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Mottenalarm

Alis ⌂, (vor 3892 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

ich wusste schon, dass Motten gern mal in getrockneten Porlingen sich einnisten und auch vor Herbarmaterial keinen Respekt haben. Aber was ich heute in meiner Kiste sehen musste, hat mich doch sehr überrascht.
Die Biester fressen sich offensichtlich aus Plastiktüten hinaus und in andere hinein. Und dazu bevorzugen sie anscheinend die giftigsten Inhalte. Ob sie wohl vorher die Beschriftung gelesen haben? Palloides, rubellus, marginata, - alles wert, sich mal zu denen hineinzunagen?!
Ausgangspunkt war vermutlich der Ölbaumpilz (nebst nordischem Porling).
Ersterer war möglicherweise auch nicht gut getrockent. Aber dass der in recht kurzer Zeit völlig in Humus verwandelt wurde?
Das Tütchen mit dem Repartites tricholoma war schon älter und da habe ich ich auch schon verdächtige Aktivitäten beobachtet. Aber ist ja in der Tüte....
Das vorgefundene Ausmaß ist jedenfalls in recht kurzer Zeit entstanden.
Nunja, mein "Herbar" ist ein Karton mit ein paar Tüten von Funden, die mir bewahrenswert erschienen. Keine unersetzlichen Verluste. Aber eine lebende Motte in meinem Tütchen mit Omphalina discorosea ist schon eine Frechheit.

Apropos Tüte: gibt es da verschiedene Qualitäten bzw. Mottenresistenzen?
Meine sind vom Mycoshop.
Was meinen Andreas und Tanja dazu?

Trotz Fasent bin ich normalerweise nicht närrisch, aber hier werde ich es schon etwas.

närrische Grüße
Alis

[image]

Re: Mottenalarm

interhias ⌂, (vor 3892 Tagen) @ Alis

Hallo Alis,

in der Tat eine Frechheit vonseiten der Motten!

Bislang ist mein Herbar von Befall verschont geblieben, obwohl ich auch weder Gift noch Tiefkühlung anwende.
Ich benutze relativ dicke (90 µm, Standard ist 50 µn, glaube ich) Druckverschlussbeutel, aber ich fürchte, wenn die Biester erst mal im Herbar sind, werden sie sich da auch durchfressen.

Beste Grüße
Hias

Re: Mottenalarm

Wolfgang P., (vor 3892 Tagen) @ Alis

Und dazu bevorzugen sie anscheinend die giftigsten Inhalte. Ob sie
wohl vorher die Beschriftung gelesen haben? Palloides, rubellus,
marginata

Hi Alis,

... wie gut, dass Insekten weder Leber noch Niere haben...

Gruß,

Wolfgang

Re: Mottenalarm

UmUlmHerum, (vor 3891 Tagen) @ Wolfgang P.

Hi Alis,
... wie gut, dass Insekten weder Leber noch Niere haben...
Gruß, Wolfgang

--------------------------------------------------

... wieso gut?? So hätte sich das Problem von selbst erledigt...

Gute Nacht – Rika

Re: Mottenalarm

Frank 61, (vor 3891 Tagen) @ Alis

Hallo Alis,
ich lege ca 2 ccm handelsübliches Mottenpapier in den Druckverschlussbeutel.
Bisher mit 100 % Erfolg.
Viele Grüße Frank

Re: Mottenalarm

Mischi, (vor 3890 Tagen) @ Frank 61

Finde ich eine gute Idee

Gibt noch einen effektiveren Trick: ich lagere meine Exsikkate nur in einem TK. Da sind sie vor allem geschützt.
Bist du übrigens sicher, dass es sich um eine Motte handelt? Könnte es nicht eine Pilzkäferlarve sein? Hast du ein Bild der Larve oder des Insekts?

Und noch was interessantes: Aus dem Stärkeanteil der Pilzexsikkate können Insekten sich das Wasser selbst generieren. Bei jeder Spaltung eines Stärke-Moleküls entsteht ein Molekül H2O. Ich finde es einen Witz auf Trockenprodukten draufzuschreiben: Bitte Trocken lagern - Falls Ungeziefer-Eier drauf sind, kann das Zeugs total trocken sein - das Wasser (sprich die Feuchtigkeit) bildet sich beim "Fressen" - da kann man nichts dagegen tun...

