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Kapitaler Saftling

haseneier, (vor 5087 Tagen)

Fundort: Magerwiesen-NSG Himmelreich über der Donau bei Deggendorf
Datum 24.10.2012

ergänzende Beschreibung:
Geruch und Geschmack uncharakteristisch.
Hutdurchmesser der großen Exemplare über 6 cm, Farben (orange Hutoberseite, nach ockergelblich trocknend; Stiel leuhtend gelb später mit Orangetönen und weißlicher Basis, Lamellen mit heller Schneide, gelben und in der Tiefe orangerosa Tönen) und der Verlauf beim Abtrocknen deutlich anders als bei den dort ebenfalls gefundenen anderen gelben bzw. roten Saftlingsarten, wie etwa H. coccinea, H. ceracea, H.chlorophana.
Hotoberfläche trocken, mit speckigem Glanz, weder schuppig noch deutlich längsfaserig.
Auch das andere große Exemplar hatte einen auffällig in mehrere Stränge gegliederten Stiel.

Leider keine mikroskopischen Details (bereite aber Exsikkat vor, falls jemand drangehen möchte).

Mein Problem bei der Bestimmung: Für diesen Saftlingsstandort existieren sehr gründliche Fundlisten (z:B. von Lothar Krieglsteiner und Michael Beisenherz).
M.E. findet sich auf diesen aber keine Art, deren Beschreibung hier wirklich zutrifft.

In der Literatur habe ich zwei mögliche Diagnosen gefunden, halte diese aber noch zurück, damit Ihr unbeeinflußt Stellung beziehen könnt.

Lg
Haseneier

PS:
Grund zum Jubeln besteht übrigens, auch wenn es keine neue Art ist: Seit 2 Wochen ist es offiziell, daß das Himmelreich von der niederbayrischen Regierung als NSG ausgewiesen wird. Und zwar wegen seiner Vorkommen seltener Wiesenpilze. Gibt es dafür überhaupt einen Präzedenzfall in anderen Bundesländern?
Jedenfalls ein Dankeschön hierfür an alle, die sich dafür gegen die Widerstände der Lokalpolitik und der Grundstückseigentümer eingesetzt haben, namentlich Dr. Lothar Krieglsteiner, der das Pilzgutachten erstellte, Herrn Hanschitz-Jandl und seinen Mitstreitern bei den Naturschutzverbänden in Deggendorf und Dr. Willy Zahlheimer in der Naturschutzbehörde in Landshut.

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Re: Kapitaler Saftling

Svampskogen, (vor 5087 Tagen) @ haseneier

Hallo

Ein paar Vorschläge von mir H. reidii, H. quieta oder H. aurantiosplendens. Am ehesten würde ich mal auf den Honig-Saftling tippen ;-)

Gruss Svampskogen

Fundort: Magerwiesen-NSG Himmelreich über der Donau bei Deggendorf
Datum 24.10.2012
ergänzende Beschreibung: Geruch und Geschmack uncharakteristisch.
Hutdurchmesser der großen Exemplare über 6 cm, Farben (orange Hutoberseite,
nach ockergelblich trocknend; Stiel leuhtend gelb später mit Orangetönen
und weißlicher Basis, Lamellen mit heller Schneide, gelben und in der
Tiefe orangerosa Tönen) und der Verlauf beim Abtrocknen deutlich anders
als bei den dort ebenfalls gefundenen anderen gelben bzw. roten
Saftlingsarten, wie etwa H. coccinea, H. ceracea, H.chlorophana.
Hotoberfläche trocken, mit speckigem Glanz, weder schuppig noch deutlich
längsfaserig.
Auch das andere große Exemplar hatte einen auffällig in mehrere Stränge
gegliederten Stiel.
Leider keine mikroskopischen Details (bereite aber Exsikkat vor, falls jemand
drangehen möchte).
Mein Problem bei der Bestimmung: Für diesen Saftlingsstandort existieren sehr
gründliche Fundlisten (z:B. von Lothar Krieglsteiner und Michael
Beisenherz).
M.E. findet sich auf diesen aber keine Art, deren Beschreibung hier wirklich
zutrifft.
In der Literatur habe ich zwei mögliche Diagnosen gefunden, halte diese aber
noch zurück, damit Ihr unbeeinflußt Stellung beziehen könnt.
Lg
Haseneier
PS: Grund zum Jubeln besteht übrigens, auch wenn es keine neue Art ist: Seit
2 Wochen ist es offiziell, daß das Himmelreich von der niederbayrischen
Regierung als NSG ausgewiesen wird. Und zwar wegen seiner Vorkommen
seltener Wiesenpilze. Gibt es dafür überhaupt einen Präzedenzfall in
anderen Bundesländern?
Jedenfalls ein Dankeschön hierfür an alle, die sich dafür gegen die
Widerstände der Lokalpolitik und der Grundstückseigentümer eingesetzt
haben, namentlich Dr. Lothar Krieglsteiner, der das Pilzgutachten
erstellte, Herrn Hanschitz-Jandl und seinen Mitstreitern bei den
Naturschutzverbänden in Deggendorf und Dr. Willy Zahlheimer in der
Naturschutzbehörde in Landshut.

