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Frage zu Scheibling auf Erde

UmUlmHerum, (vor 3849 Tagen)

Hallo miteinander!

Gestern war ich zur FiZaRü-Ernte in einem Fichtenforst unterwegs. In drei verschiedenen Rückegassen fanden sich aus Erde bzw. Moos wachsend über 50 Exemplare dieses Ascomyceten. Wären sie auf morschem Fichtenholz, dann hätte ich keine Frage... aber auch bei denen, die ich mit dem Messer 2cm tief aus dem Boden geschnitten habe, ließ sich kein Holz finden!??

Unterm Mikro sehen die Paraphysen und die Hyphen der Trama durchaus wie Gyromitra ancilis aus – die Schläuche entwickeln sich gerade erst.

Kennt Ihr den Größten Scheibling auf Erde??

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Viele Grüße – Rika

P.S.: Ansonsten war pilzmäßig nicht viel los – die FiZa-Helmlinge vertrocknen gerade, dann noch ein paar Schwefelköpfe, die letzten Winter-Schnitzlinge, gelegentlich ein gammeliger Trichterling der fragrans-Gruppe – das war´s, abgesehen von ordentlich vielen FiZa-Rüblingen = 2 Mahlzeiten.

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

interhias ⌂, (vor 3847 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

so was ähnliches haben wir am Wochenende auch auf Erde gefunden - auch komplett unreif, ohne Sporen wird man da nicht viel machen können, fürchte ich.

Grüße
Hias

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

UmUlmHerum, (vor 3847 Tagen) @ interhias

Hallo Rika,
so was ähnliches haben wir am Wochenende auch auf Erde gefunden - auch
komplett unreif, ohne Sporen wird man da nicht viel machen können, fürchte
ich.
Grüße
Hias

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Hallo Hias,

schön, dass wenigstens Du antwortest! Wie wenn die anderen 250 Leser noch nie den Größten Scheibling gefunden hätten ;-)

Aus Deiner Antwort entnehme ich, dass auch Du gewisse Zweifel an Deinem Fund hast. Wirst Du dort bei Reife wieder hinkommen und nachschauen?

Naja, es gibt Beschreibungen, wonach Gyromitra/Discina ancilis/perlata schon auf Erde wachsen darf – deswegen hätte ich gerne gewusst, ob man sie dort wirklich öfter findet ... nachdem meine früheren Funde ausnahmslos auf morscher Fichte waren. Im zweiten Band von “Handbuch für Pilzfreunde” von Edmund Michael / Bruno Hennig (1960) steht unter Nr. “230. Schildförmiger Scheiben-Becherling – Eßbar - Discina ancilis PERS. ex FR.” zum Vorkommen: “April – Mai an sonnigen Stellen auf feuchtem Erdboden, besonders an Nadelholzstümpfen; gesellig. Häufig im Fichtenwald der Gebirge, bei Berlin auch an Kiefernstümpfen.
Der Riese unter den Becherlingen. Wert: Guter Speisepilz
”

Über den Speisewert würden mich aktuelle Erkenntnisse interessieren – weiß jemand, ob sie nun Gyromitrin in relevanter Menge enthalten oder nicht?

Spätestens im Mai werden die Dinger schon reif werden, dann sehen wir weiter. Meine Standorte sind zum Glück recht zügig zu erreichen... ich werde sie im Auge behalten, schon allein deswegen, weil sich in unmittelbarer Nachbarschaft gelegentlich Speise- und Flatschmorchel finden lassen :-)

Viele Grüße – Rika

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

Stephan Weißer, (vor 3847 Tagen) @ UmUlmHerum

Unterm Mikro sehen die Paraphysen und die Hyphen der Trama durchaus wie
Gyromitra ancilis aus – die Schläuche entwickeln sich gerade erst.
Kennt Ihr den Größten Scheibling auf Erde??

Hallo Rika,
rein makroskopisch ist er das, aus meiner Sicht. Wo er überall wachsen darf, weiß ich nicht, aber ich meine ihn auch schon an einem Wegesrand im Gras gefunden zu haben. Im GERHARDT (BLV-Verlag) steht ausdrücklich, dass er auf dem Boden vorkommen kann.
Am besten ist es natürlich, wenn du Sporen hast, dann ist die Bestimmung ja kinderleicht. Also in einer Woche nochmal an die Stelle "gsaut".
LG
Stephan

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

interhias ⌂, (vor 3847 Tagen) @ UmUlmHerum

Servus Rika,

ich hab die Becherlinge nicht selbst gefunden, war nur dabei und habe eben mitbekommen, dass sie nicht reif waren. Ascomyceten sind eh nicht so ganz meine Baustelle;-)

Grüße
Hias

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

UmUlmHerum, (vor 3846 Tagen) @ Stephan Weißer

Hi Stephan,

klar werde ich da wieder "naa saua", nur wird es bis zur Reife erfahrungsgemäß deutlich länger als eine Woche dauern)*. Ich hatte schon verschiedentlich gelesen, dass der auch auf Erde wachsen "darf", nur hatte ich ihn bislang immer nur auf ziemlich toter Fichte gesehen.