LG, Mischi

Hallo Alis,
ich lege ca 2 ccm handelsübliches Mottenpapier in den Druckverschlussbeutel.
Bisher mit 100 % Erfolg.
Viele Grüße Frank

Re: Mottenalarm

Alis ⌂, (vor 3890 Tagen) @ Mischi

Gibt noch einen effektiveren Trick: ich lagere meine Exsikkate nur in einem
TK. Da sind sie vor allem geschützt.

Was bitte ist ein TK?
Tupperware-Koffer? Tiefkühl-Kiste?

Bist du übrigens sicher, dass es sich um eine Motte handelt? Könnte es nicht
eine Pilzkäferlarve sein? Hast du ein Bild der Larve oder des Insekts?

Unten eines der Viecher, welche immer noch die Wohnung unsicher machen zum Leidwesen meiner Frau.

Die meisten Larven habe ich mit den am schlimmsten befallenen Tüten entsorgt.
Der Rest ist gerade kaltgestellt (in einer Tupperkiste in der Tiefkühltruhe)
Wie lange braucht es eigentlich, bis die entgültig kalt gestellt sind?

Ich vermute, dass ich die auch irgendwo mit eingetütet habe, ohne es zu merken.

Und noch was interessantes: Aus dem Stärkeanteil der Pilzexsikkate können
Insekten sich das Wasser selbst generieren. Bei jeder Spaltung eines
Stärke-Moleküls entsteht ein Molekül H2O. Ich finde es einen Witz auf
Trockenprodukten draufzuschreiben: Bitte Trocken lagern - Falls
Ungeziefer-Eier drauf sind, kann das Zeugs total trocken sein - das Wasser
(sprich die Feuchtigkeit) bildet sich beim "Fressen" - da kann
man nichts dagegen tun...

Aber Freuchtigkeit macht es bestimmt nicht besser, oder?

Gruß Alis

LG, Mischi

[image]

Re: Mottenalarm - Feinschmecker

UmUlmHerum, (vor 3890 Tagen) @ Alis

meine Frau hat im Netz einen Verdächtigen gefunden:
http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Dryadaula_Heindeli

Hallo Alis,

dieselbe Mottenart hatte ich auch schon in getrockneten Pilzen. Ich hatte damals bereits vermutet, sie mit Porlingen eingeschleppt zu haben. Ich fragte sie im Juli 2014 im Nafoku-Forum an:

Hallo miteinander!

Wie bei den letzten Motten schon angekündigt, hier nochmal eine:
Ca. 7 mm lang, Färbung schwarz-gold, im Sitzen werden die Flügel am hinteren Ende hochgestellt. "Dornen" an den Beinen. Die Fotos musste ich leider blitzen... aber vielleicht weiß ja trotzdem jemand, was für eine Motte dies ist?!

Nachdem es immer mehr davon in meiner Wohnung gab, ging ich auf die Suche und fand sie in allen Stadien in einer offenen Tüte mit getrockneten Steinpilzen! Ich hatte eine ganze Reihe solcher Tüten mit verschiedenen getrockneten Speisepilzen noch vom letzten Jahr rumstehen, die ich immer schon endtrocknen und dann ordentlich in Schraubgläsern verstauen wollte. Aber nachdem sich die Dörrobstmotten (mit denen ich ja schon länger kämpfe) bislang nie für Pilze interessiert haben, dachte ich, damit hätte es keine Eile... Interessant war bei der anschließenden Kontrolle aller Tüten: diese Motten waren zu 95% in den Steinpilzen, nur ein paar wenige Fraßstellen in den Maronen, alle andere Arten (Raufüße, Goldröhrling, Herbsttrompete, Habichtspilz, Champignons, Pfifferlinge, Parasolstiele, Judasohren, Semmelstoppel, Mönchskopf) waren NICHT befallen!
______________________________________________________________

Hallo Rika,

Deine Tiere gehören zu den Echten Motten und dort zur Gattung Nemapogon. Da gibt´s dann zwei Arten die infrage kommen und die man per Bild kaum unterscheiden kann - granella und cloacella. Beide leben in Pilzen und sollen auch bevorratete getrocknete Pilze befallen. Anscheinend sind die Raupen Feinschmecker, weil die Steinpilze bevorzugt haben. :-)
Ich habe diese Motten schon öfter aus Baumpilzen gezogen.

