selten ... Oder die Verrottung des Laubholzes
dauert noch länger. Interessant wäre es natürlich, wenn ein Ortskenner
sagt, dass an der betreffenden Stelle nachweislich seit 100 Jahren nur
Fichten gewachsen sind ...[/quote]
-----

Hallo Till,

na ich würde sagen, wenn die 30 Jahre vorbei sind, wird es langsam Zeit für den Pilz, von den vermodernden Stümpfen abzulassen und für die nächsten 70 Jahre die Reserven des Sklerotiums anzuzapfen ;-)

LG, Gábor

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

Heinz Ebert ⌂, (vor 4428 Tagen) @ Till

Hallo Till, Holger & Sabine und die Übrigen,

Der Eichenstumpf ist nach 50 Jahren noch nicht verrottet. Die Wurzel noch viel länger. Bei Grabungsarbeiten wurde bei uns eine Wasserleitung aus Eichenholz gefunden, die nachweislich ca. 300 Jahre alt war. Die Geschichte zu der Leitung ist bekannt. Das lässt also hoffen für alle Eichhasen. ;-)
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo, Eichhasenentdecker,
dass der Pilz im Fichtenforst vorkommt, ist gar nicht so selten. Ich glaube
sogar, dass es bei der Mehrheit unserer Funde hier in Südostbayern der
Fall ist. Wahrscheinlich lohnt sich ein Blick in die lokale
Waldgeschichte, denn Hermann Jahn zitiert in seinem Klassiker
"Mitteleuropäische Porlinge und ihr Vorkommen in Westfalen" von
1966: "Ferdinandsen & Winge schreiben, der Pilz könne sich nach
dem Abholzen der Eichen und Buchen noch bis zu 30 Jahren an den
vermodernden Stümpfen im nachfolgenden Fichtenforst halten." Wobei es
sich sicher auch um vergrabenes Wurzelholz halten kann.
Fragt sich, was passiert, wenn die 30 Jahre vorbei sind. Wahrscheinlich wird
der Eichhase dann e c h t selten ... Oder die Verrottung des Laubholzes
dauert noch länger. Interessant wäre es natürlich, wenn ein Ortskenner
sagt, dass an der betreffenden Stelle nachweislich seit 100 Jahren nur
Fichten gewachsen sind ...
LG, Till

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

HoBi, (vor 4426 Tagen) @ Xangod

Hallöchen,

Und das Biotop sieht so gar nicht nach Laubwald aus. War da
vielleicht früher mal was?

das werden wir mal versuchen herauszubekommen ;-)

Viele Grüße von

Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

HoBi, (vor 4426 Tagen) @ Till

Hallo Till,

"Ferdinandsen & Winge schreiben, der Pilz könne sich nach
dem Abholzen der Eichen und Buchen noch bis zu 30 Jahren an den
vermodernden Stümpfen im nachfolgenden Fichtenforst halten." Wobei es
sich sicher auch um vergrabenes Wurzelholz halten kann.

Ähnliches haben wir auch in "Die Großpilze BaWüs, Band 1" gelesen.
Ein wirklich interessanter und nachvollziehbarer Aspekt, auf den man erstmal
kommen muss.

Interessant wäre es natürlich, wenn ein Ortskenner
sagt, dass an der betreffenden Stelle nachweislich seit 100 Jahren nur
Fichten gewachsen sind ...

Ohne es genau zu wissen, würden wir aber zu 95% ausschließen, dass an dieser
Stelle seit 100 Jahren Fichten vorkommen. Vielleicht bekommen wir vom zuständigen
Revierförster darüber Auskunft. Wir werden da mal nachhaken ;-)

Vielen Dank für Deine Antwort!

