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Geoglossum elongatum

Ingo Jürgens, (vor 4331 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

durch den überraschenden Fund von Geoglossum (Sabuloglossum) arenarium inmitten von NRW (vor kurzem in diesem Forum gezeigt) waren für mich plötzlich wieder Erdzungen interessant und da gab es ja noch das Artenpaar Geoglossum fallax und G. elongatum, mit dem sich Kees Roobeek so ausführlich beschäftigt hat, siehe

http://www.mycologen.nl/downloads/Aardtongen.pdf

Kees Roobeek zeigt hier sehr überzeugend, dass die beiden makroskopisch sehr ähnlichen Arten Geoglossum fallax und G. elongatum (beide mit geschupptem Stiel) anhand von Sporenmerkmalen problemlos zu bestimmen sind.

Der von ihm präsentierte Schlüssel für die Erdzungen der Niederlande trennt die einzelnen Arten anhand der Sporen, die im Sporenabwurf zu finden sind. Geoglossum elongatum und G. fallax unterscheiden sich hier deutlich in der Länge der Sporen (elongatum gemittelt 60 µm lang und fallax gemittelt 85 µm lang).

Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich bei diesen beiden Arten im Sporenabwurf nur farblose und unseptierte Sporen finden und zwar auch bei voll reifen Fruchtkörpern, die im mikroskopischen Bild zahlreiche dunkle und vielfach septierte Sporen zeigen.

Warum das so ist, konnte nicht geklärt werden, ist für die Bestimmung aber auch unerheblich.

Reife Sporen von G. elongatum weisen maximal 7 Septen auf und sind nur unwesentlich länger (gemittelt 63 µm) als die nicht septierten Sporen im Sporenabwurf. Für reife Sporen von G. fallax wird eine gemittelte Länge von 89 µm angegeben, diese verfügen über maximal 9-10 Septen.

Natürlich darf es, wenn man in G. fallax und G. elongatum zwei „gute“ Arten sieht, keine Übergangsformen geben. Kees Roobeek hat in seinem Untersuchungsgebiet (eine Dünenlandschaft in den Niederlanden) sehr viele Populationen untersucht und keine gefunden.

Geoglossum elongatum ist dort bei weitem häufiger als G. fallax und wird als Kalkflieher und Art saurer Sandböden beschrieben. Anzunehmen ist, dass sie auch in den Sandlandschaften Deutschlands (insbesondere Norddeutschlands) vorkommt.

Verschiedene Wiesenpilzfreunde haben auch schon entsprechende Beobachtungen gemacht, G. elongatum scheint aber überwiegend noch nicht als Art akzeptiert zu werden und so gibt es so gut wie keine Meldungen aus Deutschland.

Was mein Pilzrevier betrifft, so kann ich die Ergebnisse von Kees Roobeek bestätigen und stelle hier jetzt mal einen Fund von G. elongatum aus der Bielefelder Senne vor.

Fundort ist ein von Schafen beweideter Freileitungsstreifen mit sehr magerem Grünland und großen Heidekraut-Vorkommen. Die hier anzutreffenden basenarmen Sandböden sind schon stärker versauert (ph-Wert unter 5) und können im Sommerhalbjahr stark austrocknen. In unmittelbarer Nähe zu G. elongatum kommt in großen Herden auch G. glutinosum vor, auffälligste Begleitart ist aber Hygrocybe miniata, die hier ihr Optimum hat und speziell in diesem Jahr überaus reichlich fruktifizierte.

Geoglossum elongatum
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Geoglossum elongatum, Fundort
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Geoglossum elongatum, Sporenabwurf
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Geoglossum elongatum, reife Sporen
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LG Ingo

Re: Geoglossum elongatum

KARL, (vor 4331 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo

Die Arbeit von Kees Roobeek kenne ich schon seit ihrem Erscheinen im Jahr 2009 und seither suche ich G. elongatum vergeblich.
Im Depot gibt es zahllose ähnliche Bereiche mit Massenvorkommen von H. miniata und G. glutinosum. Ich hatte bei mehr als 40
untersuchten Kollektionen mit schuppigen Stielen immer "nur" G. fallax.
Ich kenne allerdings den pH-Wert der Böden nicht genau. An einigen Stellen ist durch den Rückbau von Munitionsbunkern
und Fundamenten aber noch ein gewisser Kalkanteil im Boden. Dort treten auch G. cookeianum und T. hirsutum auf. In diesem
Jahr darüber hinaus recht häufi G. umbratile. Übergangsformen zwischen G. fallax und G. elongatum sind mir auch noch nicht
begegnet, was die These von zwei Arten unterstützt.

Danke für die schöne Dokumentation.

LG Karl

Re: Geoglossum elongatum

Thomas Pruss, (vor 4331 Tagen) @ Ingo Jürgens

Moin Ingo,
wenn ich mir so den Standort anschaue, müsste diese Erdzunge auch in der Lüneburger Heide nachweisbar sein.
Grüßlis
Thomas

Re: Geoglossum elongatum

Matthias, (vor 4331 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin Thomas,
dann schnell los und suchen ;o)
viele Grüsse
Matthias

Re: Geoglossum elongatum

Thomas Pruss, (vor 4331 Tagen) @ Matthias

Moin Matthias,
war eher ein Tipp für Pilznasen aus dem nördlichen Niedersachsen gedacht. Im Raum Vierhöfen-Westergellersen nahe Lüneburg gibt es nämlich auch solche Freileitungstrassen.
Für mich ist das momentan mit über 200 km oneway etwas zu weit. :-(
Grüßlis
Thomad

Re: Geoglossum elongatum

Matthias, (vor 4331 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin Thomas,
das verstehe ich, aber nicht das du nun alle Leute die auch mal Steinpilze finden wollen zu mir schickst ;o)
viele Grüsse
Matthias

Schlimmer ;-)

Thomas Pruss, (vor 4331 Tagen) @ Matthias

Moin Matthias,
das verstehe ich, aber nicht das du nun alle Leute die auch mal Steinpilze
finden wollen zu mir schickst ;o)

Schlimmer: Ich schick dir Angler! *schnellwegduck!*

Grüßlis
Thomas ;-))))