Re: KEIN Sellerie
Hallo Stephan,
wieder mal eine schöne gesellschaftspolitische Diskussion. Da mache ich doch
gern mit.
au fein! Aber bitte nicht weinen, wenn ich fertig habe
Und genau deswegen schlugen sie sich bei Meinungsverschiedenheiten nie die
Köpfe ein, und trugen überhaupt jeden Streit mit Respekt vor dem
Mitgeschöpf und vor demokratischen Werten aus. Und im Zweifel zogen sie
vor Gericht, um vor der Handlung das Urteil eines Unparteiischen
einzuholen.
nee, so blöd waren sie nicht. Sie machten erst gar keine Gesetze, von denen man vorher schon wusste, dass es immer Menschen geben wird, die sie nicht einhalten können, um dann Gefängnisse damit zu füllen
Sie wollte vermutlich auch nicht besser sein, als sie waren. Trotzdem wurden sie hinweggefegt, regelracht aus der Geschichte entfernt (bevor Geschichte überhaupt geschrieben werden konnte). Von wem? (Preisfrage
Das gedankliche Konstrukt "Kind" mit alldem, was hierzulande der
Kindheit zugeschrieben wird - Erziehung, Lernen statt Arbeit, sozialer
Schutz - ist meines Wissens eine geistige Errungenschaft der Neuzeit (ca.
um 1900 herum) und ist bis heute auf die Gesellschaften in Europa und
Nordamerika beschränkt. Bis heute genießen in den wenigsten Staaten der
Welt Kinder eine sogenannte Kindheit.
Ich weiß nicht, wo Du sowas nachgelesen hast - vermutlich bei einem Philosophen, der während der industriellen Revolution gelebt und gedacht hatte - ich bin mir aber sicher, dass sich eine Sammler & Jägertruppe nicht um "Konstrukte" gekümmert haben. Sie hatten Kinder so wie Wölfe z.B Welpen haben
Ich glaube nicht, dass man in der Steinzeit Kinder in Bergwerkstollen getrieben hat, damit sie für irgend einen Reichen schuften sollen.
Das ist in meinen Augen nicht "kleineres" Unrecht.
Unrecht gab es damals wahrscheinlich auch nicht, jedenfalls unterlag dieses nicht völlig menschlichem Ermessen
Der Richter war kein Beamter von Kultur oder Staats wegen (Handlanger eines Mächtigen innerhalb einer Hierarchie), sonder ein Clanführer, Familienoberhaupt oder Schamane (oder dergleichen).
In der Steinzeit gab es alltäglich Terrorismus, nur gab es damals niemanden,
der die Vorgänge so genannt hätte. Es war wie gesagt Alltag.
Dieser Terrorismus nannte sich "Familienstreit" und war lokal sehr begrenzt
Heute vermag Terrorismus ganze Weltmächte in regelrechte Dauer-Hysterien zu stürzen.
Es mag dir ein befreiendes Gefühl verschaffen, die steinzeitliche
Gesellschaft als die überlegene darzustellen.
Der Genuss dabei ist eher, unsere moderne Gesellschaft und Kultur mit den Augen eines Außenstehenden oder Oulaw (oder meinetwegen auch Außerirdischen) zu betrachten und zu kommentieren. Diese Perpektive befreit einen in der Tat; nämlich vom pseudoreligiösen Glauben, dass unsere moderne Kultur die einzig wahre ist ... nur weil sie die einzig übriggebliebene ist (weil sie andere vernichtet hat).
Aus meiner Sicht hat die
heutige Gesellschaft jede Menge Errungenschaften, die ich keinesfalls
missen mag.
Und ich vermisse sehr viel in unserer heutigen Gesellschaft, und kann auf das meiste, was sie im Überfluss anbietet gut verzichten
Irgendwie erinnert mich dein Argumentarium an das unerträglich
sozialromantische Lied von Herbert Grönemeyer: "Kinder an die
Macht", bei dem ich jedes Mal das Radio ausschalte, wenn es läuft.
Du hast halt keine Träume (Utopien) mehr
Deswegen stören Dich solche kleinen harmlosen Liedchen *g* Mich stören ganz andere Sachen ...schlimmere, größere
beste Grüßle
Jürgen