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Gestern im Wald

UmUlmHerum, (vor 2967 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern waren wir in einem feuchten Wald am Hochsträß (UmUlmHerum) mit hauptsächlich Buchen, eingestreuten Eschen, Birken, Eichen... Der Untergrund ist hier mit Lösslehm bedeckt, und es gibt trotz "Berg" oberflächennahes Wasser. Am Freitag brachte ein Gewitterschauer 8 Liter/qm, allerdings lokal sehr begrenzt. Heute hatte es allerdings schon wieder 28°C...
Trotz dieser bevorzugten Lage war der Wald aber weitgehend pilzfrei, dennoch es gab doch ein paar schöne Funde:

Auf einem bislang unidentifizierten, liegenden(!) Baumstamm (Weide, Pappel, Espe? Meinungen willkommen) fand sich dieser große und ganz frische Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) – Pilzfotografen am Werk:
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Am Rande eines matschigen Tümpels, der zur Trockenlegung der Forststraße dient, standen einige Tränenden Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda), beim Kleinen sieht man die milchigen Tropfen:
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Mein Highlight waren aber diese Glattstieligen Hexen (Boletus queletii), ein persönlicher Erstfund, vermutlich auch für den gesamten Hochsträß:
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Also: nicht unterkriegen lassen, irgendwas geht immer ;-)

Viele Grüße – Rika

Re: Gestern im Wald

Krötenhocker, (vor 2966 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

nicht weit weg im Sauerland ist es so verdorrt, dass sogar die Bachbetten trocken liegen. Unser WE-Trip dorthin war deshalb leider pilzfrei.
Umso mehr freue ich mich für dich (euch) über quelettii. Schöner Fund.

LG, Jens

Re: Gestern im Wald

UmUlmHerum, (vor 2966 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Rika,
nicht weit weg im Sauerland ist es so verdorrt, dass sogar die Bachbetten
trocken liegen. Unser WE-Trip dorthin war deshalb leider pilzfrei.
Umso mehr freue ich mich für dich (euch) über quelettii. Schöner Fund.
LG, Jens

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Hallo Jens,

danke für Deine Beifreude – ich war vom Glattstieligen auch sehr begeistert!
Aber glaube nicht, es sei hier nicht auch trocken – außerhalb dieser Quellgebiete, das sind oft nur wenige Meter Abstand, kannst Du die Hand in den Waldboden stecken, so groß sind die Risse in der Erde. Heute war Rebecca (Snowwhite) zu Besuch, wir waren in einem anderen Quellhang (Kalk, mit Tuffbildung) hier am Hochsträß: ganz wenig Pilze trotz nassem Boden, dafür fantastische Funde – davon morgen mehr, wenn ich die Mikros (zumindest teilweise) fertig habe. Und 5 m weiter alles knochentrocken.

Viele Grüße – Rika

Re: Gestern im Wald

Axel Schilling ⌂, (vor 2964 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
von den Hutfarben her würde ich jetzt nicht auf B. queletii kommen, der nach meinen Funden und Informationen doch einen eher rötlichen Hut hat bzw. haben soll. Diese olivliche Hutfärbung ist doch eher typisch für B. luridus / mendax. An der Stielbasis meine ich auch Flockenbildung zu erkennen. Soll denn "Stiel ohne Netz" für die Diagnose B. queletii schon ausreichend sein?
Grüße aus dem pilzleeren Weserbergland

Axel

Re: Gestern im Wald – queletii

UmUlmHerum, (vor 2964 Tagen) @ Axel Schilling

Hallo Rika,
von den Hutfarben her würde ich jetzt nicht auf B. queletii kommen, der nach
meinen Funden und Informationen doch einen eher rötlichen Hut hat bzw.
haben soll. Diese olivliche Hutfärbung ist doch eher typisch für B.
luridus / mendax. An der Stielbasis meine ich auch Flockenbildung zu
erkennen. Soll denn "Stiel ohne Netz" für die Diagnose B.
queletii schon ausreichend sein?
Grüße aus dem pilzleeren Weserbergland
Axel

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Hallo Alex,

anhand welcher Merkmalen würdest Du queletii von luridus unterscheiden?

Allein von den Hutfarben her könnte ich (nach alter Bezeichnung) Boletus luridus, mendax und queletii auch nicht trennen. Moser schreibt zur Hutfarbe von queletii "braun bis oliv oder orangerot, seltener dunkelrot". Also, das würde durchaus passen...

Aber die Stieloberfläche ist m.E. schon ein zuverlässiger Indikator. In GPBW wird so auch geschlüsselt – ohne weitere Fragen. Zusätzlich habe ich die Sporen vermessen und bin mit Q = 2,0...2,3 auf alle Fälle von mendax (2,6...2,8) weit entfernt. Luridus und queletii lassen sich allein über die Sporen- und Basidienmaße nicht unterscheiden.

Hier noch der Link zur maßgeblichen Untersuchung/Festlegung von B. mendax (Alfredo Vizzini et al., in Mycological Progress · April 2013, als pdf frei herunter zu laden):
https://www.researchgate.net/publication/256131932_Boletus_mendax_a_new_species_of_Bole...

Viele Grüße – Rika

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Re: Gestern im Wald – queletii

Axel Schilling ⌂, (vor 2964 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,
ja du hast recht, B.mendax scheidet wegen des anderen Sporenquotienten schon aus. Ich störte mich an der olivlichen Hutfarbe, aber vor wenigen Minuten habe ich die FAN Nr. 7 bekommen und danach kann B. queletii eben auch olivliche Hutfarben haben: "yellow-orange, orange-red to deep red or carmine, often somewhat paler pinkish-red or with ochraceous tinges, sometimes mixed with OLIVE-GREEN".
Also gibt es wohl doch olive Hutfarben und ich muss meinen Horizont erweitern.
Grüße Axel