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Fälbling aus den Alpen

interhias ⌂, (vor 3869 Tagen)

Servus zusammen,

in einem alten Fichtenbestand auf 1250 Metern in den Alpen habe ich im Juli letzten Jahres ein paar Fälblinge gefunden, die ich nicht so recht einordnen kann. Die Pilze wuchsen direkt an einem Bach unter einem dichten Pestwurzdach.

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Cheilozystiden:
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Sporen, Maße: 12,4 x 6,6 (11-13,3 x 6,2-7,3), Q=1,86
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Und nur wenig Meter entfernt eine höchstwahrscheinlich konspezifische Kollektion mit allerding etwas kürzeren Sporen:
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Die vor allem bei der 2. Aufsammlung sehr ausgeprägten dunklen Hutfarben passen am besten zu H. nigellum. Die Bestimmungsalternative wäre H. monticola, die mikroskopisch sehr ähnlich zu sein scheint. Es wäre nicht weiter erstaunlich, wenn boreal verbreitete Arten auch auf über 1000 m in den Alpen wachsen. Nach Vesterholt (FNE3) wachsen diese Arten normalerweise bei Laubbäumen. Das bei Fichte häufige H. mesophaeum kann hier wohl aufgrund der Sporenform und –größe ausgeschlossen werden.

Vielleicht hat jemand in der Runde ähnliche Funde gemacht?

Hier noch eine Beschreibung zur 1. Aufsammlung:
Funddaten: 26.07.2015; MTB 8431-1-3-2, 1250 m; D – By – Füssen, Buching, Kenzenhaus; Kenzenmoos; am Kenzenbach südlich der Bergwachthütte; direkt am Bauchufer unter hoher Krautschicht (Pestwurz); im reinen, alten Fichtenbestand, auf sandig-kiesigem Boden; zwei Fk;

Hut: bis 1,5 cm breit, schwach klebrig, typisch zweifarbig; Hutrand jung durch Cortina mit dem Hut verbunden;
Stiel: bis 4,5 x 0,2 cm, basal gleichdick; cremebeige, oben beschürfelt, sonst längsfaserig; mit deutlicher Velumabrisszone, Velum aber unauffällig, als feinfilziger bis faseriger, bisw. schwach gelblich verfärbter Überzug;
Lamellen: schwach ausgebuchtet und breit angewachsen, normal gedrängt, ockerbraun; Schneiden grob weißflockig;
Fleisch: sehr unterschiedlich creme, beige,hellbraun, in der Stielbasis dunkelbraun;
Geruch: rafanoid;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
Cheilozystiden: überwiegend lageniform mit mehr oder weniger stark ausgeprägtem Bauch, bisw. auch zylindrisch und sehr schlank, ca. 31-61 x 5-12;
Basidien: 4-sporig, mit Schnallen;
Sporen: amygdaloid, fein warzig, im Umriss rau, schwach dextrinoid, ockergelb in KOH, O2-3, P0, D1, Maße: 12,4 x 6,6 (11-13,3 x 6,2-7,3), Q=1,86 (1,74-2,05), 20 Sp. gemessen;

Und ein Link zu beiden vollständigen Dokus.

Beste Grüße
Hias

Re: Fälbling aus den Alpen

Andreas ⌂, (vor 3869 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

in einem alten Fichtenbestand auf 1250 Metern in den Alpen habe ich im Juli
letzten Jahres ein paar Fälblinge gefunden, die ich nicht so recht
einordnen kann. Die Pilze wuchsen direkt an einem Bach unter einem dichten
Pestwurzdach.

bist Du ganz sicher, dass da nirgendwo eine Weide war? Auch kein junger Trieb?

Die vor allem bei der 2. Aufsammlung sehr ausgeprägten dunklen Hutfarben
passen am besten zu H. nigellum. Die Bestimmungsalternative wäre H.
monticola, die mikroskopisch sehr ähnlich zu sein scheint. Es wäre nicht
weiter erstaunlich, wenn boreal verbreitete Arten auch auf über 1000 m in
den Alpen wachsen. Nach Vesterholt (FNE3) wachsen diese Arten
normalerweise bei Laubbäumen.

Ich habe beim anschauen der Bild sofort an H. nigellum gedacht. Die Art kenne ich recht gut aus Skandinavien, aber sie kommt auch in Deutschland nicht so sehr selten vor. Im Feldberggebiet habe ich sie schon gefunden und bei der BFA-Tagung in Belgern auch in Brandenburg. Immer im nassen Weidengebüsch.
H. monticola ist mir letztes Jahr erstmals begegnet, durch Zufall, denn ich hatte den Pilz "sicher" als H. mesophaeum angesehen. Wäre nicht einem Kursteilnehmer langweilig gewesen und er hätte mikroskopiert, dann wäfre der Fund weiterhin als mesophaeum gelaufen. Dieser Fund stammt aus einem Fichten-Kiefernwald auf Kalk, allerdings an einer sauren Stelle. Lustigerweise wuchsen die Fruchtkörper direkt zwischen den Überresten (Knochen) eines jungen Wildschweins ....

