Pilze Pilze Forum
Erweitert
Suchen nach

Aktueller Naehrstoffmangel ?

MUFTI, (vor 9901 Tagen)

Hallo,

Ueblicherweise schiebt man es jetzt gerade
aufs Wetter, dass es keine Pilze gibt.

Ein aktueller Fund laesst mich allerdings
daran zweifeln, und ich denke, dass der Grund
fuer die Flaute vielleicht Naehrstoffmangel ist:

Mit Ausnahme von Holzpilzen habe ich in den
letzten Wochen ueberhaupt keine Pilze in "meinem"
Wald gesehen, nicht mal irgendwelche ungeniessbaren
Arten.
Heute habe ich allerdings eine Champignonfamilie
getroffen, und zwar mitten auf einem Reitweg.

Das laesst den moeglichen Schluss zu, dass die
meisten Pilze wegen zuwenig Naehrstoffen gerade
keine Fruchtkoerper ausbilden.
Die Champignonfamilie auf dem Reitweg hat sich
dagegen ueber die Hinterlassenschaft eines
Pferdes hergemacht und hat deswegen die Probleme
nicht.

Was denkt ihr ?

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Aktueller Naehrstoffmangel ?

Werner Funk, (vor 9901 Tagen) @ MUFTI

Hallo,
Ueblicherweise schiebt man es jetzt gerade
aufs Wetter, dass es keine Pilze gibt.
Ein aktueller Fund laesst mich allerdings
daran zweifeln, und ich denke, dass der Grund
fuer die Flaute vielleicht Naehrstoffmangel ist:
Mit Ausnahme von Holzpilzen habe ich in den
letzten Wochen ueberhaupt keine Pilze in "meinem"
Wald gesehen, nicht mal irgendwelche ungeniessbaren
Arten.
Heute habe ich allerdings eine Champignonfamilie
getroffen, und zwar mitten auf einem Reitweg.
Das laesst den moeglichen Schluss zu, dass die
meisten Pilze wegen zuwenig Naehrstoffen gerade
keine Fruchtkoerper ausbilden.
Die Champignonfamilie auf dem Reitweg hat sich
dagegen ueber die Hinterlassenschaft eines
Pferdes hergemacht und hat deswegen die Probleme
nicht.
Was denkt ihr ?

Hallo MUFTI,
ich teile Deine Meinung nicht ganz:
was ist mit den sog.Mykorrhiza-Pilzen,denen
die Nahrung nie ausgeht,es sei denn,unsere Wälder
sind mausetot.Auch andere Substratpilze wie der
Heudüngerling bleiben heuer aus.
Dein Champingnon war vielleicht eine Ausnahme?
Ciao
Werner

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Aktueller Naehrstoffmangel ?

Mohammed, (vor 9901 Tagen) @ MUFTI

Hallo,
Ueblicherweise schiebt man es jetzt gerade
aufs Wetter, dass es keine Pilze gibt.
Ein aktueller Fund laesst mich allerdings
daran zweifeln, und ich denke, dass der Grund
fuer die Flaute vielleicht Naehrstoffmangel ist:
Mit Ausnahme von Holzpilzen habe ich in den
letzten Wochen ueberhaupt keine Pilze in "meinem"
Wald gesehen, nicht mal irgendwelche ungeniessbaren
Arten.
Heute habe ich allerdings eine Champignonfamilie
getroffen, und zwar mitten auf einem Reitweg.
Das laesst den moeglichen Schluss zu, dass die
meisten Pilze wegen zuwenig Naehrstoffen gerade
keine Fruchtkoerper ausbilden.
Die Champignonfamilie auf dem Reitweg hat sich
dagegen ueber die Hinterlassenschaft eines
Pferdes hergemacht und hat deswegen die Probleme
nicht.
Was denkt ihr ?

Akteller Nährstoffmangel ? wo soll der herkommen?
Habe gestern massenhaft Champignons auf mehreren Weiden gefunden. Ich glaube,daß es vielmehr eine spezifische Veranlagung der Gattungen giebt im Umgang mit Wasser. Der Champignong wächst schnell und spor`t schnell aus und ist deshalb nicht auf große Wasserreserven angewiesen.
Darüberhinnaus muß man wohl auch das unterschiedliche Speichervermögen der verschschiedenen Böden in Betracht ziehen.