Liebe Grüße
Ingrid

Viele Grüße – Rika

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Re: Mottenalarm

Mischi, (vor 3890 Tagen) @ Alis

Krass, Schönes Ding! Ist mir glücklicherweise noch nie begegnet...

TK: Tiefkühler

LG, Mischi

¨
Was bitte ist ein TK?

Tupperware-Koffer? Tiefkühl-Kiste?
Unten eines der Viecher, welche immer noch die Wohnung unsicher machen zum
Leidwesen meiner Frau.
Die meisten Larven habe ich mit den am schlimmsten befallenen Tüten entsorgt.
Der Rest ist gerade kaltgestellt (in einer Tupperkiste in der Tiefkühltruhe)
Wie lange braucht es eigentlich, bis die entgültig kalt gestellt sind?
Ich vermute, dass ich die auch irgendwo mit eingetütet habe, ohne es zu
merken.
Aber Freuchtigkeit macht es bestimmt nicht besser, oder?
Gruß Alis

Re: Mottenalarm

Thomas Pruss, (vor 3888 Tagen) @ Alis

Moin Alis,
ja, die Larven können sich durch Plastik beißen (auch, wenn es bei den kleinen Larven etwas länger dauert). Die 2 cm langen Tebo-Raupen, die wir als Angelköder verwenden, sind Larven einer Wachsmotte, und die mampfen sich binnen weniger Tage durch eine massive Köderdose aus Plastik …

Grüßlis
Thomas

Re: Mottenalarm

Abt, (vor 3886 Tagen) @ Thomas Pruss

Gut, dass ihr sie den Fischen zum Fraß vorwerft!
M.

Re: Mottenalarm

frank2507, (vor 3885 Tagen) @ Alis

Hallo!

Vor ein paar Monaten sind meine getrockneten Herbsttrompeten von solchen Motten befallen worden.

Die Problematik mit den Plastiktüten war mir bekannt, deshalb hatte ich die Herbsttrompeten in einer Blechdose gelagert und zusätzlich mit Klebstreifen versiegelt.

Keine Ahnung, wie die Motten das geschafft haben. Befall schon während der Trockung? Jedenfalls konnte ich den Inhalt komplett entsorgen und mich noch tagelang mit den in der Wohnung umherirrenden Tierchen beschäftigen :-(

Grüße,

Frank

Hallo Pilzfreunde,
ich wusste schon, dass Motten gern mal in getrockneten Porlingen sich
einnisten und auch vor Herbarmaterial keinen Respekt haben. Aber was ich
heute in meiner Kiste sehen musste, hat mich doch sehr überrascht.
Die Biester fressen sich offensichtlich aus Plastiktüten hinaus und in andere
hinein. Und dazu bevorzugen sie anscheinend die giftigsten Inhalte. Ob sie
wohl vorher die Beschriftung gelesen haben? Palloides, rubellus,
marginata, - alles wert, sich mal zu denen hineinzunagen?!
Ausgangspunkt war vermutlich der Ölbaumpilz (nebst nordischem Porling).
Ersterer war möglicherweise auch nicht gut getrockent. Aber dass der in recht
kurzer Zeit völlig in Humus verwandelt wurde?
Das Tütchen mit dem Repartites tricholoma war schon älter und da habe ich ich
auch schon verdächtige Aktivitäten beobachtet. Aber ist ja in der Tüte....
Das vorgefundene Ausmaß ist jedenfalls in recht kurzer Zeit entstanden.
Nunja, mein "Herbar" ist ein Karton mit ein paar Tüten von Funden,
die mir bewahrenswert erschienen. Keine unersetzlichen Verluste. Aber eine
lebende Motte in meinem Tütchen mit Omphalina discorosea ist schon eine
Frechheit.
Apropos Tüte: gibt es da verschiedene Qualitäten bzw. Mottenresistenzen?
Meine sind vom Mycoshop.
Was meinen Andreas und Tanja dazu?
Trotz Fasent bin ich normalerweise nicht närrisch, aber hier werde ich es
schon etwas.
närrische Grüße
Alis