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Re: Kapitaler Saftling

haseneier, (vor 5087 Tagen) @ Svampskogen

Hallo
Ein paar Vorschläge von mir H. reidii, H. quieta oder H. aurantiosplendens.
Am ehesten würde ich mal auf den Honig-Saftling tippen ;-)
Gruss Svampskogen

Danke Svampskogen,

ja, an quieta, obrussea und v.a. aurantiosplendens denke ich auch, evtl. auch noch an splendidissima. Jetzt ist es mir doch schon rausgerutscht :)
Den Honigsaftling, der auf den Bestandslisten fürs Himmelreich auch noch nicht bestätigt ist, (mit charkteristischem künstlich-chemischen Honiggeruch) glaube ich am gleichen Tag und Ort (in der Nähe, aber nicht direkten Nachbarschaft) auch gefunden zu haben, aber der sah, wenn ich den nicht gestern falsch bestimmt habe, so aus:
wesentlich zarter, langstielig, Oberseite röter, Lamellen sehr hell, lange fast weiß, kerbrandig, auch der Stiel nicht so leuchtend gefärbt...und eben nach Honig riechend

lg
Haseneier

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Re: Kapitaler Saftling

Svampskogen, (vor 5087 Tagen) @ haseneier

H. aurantiosplendens hätte meist einen klebrigen Hut, aber dieses Merkmal kann sicher etwas varieren je nach Wetter etc.
Wäre für H. splendidissima sehr blass, vielleicht ja wegen den starken Schneefällen von letzter Woche (zumindest in der Schweiz)? Auch besitzt er einen deutlichen Honiggeruch, den ich im Gegensatz zu H. reidii auch schon direkt nach dem Pflücken wahrnehmen konnte (Geruch meiner Meinung recht stark).
Deine abgebildeten Saftlinge erscheinen mir sehr rot für H. reidii, habe ich so noch nie gesehen, aber wenn der einen trockenen Stiel und Hut (und Geruch) hatte, ist das sicher gut möglich!
Hoffe du findest jemanden, der ihn mikroskopiert ;-)

Beste Grüsse Svampskogen

Danke Svampskogen,
ja, an quieta, obrussea und v.a. aurantiosplendens denke ich auch, evtl. auch
noch an splendidissima. Jetzt ist es mir doch schon rausgerutscht :)
Den Honigsaftling, der auf den Bestandslisten fürs Himmelreich auch noch
nicht bestätigt ist, (mit charkteristischem künstlich-chemischen
Honiggeruch) glaube ich am gleichen Tag und Ort (in der Nähe, aber nicht
direkten Nachbarschaft) auch gefunden zu haben, aber der sah, wenn ich den
nicht gestern falsch bestimmt habe, so aus: wesentlich zarter,
langstielig, Oberseite röter, Lamellen sehr hell, lange fast weiß,
kerbrandig, auch der Stiel nicht so leuchtend gefärbt...und eben nach
Honig riechend
lg
Haseneier

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die Saftlinge auf dem zweiten Bild

michel, (vor 5085 Tagen) @ haseneier

Hallo,

allein vom Bild her sehen die für mich nach dem Kirschroten (H. coccinea) aus.

grüße, michel

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Hygrocybe coccinea vs H. reidii

haseneier, (vor 5084 Tagen) @ michel

Danke Michel,

ja, der Kirschrote war für mich auch die Differentialdiagnose No 1.
Ich hatte sie beide gleichzeitig vor mir liegen (siehe angehängte Aquarelle: H. coccinea links, vermutliche H. reidii (Honigsaftling) rechts). Gleicher Fundort (plusminus 20 Meter auseinander), vergleichbarer Alterungszustand.

Ich weiß, daß H. coccinea sehr variabel ist, auch daß sich die kirschrote Farbe beim Trocknen schnell verliert.
Trotzdem mag ich nicht recht glauben, daß es auf den Bildern die identische Art ist.