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

HoBi, (vor 4426 Tagen) @ Heinz Ebert

Lieber Heinz,

Der Eichenstumpf ist nach 50 Jahren noch nicht verrottet. Die Wurzel noch
viel länger. Bei Grabungsarbeiten wurde bei uns eine Wasserleitung aus
Eichenholz gefunden, die nachweislich ca. 300 Jahre alt war. Die
Geschichte zu der Leitung ist bekannt. Das lässt also hoffen für alle
Eichhasen. ;-)

auch an Dich vielen Dank für diese äußerst interessanten Informationen!
Was hat es mit dieser Wasserleitung auf sich? Die Geschichte kennen wir leider
nicht :-(

Es ist doch immer wieder toll, dass man von Euch "Alten Pilz-Hasen" noch so
viel lernen kann :-)

Viele liebe Grüße von

Sabine & Holger

Re: ...und schon wieder ein Erstfund! :-)

Heinz Ebert ⌂, (vor 4426 Tagen) @ HoBi

Hallo HoBi,

da war ein alter Klosterweiher mit Fischen. Da kamen die auf dem Rückzug befindlichen napoleonischen Truppen, wollten Fisch essen und ließen den Weiher kurzerhand leerlaufen. Das blieb dann brachliegen bis sich Pflanzenbewuchs einstellte. Fortan wurde das dann als Weideland genutzt. In den 1980-er Jahren kam schließlich im Dorf der Wunsch auf, wieder einen Dorfweiher entstehen zu lassen. Die Pflanzendecke wurde weggebaggert. Dann musste der noch bestehende Damm auf Festigkeit geprüft werden, es wurde also tiefer gebaggert, und dabei kam die noch 1a erhaltene Wasserleitung aus Eiche zutage.
Das ist die Geschichte, nach der Ihr fragt.
Der neue Weiher ist völlig sich selbst überlassen worden und wurde im vergangenen Jahr zum NSG.
Beste Grüße, H.E.

Lieber Heinz,
auch an Dich vielen Dank für diese äußerst interessanten Informationen!
Was hat es mit dieser Wasserleitung auf sich? Die Geschichte kennen wir
leider
nicht :-(
Es ist doch immer wieder toll, dass man von Euch "Alten Pilz-Hasen"
noch so
viel lernen kann :-)
Viele liebe Grüße von
Sabine & Holger

RE: mal nachgehakt...

HoBi, (vor 4412 Tagen) @ Till

Hallo Till,

es hat etwas gedauert, aber nun haben wir von der zuständigen Revierförsterei
doch noch eine Antwort auf unsere Anfrage bekommen ;-)
Der Fichtenbestand im Fundgebiet hat ein Alter zwischen 50 und 65 Jahren.
Man kann aber wohl davon ausgehen, dass vor dieser Zeit dort Eichen und
Rotbuchen bestandsbildend waren.
Vielleicht ist diese Erkenntnis ja auch interessant für Dich?

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

Re: RE: mal nachgehakt...

Till, (vor 4412 Tagen) @ HoBi

Hallo, Hobi(s)

die Info bestätigt genau das, was Jahn mit dem Zitat aus Ferdinandsen & Winge gemeint hat: Der Eichhase mag offenbar uraltes, vergrabenes Laubholz, das relativ tief im Boden steckt (schließlich entwickelt er darauf/darüber) auch noch sein Pseudosklerotium. Natürlich kommt er auch in aktuellen Laubwäldern vor, aber so, wie es aussieht, kann man ihn bei Vorkommen in Nadelwäldern als "Indikator" früherer Laubwälder interpretieren. Um diese These zu bestätigen (oder abzulehnen), müsste man eigentlich die Nadelwaldfunde separat kartieren und sich, wie ihr das getan habt, beim Förster nach der jeweiligen "Waldgeschichte" erkundigen...

LG Till

Hallo Till,
es hat etwas gedauert, aber nun haben wir von der zuständigen Revierförsterei
doch noch eine Antwort auf unsere Anfrage bekommen ;-)
Der Fichtenbestand im Fundgebiet hat ein Alter zwischen 50 und 65 Jahren.
Man kann aber wohl davon ausgehen, dass vor dieser Zeit dort Eichen und
Rotbuchen bestandsbildend waren.
Vielleicht ist diese Erkenntnis ja auch interessant für Dich?
Liebe Grüße von
Sabine & Holger