Deswegen hat mich – anlässlich dieser Massenfunde auf Erde – interessiert, wie Eure Erfahrungen diesbezüglich sind. Papier ist bekanntlich geduldig... und Einer schreibt vom Anderen ab... usw. Außer Hias gab es leider noch(?) keine Rückmeldungen.

)* Die Fortpflanzungsstrategie der Discomyceten ist mir ein Rätsel: was macht es für einen Sinn, mit der Sporenbildung wochenlang zu warten? Bis dahin sind doch mind. die Hälfte der Frk. schon von Schnecken und anderem, wurmartigen Kleinzeugs gefressen worden. Wie seht Ihr das?

Viele Grüße – Rika

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Hallo Rika,
rein makroskopisch ist er das, aus meiner Sicht. Wo er überall wachsen darf,
weiß ich nicht, aber ich meine ihn auch schon an einem Wegesrand im Gras
gefunden zu haben. Im GERHARDT (BLV-Verlag) steht ausdrücklich, dass er
auf dem Boden vorkommen kann.
Am besten ist es natürlich, wenn du Sporen hast, dann ist die Bestimmung ja
kinderleicht. Also in einer Woche nochmal an die Stelle "gsaut".
LG
Stephan

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

Gábor, (vor 3846 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

diese hier wurden mir mal im Fichtenwald auf dem Erdboden gezeigt:
http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/parchive2010.pl?noframes;read=180760
Dennoch kann es eine Verbindung zu den Fichten gegeben haben.

Auch sollte man insbesodere braune Becherlinge nicht so leicht als makroskopisch bestimmt abtun ohne Mikroskopie, da es davon auch noch jede Menge weitere gibt.

LG, Gábor

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

Ingo, (vor 3846 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

das ist für mich schon ziemlich eindeutig Gyromitra ancilis. Gut zu erkennen
auch die Stiele der Scheibenlorcheln. Wenn du das nächste mal an der Stelle bist
wirst du sehen, dass die Flachmänner direkt auf den im Boden verlaufenden Wurzeln
fruktizieren. Zu dieser Jahreszeit gibt es nicht viel Vergleichbares an
Nadelhölzern, was so ausschaut. Der Geruch ist übrigens vergleichbar mit
dem von Frühjahrslorcheln und auch Spitzmorcheln.

Bei uns (Brandenburg/Müllrose) wachsen die, mangels Fichten, auf Kiefernholz.
Über den Gyromitringehalt dieser Art kann ich nichts sagen. Es sollte aber
aktuellere Forschungsergebnisse dazu geben. Ab und an hatte ich mal einige
saubere Exemplare mit ins Morchelgericht getan, ohne dass es nachteilige
Auswirkungen hatte. Unter dem Strich lohnen sie aber nicht, da sie sehr bröselig
und zumeist auch ziemlich verschmutzt sind.

Grüßlis Ingo

Re: Scheibling auf Erde - Vergleichsbilder

UmUlmHerum, (vor 3845 Tagen) @ Gábor

Hallo Rika,
diese hier wurden mir mal im Fichtenwald auf dem Erdboden gezeigt:
http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/parchive2010.pl?noframes;read=180760
Dennoch kann es eine Verbindung zu den Fichten gegeben haben.
Auch sollte man insbesodere braune Becherlinge nicht so leicht als
makroskopisch bestimmt abtun ohne Mikroskopie, da es davon auch noch jede
Menge weitere gibt.
LG, Gábor

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Hallo Gabór,

dass diese Becherlinge irgendwas mit Fichten zu tun haben, denke ich auch. Ob es wirklich Gyromitra ancilis ist, da bin ich mir derzeit noch nicht sicher. Vor allem bei den Frk. aus der ersten Rückegasse (erstes Foto im Eingangsbeitrag) habe ich Zweifel: sie sind so dünnfleischig, sollten m.E. außen heller sein und mehr "Rand" haben – zumindest wenn ich sie mit den Hunderten von anderen (sicheren) G.a.-Funden aus den letzten Jahren + direkt auf Fichte vergleiche. Hierzu noch mal ein paar Fotos:

Bild A:
Drei Frk. vom aktuellen Fund, der Erste und Zweite sind von der ersten Rückegasse, der Dritte vom 4. Standort (ca. 100m entfernte Rückegasse) – ich finde, der Dritte sieht am ehesten Nach G.a. aus.
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Die hier sind von früheren Funden:
Bild B:
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Bild C:
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Bild D:
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Ich werde die schon noch mikroskopieren ... sobald sie reif sind ... und hier berichten.