Der "Honigsaftling" hatte einen ganz anderen Habitus mit sehr früh sich ausbreitendem Hut, soäter fast aufgebogenen Rändern. Keine dunkelroten Töne, sondern Hut rotorange bis ziegelrot, Stiel ganz ohne den Rotton, Lamellen lange sehr hell gelbweißlich, entfernter/dicker als beim Kirschroten. Hutrand lappig gekerbt, später an den Einbuchtungen einreissend. Schuppig war die Hutoberfläche übrigens bei keinem der beiden. Eines der 3 Beleg-Exemplare roch frisch ganz unzweifelhaft und recht kräftig nach Honig; allerdings verschwand der Geruch beim Trocknen und wurde nicht stärker (die Pilze hatten da allerdings schon eine Woche Kühlschrank hinter sich).

V.a. der Geruch, der gekerbte Hutrand und ein paar Abbildungen von H. reidii mit sehr ähnlichem Habitus brachten mich dazu, die Verdachtsdiagnose "Honigsaftling" zu stellen.

Es würde mich freuen, wenn noch jemand mitdiskutiert, auch kurze Beiträge/Alternativvorschläge sind sehr willkomen.

lg
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Andreas ⌂, (vor 5084 Tagen) @ haseneier

Hallo,

kann es sein, dass Du mit Honig-Saftling nicht H. reidii sondern H. splendidissima meinst? Beide riechen nach Honig, splendidissima sogar fast noch etwas stärker. H. reidii ist eigentlich ein Saftling, den man an seiner einheitlich orangen Farbe schon makroskopisch erkennen kann. Hut, Stiel, lamellen - alles etwa dasselbe orange, jung wie alt. Dagegen die Pilze auf dem rechten (übrigens wunderschönen!) Aquarell sind mehrfarbig und erinnern mich sehr an H. coccinea. ich hätte keine Probleme, beide als dasselbe anzusehen. Aber da ich weiß, dass ich immer schon etwas Probleme hatte, splendidissima und coccinea auseinander zu halten (zumindest wenn kein honiggeruch auftritt), mag das rechte durchaus eben splendidissima sein. H. reidii würde ich nahezu sicher ablehnen dafür.

beste Grüße,
Andreas

Danke Michel,
ja, der Kirschrote war für mich auch die Differentialdiagnose No 1.
Ich hatte sie beide gleichzeitig vor mir liegen (siehe angehängte Aquarelle:
H. coccinea links, vermutliche H. reidii (Honigsaftling) rechts). Gleicher
Fundort (plusminus 20 Meter auseinander), vergleichbarer Alterungszustand.
Ich weiß, daß H. coccinea sehr variabel ist, auch daß sich die kirschrote
Farbe beim Trocknen schnell verliert.
Trotzdem mag ich nicht recht glauben, daß es auf den Bildern die identische
Art ist.
Der "Honigsaftling" hatte einen ganz anderen Habitus mit sehr früh
sich ausbreitendem Hut, soäter fast aufgebogenen Rändern. Keine
dunkelroten Töne, sondern Hut rotorange bis ziegelrot, Stiel ganz ohne den
Rotton, Lamellen lange sehr hell gelbweißlich, entfernter/dicker als beim
Kirschroten. Hutrand lappig gekerbt, später an den Einbuchtungen
einreissend. Schuppig war die Hutoberfläche übrigens bei keinem der
beiden. Eines der 3 Beleg-Exemplare roch frisch ganz unzweifelhaft und
recht kräftig nach Honig; allerdings verschwand der Geruch beim Trocknen
und wurde nicht stärker (die Pilze hatten da allerdings schon eine Woche
Kühlschrank hinter sich).
V.a. der Geruch, der gekerbte Hutrand und ein paar Abbildungen von H. reidii
mit sehr ähnlichem Habitus brachten mich dazu, die Verdachtsdiagnose
"Honigsaftling" zu stellen.
Es würde mich freuen, wenn noch jemand mitdiskutiert, auch kurze
Beiträge/Alternativvorschläge sind sehr willkomen.
lg
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Svampskogen, (vor 5084 Tagen) @ Andreas

An H. splendidissima glaube zumindest ich eher nicht, die Art kenne ich kräftiger und mit ausgebuchtet angewachsenen Lamellen. Ich glaube eher an einen etwas roten H. reidii, aber eben nur meine Meinung ;-)