Jedenfalls ist H. monticola farblich nicht von H. mesophaeum verschieden, während deine Bilder ganz typische H. nigellum zeigen. Auch das Biotop ist ganz tyüisch, jetzt musst Du nur noch die Weide dazu finden ;-)

Das bei Fichte häufige H. mesophaeum kann hier wohl ausgeschlossen werden

definitiv! Schon alleine die Sporenform und -größe sind da eindeutig.

beste Grüße,
Andreas

Hebeloma nigellum

interhias ⌂, (vor 3869 Tagen) @ Andreas

Jedenfalls ist H. monticola farblich nicht von H. mesophaeum verschieden,
während deine Bilder ganz typische H. nigellum zeigen. Auch das Biotop ist
ganz tyüisch, jetzt musst Du nur noch die Weide dazu finden ;-)

Hallo Andreas,

also da klettere ich jetzt nicht nochmal rauf;-)
Der Fund stammt von einem Kartierungswochenende in Füssen. Damals war es knochentrocken und auch über 1000 Meter Höhe praktisch pilzfrei. In unserer Not sind Helmut Zitzmann und ich mehr oder weniger auf allen Vieren durch den Pestwurzverhau am Bach gekraxelt, weil es an der Bachböschung ein wenig Restfeuchte gab.

Um dort nach Weidentrieben zu suchen, müsste man zuerst den Pestwurzbestand roden ...

Vielen Dank für die Infos zu H. nigellum! Ich werd in Zukunf mal verstärkt auf die Art achten.

Beste Grüße
Hias

Re: Hebeloma nigellum

UmUlmHerum, (vor 3868 Tagen) @ interhias

Um dort nach Weidentrieben zu suchen, müsste man zuerst den Pestwurzbestand
roden ...

Hallo Hias,

im Moment treiben vielleicht gerade mal die Blütenschäfte aus – also nix wie hin, bevor die Blätter kommen ;-)

Viele Grüße - Rika

Re: Hebeloma nigellum

Birgit, (vor 3868 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

im Moment treiben vielleicht gerade mal die Blütenschäfte aus – also nix wie
hin, bevor die Blätter kommen ;-)

Im Moment ann Hias Tourenski und ne Schneeschaufel mitnehmen, um die Dinger auszubuddeln ;-). Hier liegen an die 10 cm Schnee und in Füssen sind sicher noch mehr.

herzliche Grüße

Birgit

Re: Hebeloma nigellum

UmUlmHerum, (vor 3867 Tagen) @ Birgit

Hallo Rika,
Im Moment kann Hias Tourenski und ne Schneeschaufel mitnehmen, um die Dinger
auszubuddeln ;-). Hier liegen an die 10 cm Schnee und in Füssen sind
sicher noch mehr.
herzliche Grüße
Birgit

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Hi Birgit,

... deswegen hatte ich ja vor 24 Std. geschrieben: "nix wie hin"... ;-))
Hier hat es heute um die Mittagszeit angefangen zu schneien, wirklich liegen geblieben ist der Schnee erst ab Einbruch der Dunkelheit. Aber das Allgäu ist ja ein bekanntes "Schneeloch", da wird es anders aussehen als UmUlmHerum. Der Schnee wird wohl auch das Wachstum der Pestwurz bremsen – Hias hat also noch eine Chance...

Gute Nacht – Rika

Re: Hebeloma nigellum

Birgit, (vor 3867 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

... deswegen hatte ich ja vor 24 Std. geschrieben: "nix wie
hin"... ;-))

Pech gehabt, da lag noch Schnee von vorher. Der letzte Schnee ist hier erst heute mittag im Regen verschwunden und wurde 4 Stunden später wieder durch Schnee ersetzt. Samstag mittag war der Wald hier noch tief verschneit. Wir liegen hier nördlich von Landsberg/Lech mit 568 m knapp hundert Meter höher als Ulm und sind noch lange nicht in Füssen ;-).

herzliche Grüße

Birgit

Re: Hebeloma nigellum

UmUlmHerum, (vor 3867 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

100 m höher als "Ulm"??? Du meinst vielleicht das Donau-Ufer... ich befinde mich immerhin auf 548 m, das Hochsträß geht rauf bis 700m. Am Samstag war ich bei Sonnenschein und eisigem Wind ein bisschen im Wald: dort wo die Sonne hin geschienen hatte, war es aper, daneben auch noch Schnee... aber für eine Handvoll FiZaRü zum Abendessen hat es gereicht ;-)

Jetzt aber für "heute" endgültig … Gute Nacht – Rika

Hallo Rika,
Pech gehabt, da lag noch Schnee von vorher. Der letzte Schnee ist hier erst
heute mittag im Regen verschwunden und wurde 4 Stunden später wieder durch
Schnee ersetzt. Samstag mittag war der Wald hier noch tief verschneit. Wir
liegen hier nördlich von Landsberg/Lech mit 568 m knapp hundert Meter
höher als Ulm und sind noch lange nicht in Füssen ;-).
herzliche Grüße
Birgit