Das wird doch nicht etwa

haseneier, (vor 4727 Tagen)

Noch ein Fund von der Gaißatour.
Auf Buche, liegender Stamm,
sicher ein Saftporling
nicht braun verfärbend, noch nicht mal blauend, geschweige denn spitzkegelig,
angenehm evtl. leicht fruchtig riechend, aber nicht auffällig stark,
weißlich und in den schon etwas reiferen oder aufgebrochenen Teilen schön orange,
Poren klein 3/mm, eckig bis labyrintisch. Oberfläche zart filzig haarig.
Entdeckt in einem ziemlich besonderen Waldstück mit (Torfmoos, erika, Kiefern, Buchen, Eichen, welches auch botanische Raritäten aufweist (Arnika und Seidelbast sind in unserer Gegend nicht häufig)
Gefunden
und
Asche auf mein Haupt
nicht mit nach Hause gebracht.
Jedenfalls habe ich den einen Fruchtkörper, den ich zur Untersuchung abgebrochen habe, bisher in keinem meiner Behältnisse wiedergefunden :=/ sodaß ich jetzt weder den KOH-Test noch andere Untersuchungen vornehmen kann und mir den Kopf zerbreche, wo der abgeblieben sein könnte, ob er mir runtergefallen ist, ob ich eine der Büchsen im Wald vergessen habe, ob er versehentlich mit in die Suppe gewandert ist oder die Katze ihn gefressen hat und ihr Ungemach droht.

Mein Gedanke beim Fund war: Ein Saftporling, was besseres, mit der schönen Orangefärbung kann man den sicher leicht herausfinden. Denkste, mit Saftporlingen geizen unsere gängigen 5- bis 6Bänder, und die unterschiedlichen kleinen Sortimente von jeweils 4 oder 5 Arten sind kaum zur Deckung zu bringen...

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Tyromyces kmetii sein ?

haseneier, (vor 4727 Tagen) @ haseneier

Immerhin ist der nicht so weit weg schon gefunden worden und ich finde momentan in Literatur und i-net keinen der besser passt.

Bitte um Eure fachkundige Meinung

lg
Martin

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Re: Das wird doch nicht etwa

Andreas ⌂, (vor 4727 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

das ist zu 99,9% Tyromyces kmetii.
Die Art scheint sich deutlich auszubreiten, ich habe sie in den letzten 5-6 Jahren vielleicht 5 Mal gefunden inzwischen. Dieses Jahr einmal im Schwarzwald auf 800 Metern Höhe etwa in einem sauren Mischwald, auf Birke. Zum zweiten in einem ganz ähnlichen Biotop, saurer Kiefern-Beerstrauchwald, auf 450 m NN, ebenfalls an Birke, in Thüringen.

<in einem der letzten Boletus-Hefte war ein schöner Beitrag zu dieser Art, von Nüske & Hirsch.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Das wird doch nicht etwa

haseneier, (vor 4727 Tagen) @ Andreas

Hallo Martin,
das ist zu 99,9% Tyromyces kmetii.
Die Art scheint sich deutlich auszubreiten, ich habe sie in den letzten 5-6
Jahren vielleicht 5 Mal gefunden inzwischen. Dieses Jahr einmal im
Schwarzwald auf 800 Metern Höhe etwa in einem sauren Mischwald, auf Birke.
Zum zweiten in einem ganz ähnlichen Biotop, saurer
Kiefern-Beerstrauchwald, auf 450 m NN, ebenfalls an Birke, in Thüringen.

Danke Andreas

*freu* soll sich meinetwegen ausbreiten, stand hier an einem überdurchschnittlich warmen Fleck, Grund genug feiern zu gehen ist das für mich dennoch

lg
Martin

Hier noch ein Bild, wie es in der Umgebung der Fundstelle aussieht, paßt gut zu Deinen Beobachtungen. Ich werd gelegentlich noch mal nachschauen, ob es nicht doch eine Birke war.

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Re: Das wird doch nicht etwa

Gabriele, (vor 4727 Tagen) @ haseneier

Hallo Ihr,
wir hatten hier in südöstlichen Nürnberger Reichswald letztes Jahr erstmals und heuer wieder auch einen an liegender Birke zwischen Heidelbeeren am Wegrand im sauren Kieferwald, auch etwa 400müNN, wenn ich mich richtig erinnre.
Gruß
Gabriele

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Re: Das wird doch nicht etwa

Ulysses, (vor 4727 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas und Martin,

Die Art scheint sich deutlich auszubreiten,

Bei T. kmetii könnte ich die Ausbreitungstendenz nicht bestätigen, aber in meiner Gegend hier sind Oligoporus guttulatus, O. ptychogaster (die HFF), Abortiporus biennis und eine Reihe anderer Holzpilze ganz deutlich auf dem Vormarsch...

Schöne Grüße,
Josef

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Re: Das wird doch nicht etwa

Doris, (vor 4726 Tagen) @ haseneier

Hallo,
ich beobachte jetzt in der 2. Saison einen Saftporling, den ich anfangs auch für tyromyces kmetii gehalten habe. Die "Fachleute" vom Stuttgarter Pilzverein haben sich auch bemüht einen Nachweis zu liefern, leider konnten wir letztes Jahr keine Sporen gewinnen. Jetzt hab ich neue Bilder gemacht, die zeigen, wie der Pilz bei fortschreiten des Alters von weiß ins gelb übergeht. Könnte es sich beim gelb um einen Parasit handeln?
Ich hoffe, daß wir dieses Jahr brauchbare Sporen bekommen.
Das Holz ist übrigens Wildkirsche.
Insgesamt 3 Bilder der unterschiedlichen Stadien.
Grüße Doris

Andreas, Grüße aus Deinem alten Revier Glemstal, Fund nahe Katzenbacher Hof.

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Saftporling 2

Doris, (vor 4726 Tagen) @ Doris

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Re: Saftporling 3

Doris, (vor 4726 Tagen) @ Doris

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Re: Saftporling 3

Gabriele, (vor 4726 Tagen) @ Doris

Hallo Doris,
hast Du/habt Ihr mal einen Tropfen KOH auf den Pilz gegeben?
Wenn ja, mit welchenm Ergebnis?
Gruß
Gabriele

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Re: Saftporling 3

Doris, (vor 4726 Tagen) @ Gabriele

Hallo Doris,
hast Du/habt Ihr mal einen Tropfen KOH auf den Pilz gegeben?
Wenn ja, mit welchenm Ergebnis?
Gruß
Gabriele

Ja Gabriele, das haben wir. Hat sich rot verfärbt aber es ist eben nicht gesichert, ob der mögliche Parasit oder der Saftporling sich verfärbt hat.
Aber wir werden demnächst neue Untersuchungen vornehmen, bin gespannt.
Grüße Doris

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Tyromyces kmetii bestätigt

haseneier, (vor 4707 Tagen) @ haseneier

Über 3 Wochen mußte der Ärmste in der Kälte (und zwischenzeitlich auch Wärme, vor der Haustür ausharren, eingeschlossen in ein Schraubglas, bis endlich wieder ein Fäßchen KOH nach Passau gelangte.
Eigentlich hatte ich gar keine Hoffnung mehr, daß die Probe bei dem ehem. Saft- und jetzigen Weichporling noch Wirkung hätte, doch - oh Wunder - zumindest einige noch halbwegs erhaltene Partien verfärbten sich unzweifelhaft violett.
Andreas, Du hattest wieder einmal recht!
In unserer Gegend ist es wohl schon der zweite Fund, also in der Tat zunehmende Ausbreitungstendenz ;=)

lg
Martin