Beste Grüsse Svampskogen

Hallo,
kann es sein, dass Du mit Honig-Saftling nicht H. reidii sondern H.
splendidissima meinst? Beide riechen nach Honig, splendidissima sogar fast
noch etwas stärker. H. reidii ist eigentlich ein Saftling, den man an
seiner einheitlich orangen Farbe schon makroskopisch erkennen kann. Hut,
Stiel, lamellen - alles etwa dasselbe orange, jung wie alt. Dagegen die
Pilze auf dem rechten (übrigens wunderschönen!) Aquarell sind mehrfarbig
und erinnern mich sehr an H. coccinea. ich hätte keine Probleme, beide als
dasselbe anzusehen. Aber da ich weiß, dass ich immer schon etwas Probleme
hatte, splendidissima und coccinea auseinander zu halten (zumindest wenn
kein honiggeruch auftritt), mag das rechte durchaus eben splendidissima
sein. H. reidii würde ich nahezu sicher ablehnen dafür.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

haseneier, (vor 5083 Tagen) @ Svampskogen

Dann mal Danke an alle hier,

Ich gehe mit Svampskogen (keine H. aurantiosplendens), sondern nicht ganz typische H. Reidii oder eben doch coccinea). Wenn ich nochmal was ähnliches finde, weiß ich besser, worauf ich achte. Und hoffe, die Exsikkate bald mit jemand zu mikroskopieren.

lg
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Svampskogen, (vor 5082 Tagen) @ haseneier

Was ich mir auch noch überlegt habe, ist H. insipida. Du schreibst aber leider nichts dazu, ob Stiel/Hut klebrig oder trocken waren.

Gruss Svampskogen

Dann mal Danke an alle hier,
Ich gehe mit Svampskogen (keine H. aurantiosplendens), sondern nicht ganz
typische H. Reidii oder eben doch coccinea). Wenn ich nochmal was
ähnliches finde, weiß ich besser, worauf ich achte. Und hoffe, die
Exsikkate bald mit jemand zu mikroskopieren.
lg
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

haseneier, (vor 5082 Tagen) @ Svampskogen

Salu Svampskogen

H. insipida kenn ich eigentlich, wächst vereinzelt sogar in meinem Garten (7 Hygrocyben bisher hier, zweitbeste bekannte Saftlingswiese von Passau). H. insipida ist für mich aber schmächtiger mit deutlicherer gelber Randzone. Die hier fraglichen Fk sind auch nicht so insipidamäßig rasch von rot über orange nach gelb gegangen, sondern nur so hygrophan vom Zentrum aus zu einem blasseren orangeockerlichen Ton abgetrocknet, also teilweise ähnlich wie H. cocc., andereseits nicht ganz so regelmäßig konzentrisch wie diese, schien mir jedenfalls. Klebrig schleimig waren sie nicht, höchstens feucht und am Hut geringfügig fettig-glitschig. Das war aber vielleicht auch nur das feuchte Wetter am Fundtag.
Wo ich noch am Weitersuchen bin (und hoffe, daß mir der bestellte Boertmann bald zugestellt wird) ist diese Unklarheit mit H. marchii: Der wird ja auch sehr ähnlich beschrieben und abgebildet incl "kerbrandig", und manche Autoren interpretieren ihn als Varietät von H. coccinea, andere als Synonym für reidii bzw. als Abart von diesem ohne Honiggeruch. Von daher würde H. marchii also perfekt passen,jedenfalls wenn man nicht letzte Eindeutigkeit anstrebt :D

Inzwischen hab ich in einem alten thread von Dir ein paar interessante Literaturlinks zu den Waxcaps gefunden, hab sie mir schon gezogen und werde sie bald studieren.

Ich hab gerade einen Narren gefressen an den Saftlingen, außer der Schönheit fasziniert mich ihre mögliche Rolle bei der Bewertung von naturnahem Gras- bzw. extensiv/traditionell bewirtschaftetem Weideland.
Außerhalb der Alpen sind solche Flächen in Mitteleuropa ja extrem rar geworden und der Schutz der wenigen Reste ist dringend angesagt. In Deutschland ist (im Unterschied zu den britischen Inseln und Skandinavien) bisher wenig bekannt, wie aussagekräftig Saftlinge als Zeiger schutzwürdiger Stellen sind. Wie sieht es da bei Euch in der Schweiz aus? Habt Ihr schon Naturschutzausweisungen aufgrund von Pilzvorkommen?

Hier ist übrigens nach wie vor 1a Saftlingssaison, war heute 5 Stunden unterwegs und hab in unmittelbarer Nähe meines Wohnorts Passau (Südostbayern, an der Grenze zu Österreich und nicht so weit von Tschechien) 5 bisher nicht bekannte Saftlingsstandorte gefunden, einer mit ca. 9 Arten incl H. punicea, H. ingrata, H.lacmus var. flavipes und Porpoloma (metapodium?, den stell ich gleich noch ein), die ich alle hier in der näheren Umgebung noch gar nie gefunden hatte ( ich bin Ende 50 und seit frühen Jahren auf Pilzpirsch!)

