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Schichtpilz-Frage

UmUlmHerum, (vor 3170 Tagen)

Hallo miteinander!

Bei dieser Witterung hatte ich mir mit Pilzen auf Holz mehr erwartet. Auf den Wiesen im Donautal steht das Wasser, und im Wald darüber vertrocknen die Samtfüße und Austern am Baum. Nur in schattigen Lagen gab es hin und wieder artenreiche Hotspots, so wie hier auf dem Hochsträß dieser Ast- und Jungbaumhaufen.

Hier ein Übersichtsbild, die Pfeile deuten auf das Objekt meiner Begierde:
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Dieser Schichtpilz wächst großflächig resupinat an der Seite und Unterseite dieses Stammes (hat jemand eine Ahnung, was das für ein Holz sein könnte?) und lässt sich leicht ablösen. An der Oberkante sind Hütchen ausgebildet, bis 2 cm vorstehend. Die Oberfläche ist struppig-haarig, leicht gezont, mit heller Zuwachskante. Die Fruchtschicht glatt mit leichten Wellen oder Runzeln, färbt beim Reiben dunkelbraun mit leichtem violetten Ton (von blutrot/weinrot konnte ich nichts sehen). Der gesamte Fruchtköper hat bräunliche Farben mit einem Touch ins Graue.

Besonderes Merkmal Geruch: in der Box entwickelte sich ein richtig starker Geruch, schwer zu bescheiben – chemisch-harzig, ähnlich Zelluloid (die älteren Semester kennen den Geruch, vor allem beim Erhitzen). Ein Bekannter meinte, so würden Starkstromkabel innen riechen, wenn man sie abisoliert.

Wenn ich von Stereum ausgehe und mit GPBW schlüssle, kommt am ehesten Stereum gausapatum raus. Ich bin davon aber nicht so richtig überzeugt. Was meint Ihr dazu?

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Viele Grüße – Rika

Re: Schichtpilz-Frage

Andreas ⌂, (vor 3170 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

könnte das nicht auch Porostereum spadiceum sein? Oder eventuell Laxitextum bicolor? Ich kann die Farben schlecht einordnen, die Studiobilder sehen fast wie Stereum ochraceoflavum aus, aber die Standortfotos nicht.

beste Grüße,
Andreas

Re: Schichtpilz-Frage

UmUlmHerum, (vor 3169 Tagen) @ Andreas

Hallo Rika,
könnte das nicht auch Porostereum spadiceum sein? Oder eventuell Laxitextum
bicolor? Ich kann die Farben schlecht einordnen, die Studiobilder sehen
fast wie Stereum ochraceoflavum aus, aber die Standortfotos nicht.
beste Grüße,
Andreas

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Hallo Andreas,

Porostereum (Lopharia) spadiceum ist ein ganz heisser Tipp – merci! Was ich bisher drüber gelesen habe, passt alles sehr gut. Aber ich muss noch ein bisschen gegenchecken.
Laxitextum bicolor hat lebhaftere Farbe, oben viel mehr rötlich.
Stereum ochraceoflavum hat zwar so einen zotteligen Hut, sollte aber viel kleiner sein.

Vergleiche doch mal die beiden Standortbilder im Großformat: beim zweiten Bild (26.1.28) ist der oberste Hut (leider unscharf) links im Bild auch schon richtig trocken – sieht aus wie auf dem Studiofoto. Und dann fand ich noch dieses Bild vom trockenen Porostereum spadiceum, sieht meinen Hüten verd... ähnlich:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Porostereum_spadiceum_1905,1906.jpg

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Gute Nacht – Rika

Re: Schichtpilz-Frage

Älbler, (vor 3169 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

also für Porostereum ist mir das Hymenium nicht grau genug! Von der Farbe her sieht das eher wie Laxitextum aus. Kannst du das Ding nicht mikroskopieren? Bei Laxitextum erkennst du leicht die Gloeozystiden als lange wurmförmige Schläuche.

Gruß
Christian

Hallo Andreas,
Porostereum (Lopharia) spadiceum ist ein ganz heisser Tipp – merci! Was ich
bisher drüber gelesen habe, passt alles sehr gut. Aber ich muss noch ein
bisschen gegenchecken.
Laxitextum bicolor hat lebhaftere Farbe, oben viel mehr rötlich.
Stereum ochraceoflavum hat zwar so einen zotteligen Hut, sollte aber viel
kleiner sein.
Vergleiche doch mal die beiden Standortbilder im Großformat: beim zweiten
Bild (26.1.28) ist der oberste Hut (leider unscharf) links im Bild auch
schon richtig trocken – sieht aus wie auf dem Studiofoto. Und dann fand
ich noch dieses Bild vom trockenen Porostereum spadiceum, sieht meinen
Hüten verd... ähnlich:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Porostereum_spadiceum_1905,1906.jpg