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Aktueller Naehrstoffmangel ?

MUFTI, (vor 9898 Tagen) @ Werner Funk

was ist mit den sog.Mykorrhiza-Pilzen,denen
die Nahrung nie ausgeht,es sei denn,unsere Wälder
sind mausetot.

Eigentlich ein sehr ueberzeugendes Argument.

Aber ist es wirklich so, dass sich diese Pilze
sich ausschliesslich ueber ihren Partner ernaehren ?
Futtern die nicht auch noch was nebenher ?

Falls sie sich ausschliesslich ueber die Baeume
ernaehren, wie funktioniert das eigentlich
biologisch ? In einer Partnerschaft gibts ja
immer ein Geben und ein Nehmen. Was liefern diese
Pilze eigentlich dem Baum ? Oder sind diese Pilze
ganz einfach Schmarotzer, gegen die sich
Baeume per Evoulution auf lange Sicht wehren
werden ?

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Bäume, Pilze und Orchideen

Boris, (vor 9898 Tagen) @ MUFTI

was ist mit den sog.Mykorrhiza-Pilzen,denen
die Nahrung nie ausgeht,es sei denn,unsere Wälder
sind mausetot.

Eigentlich ein sehr ueberzeugendes Argument.
Aber ist es wirklich so, dass sich diese Pilze
sich ausschliesslich ueber ihren Partner ernaehren ?
Futtern die nicht auch noch was nebenher ?
Falls sie sich ausschliesslich ueber die Baeume
ernaehren, wie funktioniert das eigentlich
biologisch ? In einer Partnerschaft gibts ja
immer ein Geben und ein Nehmen. Was liefern diese
Pilze eigentlich dem Baum ? Oder sind diese Pilze
ganz einfach Schmarotzer, gegen die sich
Baeume per Evoulution auf lange Sicht wehren
werden ?

Wenn ich das richtig interpretiere liefern die Pilze den Bäumen zusätzliche Mineralsalze und Wasser. Der Baum mag also u.U. einen Vorteil von seinem "erweiterten" Wurzelsystem haben. Wie gross dieses sein kann zeigt ja das bekannte Beispiel vom Hallimasch. Orchideen, insbesondere Jungpflanzen und blattgrünlose Arten, parasitieren mitunter auf dieser Lebensgemeinschaft indem sie Pilzhyphen anlocken und verdauen ohne dafuer eine Gegenleistung zu bringen. Bei grünen Orchideen wiederum mag es sich um eine echte Symbiose handeln. In Australien gibt es eine Orchidee die den Hallimasch als Symbiosepartner hat, meist leben diese Pflanzen mit niederen Pilzen zusammen.

Der Hallimasch ist auch ein gutes Beispiel fuer einen potentiellen Schmarotzer. Bei gesunden Bäumen müssen selbst aggressive Arten sich damit begnügen die Aussenseite der Wurzeln zu umkleiden und dort zwischen die Zellen zu wachsen (ektotrophe Mykorrhiza, im Gegensatz zur endotrophen Orchideen-Mykorrhiza, bei der die Hyphen effektiv ins Zellinnere gelockt und dort verdaut werden)

Wenn sich ein Pilz wie der Hallimasch jedoch stark vermehrt kann er durch seine Stoffwechselprodukte den Baum schädigen und die freiwerdenden Nährstoffe tragen zu einem explosiven Wachstum bei; der "Schmarotzer" gewinnt die Oberhand und kann selbst nach dem Absterben des Wirts weiter saprophytisch Leichenfledderei betreiben. Bei den Orchideen die den Parasitismus von der anderen Seite her betreiben liegt die Sache ähnlich, gewinnt der Pilz die Oberhand vernichtet er die Orchidee.

Ist fast wie im richtigen Leben, alles ist ein ständiges Geben und Nehmen bei dem man darauf achten muss, nicht einseitig zu stark ausgenutzt zu werden. :)

Cheers, Boris