So viel für heute, Tschau
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Svampskogen, (vor 5082 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin

In der Schweiz gibt es 12 geschützte Pilzarten, bin mir aber nicht mehr ganz sicher, ob dadurch auch ihr Lebensraum geschützt sein sollte (natürlich nur theoretisch).
2011 wurde vom Bundesamt für Umwelt ein Bericht über die Saftlingswiesen der Schweiz veröffentlicht. Thema war Vegetationstyp und Bewirtschaftung. Untersucht wurden (vor allem) Flächen, die über ein Vorkommen von geschützten Arten verfügten (Hygrocybe calyptriformis oder Clavaria zollingeri). Ob es konkrete Pläne zum Schutz dieser Wiesen gibt, ist mir leider nicht bekannt.
Glücklicherweise sind Saftlingswiesen in den Alpen aber noch einigermassen verbreitet. Die saftlingsreichen Wiesen sind im Frühling oft auch reich an Orchideenarten und anderen speziellen Pflanzen (jedoch nicht zwingend).

Beste Grüsse Svampskogen

Salu Svampskogen
H. insipida kenn ich eigentlich, wächst vereinzelt sogar in meinem Garten (7
Hygrocyben bisher hier, zweitbeste bekannte Saftlingswiese von Passau). H.
insipida ist für mich aber schmächtiger mit deutlicherer gelber Randzone.
Die hier fraglichen Fk sind auch nicht so insipidamäßig rasch von rot über
orange nach gelb gegangen, sondern nur so hygrophan vom Zentrum aus zu
einem blasseren orangeockerlichen Ton abgetrocknet, also teilweise ähnlich
wie H. cocc., andereseits nicht ganz so regelmäßig konzentrisch wie diese,
schien mir jedenfalls. Klebrig schleimig waren sie nicht, höchstens feucht
und am Hut geringfügig fettig-glitschig. Das war aber vielleicht auch nur
das feuchte Wetter am Fundtag.
Wo ich noch am Weitersuchen bin (und hoffe, daß mir der bestellte Boertmann
bald zugestellt wird) ist diese Unklarheit mit H. marchii: Der wird ja
auch sehr ähnlich beschrieben und abgebildet incl "kerbrandig",
und manche Autoren interpretieren ihn als Varietät von H. coccinea, andere
als Synonym für reidii bzw. als Abart von diesem ohne Honiggeruch. Von
daher würde H. marchii also perfekt passen,jedenfalls wenn man nicht
letzte Eindeutigkeit anstrebt :D
Inzwischen hab ich in einem alten thread von Dir ein paar interessante
Literaturlinks zu den Waxcaps gefunden, hab sie mir schon gezogen und
werde sie bald studieren.
Ich hab gerade einen Narren gefressen an den Saftlingen, außer der Schönheit
fasziniert mich ihre mögliche Rolle bei der Bewertung von naturnahem Gras-
bzw. extensiv/traditionell bewirtschaftetem Weideland.
Außerhalb der Alpen sind solche Flächen in Mitteleuropa ja extrem rar
geworden und der Schutz der wenigen Reste ist dringend angesagt. In
Deutschland ist (im Unterschied zu den britischen Inseln und Skandinavien)
bisher wenig bekannt, wie aussagekräftig Saftlinge als Zeiger
schutzwürdiger Stellen sind. Wie sieht es da bei Euch in der Schweiz aus?
Habt Ihr schon Naturschutzausweisungen aufgrund von Pilzvorkommen?
Hier ist übrigens nach wie vor 1a Saftlingssaison, war heute 5 Stunden
unterwegs und hab in unmittelbarer Nähe meines Wohnorts Passau
(Südostbayern, an der Grenze zu Österreich und nicht so weit von
Tschechien) 5 bisher nicht bekannte Saftlingsstandorte gefunden, einer mit
ca. 9 Arten incl H. punicea, H. ingrata, H.lacmus var. flavipes und
Porpoloma (metapodium?, den stell ich gleich noch ein), die ich alle hier
in der näheren Umgebung noch gar nie gefunden hatte ( ich bin Ende 50 und
seit frühen Jahren auf Pilzpirsch!)
So viel für heute, Tschau
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Peter P., (vor 5082 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,
von den Saftlingen und den sie begleitenden weiteren "Wiesenarten" bin ich seit vielen Jahren begeistert, für mich sind die Saftlinge die Orchideen unter den Pilzen. Wenn etwas früher als diese Pilze wachsen in der gleichen Wiese die Alpenweißzunge und die Prachtnelke blühen, der Schwalbenschwanz seine Eier an die herrlich duftenden Bärwurzblätter heftet, scheint die "Welt" noch in Ordnung. Nur haben leider Pilze kaum eine Lobby und wir können von Glück reden,
daß schon lange vor uns hauptsächlich die Botaniker den Schutzgedanken mit Leben erfüllten und so präsentierte die z. T. zu sehende Bergwiese bisher 26 Saftlingsarten und andere. Zukünftig können wahrscheinlich in solche Flächen Strommasten aufgestellt werden und auch Windparks entstehen, schließlich dient das doch der Umwelt ! Und ein paar spinnerte Naturschützer werden das nicht aufhalten, hätten doch über 90 % der Deutschen Obama gewählt, haben aber selbst Schwarz- Gelb. Brrrrr.
Gruß Peter P.