Gute Nacht – Rika

Re: Schichtpilz-Frage

Andreas ⌂, (vor 3169 Tagen) @ Älbler

Hallo Rika,
also für Porostereum ist mir das Hymenium nicht grau genug! Von der Farbe her
sieht das eher wie Laxitextum aus. Kannst du das Ding nicht
mikroskopieren? Bei Laxitextum erkennst du leicht die Gloeozystiden als
lange wurmförmige Schläuche.
Gruß
Christian

Hallo Christian,

genau, das helle Hymenium stört mich auch, aber ich kann schlecht beurteilen, in wieweit da der Blitz schuld ist. Aber auchgeblitzt sollte Porostereum dukler sein.

beste Grüße,
Andreas

Re: Rußbrauner Schichtpilz

UmUlmHerum, (vor 3168 Tagen) @ Andreas

Hallo Christian & Andreas,

habt vielen Dank für Eure Antworten, die mich auf die richtige Spur + ihre Abgerenzung brachten!
Inzwischen durfte dieser Pilz unters Mikro. Beim Einweichen wurde noch einmal dieser gewaltige Farbunterschied zwischen trocken und nass sichtbar: trocken oben wie unten helles Graubraun, nass das Tomentum fast schwarz, das Hymenium dunkles Graubraun.

Hier ein paar Mikro-Bilder, die den Schichtpilz als Porostereum spadiceum festmachen sollten, auch wenn ich leider keine Sporen finden konnte. Der markante Geruch und die struppige Oberseite passen da auch perfekt dazu.

Einverstanden?

Viele Grüße – Rika

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Re: Schichtpilz-Frage

Ulysses, (vor 3168 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

der Pilz ist ja nun bereits geklärt... zum Substrat: das sollte Birke sein (bei weitem nicht alle Exemplare haben von Anfang an das "weiße Papier"). Wenn die rötlichen Farbanteile auf den Bildern falsch sind, käme auch noch Erle in Betracht.

BG
Josef

Re: Schichtpilz-Frage

UmUlmHerum, (vor 3168 Tagen) @ Ulysses

Hallo Rika,
der Pilz ist ja nun bereits geklärt... zum Substrat: das sollte Birke sein
(bei weitem nicht alle Exemplare haben von Anfang an das "weiße
Papier"). Wenn die rötlichen Farbanteile auf den Bildern falsch sind,
käme auch noch Erle in Betracht.
BG
Josef

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Hallo Josef,

das Rötliche ist echt und war auch auffallend, vor allem nass. Vom Wald her kann alles mögliche in Betracht kommen, in erster Linie Buche, Hainbuche, Traubenkirsche, Eiche, Esche, Faulbaum und auch Birke. Die Begleitpilze (siehe 1. Foto): ganz viel Birkenblättling, Winterporling, Buckel- und Striegelige Tramete, Ascocoryne spec., Warziger Drüsling. Der "Stamm" (oder dicke Ast?) hat ca. Ø 15 cm.

Gibt es eine einfache Methode zur Absicherung?

Danke & viele Grüße – Rika

Re: Schichtpilz-Frage

Ulysses, (vor 3167 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

wunderbar, ein richtig bunter Mischwald also :-)

Du könntest an dem Stämmchen mal einen Längsschnitt durch die Runde machen und versuchen, ob Du quer Rindenstreifen abziehen kannst. Oft geht das auch bei Birken, die noch nicht die weiße Papierrinde haben.

Da die Rinde sehr große Lentizellen (Korkwarzen) hat, kommt m.E. aber nur ein Birkengewächs in Frage.

Eine bessere Absicherung ginge über Knospen und/oder Holzanatomie.

LG
Josef

Re: Schichtpilz-Frage

UmUlmHerum, (vor 3165 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef,

hab´ Dank für Deine Tipps + Einschätzung!
Wie ich feststellen musste, habe ich gerade einfach keine Zeit, um dort nochmal hinzugehen (kommt aber in den nächsten 7 Tagen irgendwann). Ich habe mir die Fotos nochmals wg. der Begleitpilze angeschaut – es wachsen mittelgroße, runde Kohlenbeeren direkt oberhalb des Schichtpilzes, vermutlich alte Hypoxylon fragiforme, siehe Bildausschnitt. Die kommen hauptsächlich auf Buche vor. Gibt es sie auch an Birke?

Viele Grüße – Rika

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Hallo Rika,
wunderbar, ein richtig bunter Mischwald also :-)
Du könntest an dem Stämmchen mal einen Längsschnitt durch die Runde machen
und versuchen, ob Du quer Rindenstreifen abziehen kannst. Oft geht das
auch bei Birken, die noch nicht die weiße Papierrinde haben.
Da die Rinde sehr große Lentizellen (Korkwarzen) hat, kommt m.E. aber nur ein
Birkengewächs in Frage.
Eine bessere Absicherung ginge über Knospen und/oder Holzanatomie.
LG
Josef

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Re: Rußbrauner Schichtpilz – Substrat

UmUlmHerum, (vor 3153 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Josef,

am Samstag war ich endlich wieder dort: es ist schon Buche (u.a. läßt sich die Rinde nicht quer abziehen).

Viele Grüße – Rika