Viele Grüße – Rika

Re: Frage zu Scheibling auf Erde

UmUlmHerum, (vor 3845 Tagen) @ Ingo

Hallo Rika,
das ist für mich schon ziemlich eindeutig Gyromitra ancilis. Gut zu erkennen
auch die Stiele der Scheibenlorcheln. Wenn du das nächste mal an der Stelle
bist wirst du sehen, dass die Flachmänner direkt auf den im Boden verlaufenden
Wurzeln fruktizieren. Zu dieser Jahreszeit gibt es nicht viel Vergleichbares an
Nadelhölzern, was so ausschaut. Der Geruch ist übrigens vergleichbar mit
dem von Frühjahrslorcheln und auch Spitzmorcheln.
Bei uns (Brandenburg/Müllrose) wachsen die, mangels Fichten, auf Kiefernholz.
Über den Gyromitringehalt dieser Art kann ich nichts sagen. Es sollte aber
aktuellere Forschungsergebnisse dazu geben. Ab und an hatte ich mal einige
saubere Exemplare mit ins Morchelgericht getan, ohne dass es nachteilige
Auswirkungen hatte. Unter dem Strich lohnen sie aber nicht, da sie sehr
bröselig und zumeist auch ziemlich verschmutzt sind.
Grüßlis Ingo

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Hallo Ingo,

merci für Deine Antwort!

Der Größte Scheibling fruktifiziert nur auf annähernd final-morschen Nadelholz, lebende Wurzeln rührt er allerdings nicht an. Ich hatte ja mit dem Messer ein wenig in die Tiefe gebohrt, da war nix. Natürlich können in solchen Rückegassen (noch dazu im Fichtenforst) durchaus morsche Holzreste im Boden sein, falls Du das gemeint hast, keine Frage. Nur kenne ich G.a. eben bisher nur direkt auf Holz oder zumindest unmittelbar neben größeren Stücken, siehe auch die Bilder in meiner Antwort an Gábor. Im Frühjahr hatte ich auch schon zwei verschiedene Pezizas in einer Fichtenforst-Rückegasse bzw. am Rande einer entspr. Forststraße. Überhaupt ist das spätere Frühjahr die Hauptsaison für viele Becherlinge, Lorcheln, Morcheln...

Was Du über´s Essen schreibst, verwundert mich ein wenig: die sind doch immer blitzesauber! Schmutzig sind meistens die Morchelbecher/Flatschmorcheln – vielleicht hast Du das im Eifer des Gefechts verwechselt? Und da gäbe es ja einen ausgeprägten "Schwimmbad"-Geruch. während ich bei meinem aktuellen Fund keinerlei Geruch wahrnehmen kann.

Na, wir werden weitersehen, wenn die Dinger reife Sporen haben...

Viele Grüße – Rika

Re: Scheibling auf Erde – Gyromitra ancilis

UmUlmHerum, (vor 3825 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!
Gestern war ich zur FiZaRü-Ernte in einem Fichtenforst unterwegs. In drei
verschiedenen Rückegassen fanden sich aus Erde bzw. Moos wachsend über 50
Exemplare dieses Ascomyceten. Wären sie auf morschem Fichtenholz, dann
hätte ich keine Frage... aber auch bei denen, die ich mit dem Messer 2cm
tief aus dem Boden geschnitten habe, ließ sich kein Holz finden!??
Unterm Mikro sehen die Paraphysen und die Hyphen der Trama durchaus wie
Gyromitra ancilis aus – die Schläuche entwickeln sich gerade erst.
Kennt Ihr den Größten Scheibling auf Erde??
Viele Grüße – Rika

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Hallo miteinander!

Die Guten sind inzwischen reif geworden: der Größte Scheibling/Scheibenlorchel – Gyromitra ancilis/ Discina perlata oder wie immer Ihr sie nennen wollt, hat sich bestätigt.

Nachwievor finde ich es recht ungewöhnlich, dass sie in diesem Fichtenforst nur auf dem Boden bzw. Moos gewachsen sind. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dort größere Fichtenholzstücke vergraben sein könnten. Bei unserem letzten Pilz-Stammtisch hatte ich ebenfalls nachgefragt, ob jemand diese Scheibenlorchel schon auf der nackten Erde gefunden hat: mal direkt neben dem morschen Fichtenholz ja, aber so ganz ohne übliches Substrat auch noch nicht.

Die Schläuche sind zwar noch nicht ganz reif, aber die charakteristischen, spitzen "Anhängsel" an den Sporen schon deutlich ausgebildet:

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Viele Grüße – Rika