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

haseneier, (vor 5082 Tagen) @ Peter P.

Hallo Peter

Dein Bild mit dem Saftlingkränzchen dazu, das ich hier im Forum schon mal gesehen habe, erinnert mich sehr an meine ehemalige Lieblingsstelle im Thüringer Wald: Hildburghausen - Schleusingen - Breitenbach - Vessertal ging die Anfahrtsroute. Ab Wiedervereinigung bis 2004 hab ich im angrenzenden unterfränkischen Rhön-Grafeldkreis gelebt (Rhön ist auch toll, da hab ich meine ersten Saftlinge überhaupt gesehen). Aber Saftlinge standen in jenen Jahren noch nicht im Fokus bei mir, sondern Arbeit und in der Freizeit bestenfalls Wandern mit den Kindern und/oder Freunden, Pilze suchen mehr zum Essen als zum mykologischen Sich Hineinsteigern...

Ist das Bild Deiner Saftlingswiese irgendwo in dieser Gegend (Thüringer Wald) aufgenommen?
Seit ich hier mitlese, träum ich davon, die anderen legedären Saftlingswiesen kennenzulernen, z.B. die bei Stützerbach, Rudis Blödwiese im Main-Spessart und vielleicht auch Deine. Umgekehrt zeig ich natürlich auch gerne meine niederbayrischen Waxcap Grasslands....aber so prall ist es hier meist nicht mit Saftlingen, es gibt nur wenige Ausnahmen...

Koll Grüße
Martin

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Peter P., (vor 5081 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,
daß wir uns da früher nicht begegnet sind ! Die von Dir aufgezählten Regionen gehören bzw. gehörten auch zu meinen beliebtesten Exkursionsgebieten. Die Fotos sind wie schon richtig erkannt aus Thüringen und in dessen Schiefergebirge im Lkr. Sonneberg entstanden. Im September waren wir im südlichen Bayerischen Wald, um die letzten Vorkommen des Böhmischen Enzians zu bewundern, es blühte nur noch eine einzige Pflanze. Aber in diesen phantastischen Wiesen muß es doch Saftlinge "zuhauf" geben, die Zeit war ja leider noch nicht da. In unserer Region sah es dieses Jahr recht mau aus mit Saftlingen und anderen Wiesenpilzen und wo in manchen Jahren tausende(!) Erdzungen stehen war dieses Jahr keine einzige zu finden.
Gruß Peter P.

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Andreas ⌂, (vor 5081 Tagen) @ Peter P.

Hallo Peter,

das ist aber nicht der Pannonische Enzian. Welcher isses denn?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Peter P., (vor 5081 Tagen) @ Andreas

Hallo Peter,
das ist aber nicht der Pannonische Enzian. Welcher isses denn?
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
in meinem Text steht doch, daß es der Böhmische Enzian (G. bohemica) ist.
Gruß Peter P.

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Goldsucher, (vor 5080 Tagen) @ Peter P.

