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Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Wolfi ⌂, (vor 4311 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

bei diesem schönen Täubling komme ich nicht so recht weiter,
villeicht hat jemend von Euch eine Idee.
Könnte das eine "Russula lilacea" sein ?
Hier die Daten, die ich habe mit Bild:

Fundort: 02.09.2014 Duttendorf oberhalb Ach (Oberösterreich, Salzachufer)
Biotop: Rotbuchen, neutral/basisches Milieu, wärmebegünstigter Standort
Hut: bis ca. 7 cm
Geschmack: fast mild
FeSO4: weinrot
Guajak: grünblau
Phenol: helles weinbraun
Sporenpulverfarbe: nahezu weiß
Sporen: ca. 5,6-7,4 x 5-6,6 isoliert-warzig, Ornament ca. 1 um

Viele Grüße

Wolfgang

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Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

KARL, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Hallo Wolfgang

Was spricht denn gegen R. vesca?

LG Karl

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Wolfi ⌂, (vor 4311 Tagen) @ KARL

Aber der hat doch kein weißes Sporenpulver

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

KARL, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Aber der hat doch kein weißes Sporenpulver

Bei Einhellinger, Romagnesi, Sarnari und Kirby schon.
Hast Du Dich nach Pilze der Schweiz gerichtet?

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Stephan Weißer, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Karl meint mit seinem Autorenzitat, dass in "Pilze der Schweiz" die Sporenpulverfarbe für R. vesca definitiv falsch angegeben ist.

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

bodo, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Der gilbende Stiel erinnert mich irgentwie an luteotacta.
V. Grüße und eine schöne Zeit.
Bodo

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

KARL, (vor 4311 Tagen) @ bodo

Der gilbende Stiel erinnert mich irgentwie an luteotacta.
V. Grüße und eine schöne Zeit.
Bodo

R. luteotacta schmeckt sehr scharf, gilbt auch in den Lamellen und hat größere Sporen.

LG Karl

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Schnuffel, (vor 4311 Tagen) @ bodo

Der gilbende Stiel erinnert mich irgentwie an luteotacta.

Hallo Bodo,

der gilbende Stiel war für mich ein starker Hinweis auf Russula vesca.

Gruß - Schnuffel

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Stephan Weißer, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Könnte das eine "Russula lilacea" sein ?
FeSO4: weinrot

Eine solche Farbreaktion gibt es mit FESO4 bei Täublingen nicht. Es gibt eine schmutzigblassrosa Reaktion (= banal), es gibt freudig orangerosa (bei etlichen Griseinae und Heterophyllinae), es gibt blaugrün (bei Heringstäublingen) und es gibt ein ganz blasses graugrün (= die natürliche Farbe von FESO4, d. h. negativ). Du müsstest dich für eine dieser vier Varianten entscheiden.
Wenn freudig-orangerosa zutreffen sollte, würde ich stante pede mit Russula vesca auflösen wollen. Die Reaktion bei R. lilacea wäre banal blassrosa.

Guajak: grünblau
Phenol: helles weinbraun
Sporenpulverfarbe: nahezu weiß

Das bringt für den Nachweis von R. lilacea alles nichts. Guajak macht jeden Täublingsstiel grünblau, wenn man ihm genug Zeit lässt. Das gleiche gilt für Phenol und die Farbe Weinbraun (mit Ausnahme einzelner gelbsporender Arten, die hier ja komplett auszuschließen sind). R. lilacea hat weißes Sporenpulver, das stimmt, aber das hat R. vesca auch.

Sporen: ca. 5,6-7,4 x 5-6,6 isoliert-warzig, Ornament ca. 1 um

Die Sporen sind für R. lilacea deutlich zu klein, für R. vesca passen dagegen die Maße einigermaßen. D. h. wenn du aus deinem Fund R. lilacea machen willst, müsstest du in der Huthaut inkrustierte Primordialhyphen finden. Findest du stattdessen kleine, unauffällige, schwer sichtbare, kaum anfärbbare Dermatozystiden und noch dazu Crins-Haare (ein Huthautstück aus der Hutmitte präparieren!), dann ist der Fall klar: R. vesca.

Freundliche Grüße
Stephan

R. vesca cf. ?

Mani walter, (vor 4310 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo mitenand
Super Stephan und danke für deine Infos über Vesca-Eigenschaften.
Es sind für mich wertvolle Bestätigungen.

Nun hatte ich einst, nach meinem Sprödblättlerkurs in Jena, mal eine R. vesca angesehen und kam auf folgende besondere Merkmale:
Sporen: subglobose (fast Kugelig) bis broudly ellipsoid (breitelliptisch), Benennungen nach Funga Nordica
Fein warzig, 90% isoliert und bis maximal 0,5 My hoch
Sporenpulverfarbe: Ib nach Romagn. und etwa 7Y nach PdS (weiss-blassgelblichweiss)
In PdS-Bd6 (F. Kränzlin) dürfte das angegebene 30Y2 für R. vesca zu gelb sein (s.a. Bem. v. Stephan)
FESO4: Sofort eher blasses Rosa-Orange
Guajakreaktion: Nach 5 bis 7 Sekunden (ca +) war der deutliche Farbumschlag nach dem satteren Grünblau abgeschlossen.

Mit den Untersuchungen der Hutdeckschicht fand ich: Häufig septierte und auch verzweigte Haare mit der Dicke 2 bis 5 My; Erwartete Dermatozystiden und Crins fanden sich keine.

Wichtig scheint mir bei der Vesca, die in der Regel gegenüber den Lamellen etwas defensiv rückständige Huthaut zu beachten und Hh. etwa zu 50% abziehbar.

Wünsche Frohe Weihnachtstage
Mani aus dem Süden

Re: R. vesca cf. ?

Mischi, (vor 4308 Tagen) @ Mani walter

Mein Tip zum finden der Crins bei R. vesca und heterophylla:
Immer in der Hut-Mitte suchen. Dort hat es mehr als im Randbereich... (Man sieht diese Crins oft schon von blossem Auge (ganz feine Häärchen - wie samtig)

hier z.B. Heterophylla

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Re: R. vesca cf. ?

Mani walter, (vor 4308 Tagen) @ Mischi

Mein Tip zum finden der Crins bei R. vesca und heterophylla: Immer in der
Hut-Mitte suchen. Dort hat es mehr als im Randbereich... (Man sieht diese
Crins oft schon von blossem Auge (ganz feine Häärchen - wie samtig)
hier z.B. Heterophylla

Hallo Mischi
Danke für deinen interessanten Tipp. Nächsten Sommer werde ich dem mal nachgehen. Bin gespannt, wie ich im Zentrum die Kutis lösen kann. Habe mir gemerkt, dass die Hh. sich nur rund zu 50% abziehen lässt.
Wünsche fröhliche Festtage und einen guten Rutsch.
LG. Mani

Re: Rätselhafte Russula, hat jemand eine Idee ?

Wolfi ⌂, (vor 4311 Tagen) @ Wolfi

Vielen Dank für die Kommentare,
in den nächsten Tagen bekomme ich das neue zweibändige Täublingswerk
von Helga Marxmüller, das wird Klarheit bringen.

Viele Grüße und vielen Dank

Wolfgang