Hallo Saftlingsfreunde,

Ich hatte das nötige Glück vor eineinhalb Jahrzehnten einen Saftlingsspezialisten aus Ungarn kennen zu lernen. Sein Name ist Tibor Zagyva. Er hat im Westungarischen Raum - Nationalpark ÖRZEG eine langjährige Untersuchungsarbeit über Saftlinge auf Bürstlingsrasen gemacht und auch in der Südoststeiermark auf mein Betreiben hin die Saftlingsfauna auf ausgewählten Wiesenflächen untersucht. Da lernte ich dann die bei uns vorkommenden, ca. 25 Arten kennen. Wir haben noch 3 Wiesenflächen mit über 10 Saftlingsarten. Eine davon hat laut letzten Daten 15 Arten auf einer Fläche von 1 ha. Z. B.: auch die sonst nirgends im Hügelland vorhandene H. calyptraeformis. Für unsere immer trockenere werdende Region ist das meiner Meinung nach ziemlich gut. Wir haben alle Wiesen inzwischen vom Land ankaufen lassen und über den Naturschutzbund gesichert. Die Pflege ist trotzdem immer ein aufwendiges Unterfangen, weil vor Ort kein Grünlandbauer mehr da ist.
Der Rückgang extensiver Wiesen im Grazer Becken liegt bei über 90 % in den letzten 20 Jahren. Nur noch in Schutzgebieten (NATURA2000-Gebieten) wird derzeit noch Geld für Vertragswiesenschutz ausgegeben.
Bald wird man ehemals so häufige Arten wie Wiesenflockenblumen oder Wiesenbocksbart nur noch in den Roten Listen finden. Enzianwiese haben wir nur noch eine mit einer Größe von 0,8 ha. Sumpfwiesen sind sonst fast völlig verschwunden. Wollgräser findet man hier nicht mehr. Vor 20 Jahren hatte ich die noch auf einigen Flächen.

Grüße an alle

Bernd

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

haseneier, (vor 5077 Tagen) @ Goldsucher

Servus Bernd

Danke für diese interessanten Informationen. Durch Deinen Hinweis habe ich zwei kurze deutsche Artikel von Tibor Zagyva über seine Untersuchungen gefunden, die frei als pdf verfügbar sind:

http://www.landesmuseum.at/datenbanken/digilit/?litnr=34344

Seiten 71-73 und 74-76 davon

Gibts noch mehr Literatur von ihm für jemand, der nicht Ungarisch lesen kann? Und habt Ihr Eure mykologischen Ergebnisse aus der Steiermark publiziert?

An einem weiteren und detaillierten Austausch über diese Thematik (Erhalt der Saftlingshabitate, Landschaftspflege & Rolle der Pilze z.B. als Zeigerarten im Naturschutz, aber auch nichtmykologische Aspekte der FFH- bzw. Natura2000-Gebiete unserer Heimat) wäre ich sehr interessiert. Evtl. dann per email oder sogar irgendwann bei einem Treffen in "Deinen" oder "meinen" Wiesen, Flußtälern, Schluchtwäldern etc.)?

lg
Martin

Auch an alle anderen, die hier mitdiskutiert und -gelesen haben, nochmal vielen Dank.
Ich meine aber, dieser thread, der eigentlich für zwei fragliche Saftlingsbestimmungen gestartet war, ist inzwischen thematisch ein wenig ausgefranst und es wäre sinnvoll, für die grundsätzlichere Debatte über Pilze im Naturschutz(z.B. Erhalt von Saftlingsgesellschaften, brauchbare Zeigerarten, Bedeutung von Altbäumen, Totholzreichtum usw.) ab und zu ein neues Topic mit aussagekräftigem Namen zu eröffnen. Vielleicht mit links zu älteren threads im Pilzepilzeforum, wo darüber schon konkrete Informationen ausgetauscht worden sind. Wenn sonst keiner die Initiative dazu ergreift, tu ichs früher oder später ;) Nach dem Ende der Hauptsaison ist eh bald mehr Zeit dafür.

So long...

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Re: Hygrocybe coccinea vs H. reidii

Goldsucher, (vor 5077 Tagen) @ haseneier

Servus Bernd
Danke für diese interessanten Informationen. Durch Deinen Hinweis habe ich
zwei kurze deutsche Artikel von Tibor Zagyva über seine Untersuchungen
gefunden, die frei als pdf verfügbar sind:
http://www.landesmuseum.at/datenbanken/digilit/?litnr=34344
Seiten 71-73 und 74-76 davon
Gibts noch mehr Literatur von ihm für jemand, der nicht Ungarisch lesen kann?
Und habt Ihr Eure mykologischen Ergebnisse aus der Steiermark publiziert?
An einem weiteren und detaillierten Austausch über diese Thematik (Erhalt der
Saftlingshabitate, Landschaftspflege & Rolle der Pilze z.B. als
Zeigerarten im Naturschutz, aber auch nichtmykologische Aspekte der FFH-
bzw. Natura2000-Gebiete unserer Heimat) wäre ich sehr interessiert. Evtl.
dann per email oder sogar irgendwann bei einem Treffen in
"Deinen" oder "meinen" Wiesen, Flußtälern,
Schluchtwäldern etc.)?
lg
Martin

Lieber Martin,

Wenn ich Tibor wieder treffe ,werde ich ihn danach fragen. Er ist momentan als Biotopkartierer in der Steiermark unterwegs und des öfteren in "meinem NATURA2000"-Gebiet tätig.

Noch habe ich nichts von den Funden publiziert. Ich bin aber gemeinsam mit einem Pilzfreund an der Sache dran. Wir untersuchen die Saftlingswiesen seit 4 Jahren mehr oder weniger intensiv.

Würde mich über ein gemeinsames Safteln freuen!

Bernd

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Re: Kapitaler Saftling

Rudi, (vor 5086 Tagen) @ haseneier

Hallo Martin,

Ich denke bei deinem fund an quieta/obrussea, auch wegen den rötlichen Farbtönen an den Lamellen.
An aurantiosplendens hab ich erst gedacht, aber den finde ich immer mit kräftigem runden Stiel, auch die Hutform kenne ich anders.

Dann denke ich an eine Steinpilzschwemme in der Rhön vor vielen Jahren und an Herman de Vries- du auch?

Ich bin heute früh übrigens an Deggendorf vorbei gefahren- hätte doch mal ins Himmelreich schauen sollen ;=((

LG Rudi

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Re: Kapitaler Saftling

haseneier, (vor 5086 Tagen) @ Rudi

Hallo Martin,
Ich denke bei deinem fund an quieta/obrussea, auch wegen den rötlichen
Farbtönen an den Lamellen.
An aurantiosplendens hab ich erst gedacht, aber den finde ich immer mit
kräftigem runden Stiel, auch die Hutform kenne ich anders.
Dann denke ich an eine Steinpilzschwemme in der Rhön vor vielen Jahren und an
Herman de Vries- du auch?
Ich bin heute früh übrigens an Deggendorf vorbei gefahren- hätte doch mal ins
Himmelreich schauen sollen ;=((
LG Rudi

Servus Rudi,

Die Rhöner und Eschenauer Erlebnisse hab ich natürlich ebenso in legendär guter Erinnerung wie Dich, obwohl es schon ein paar Jahrzehnte her ist. Ich hab Dir dazu vorgestern schon eine mail geschickt, aber an deine Pilzseitenadresse.

Zurück zum 1. meiner beiden fraglichen Saftlinge in diesem thread. Ich hab ihn mir nach den Hinweisen von svampskogen noch mal sehr genau angeschaut (malenderweise) und habe mich auch für Hygrocybe quieta entschieden, Sicherheit 98 %.

Da das Blättern in den Pilzfotobüchern, diverse Schlüssel (z.B. Bon, Ricken, Moser) und Google-Bildersuche keine Klarheit brachten, hab ich meinen alten Michael Hennig Kreisel hervorgezogen und es hat sich einmal mehr gezeigt, was wirklich detailgenaue Beschreibungen wert sind:

"....Blätter: Zitronengelb, besonders bei größeren Fruchtkörpern auf den Flächen lachsorange, durch die Sporen zart weißlich überhaucht; dick, entfernt, unterschiedlich breit, 0,4-1,2 cm, die zum Stiel durchgehenden bauchig vorstehend, die halben schmaler und oft wellig-kraus, auf den Flächen feinst querrunzlig und in der Tiefe queraderig verbunden, etwas verschmälert angwachsen und mit Zahn ein wenig herablaufend.
Stiel: Dotrtergelb-orange, fast gleich dick, häufig aber auch unregelmäßig, brettartig flach, kanalig-doppelt, querwellig oder bauchig aufgetrieben, die Basis fast immer kurz zugespitzt und weiß; seidig-gklatt (unter der Lupe dagegen zart längsstreifig), trocken,weitröhrig-hohl. ..."

Treffender kann man die Merkmale, die an diesen leuchtend orangefarbigen, schönen Saftlingen so speziell ins Auge stachen, nicht beschreiben.

Aber oh Schreck: ein weiteres Leitmerkmal der Art und Pate des lateinischen Namens ist der Geruch nach Lactarius quietus bzw. nach Blattwanzen und den konnte ich allenfalls beim Zerreiben erklecklicher Portionen für einige Sekunden "erahnen". ansonsten roch da gar nichts speziell. Aber o Wunder, auch der charakteristische Wanzengestank stellte sich zuletzt unzweifelhaft und unverwechselbar ein, nachdem ich den Pilz eine Stunde lang in Wasser eingelegt hatte. (kein alter Trick von mir, ich hab das zufällig gemacht, um ein wenig Sporen im wäßrigen Auszug für die Aussaat im Garten zu gewinnen)

Um 100% sicher zu sein, fehlen jetzt nur noch die mikroskopische Untersuchung
(der deutsche Name "Schnürsporiger Saftling" Werde mal ein paar Exemplare trocknen, aufheben und hoffen, daß mir jemand hilft (habe selber dummerweise kein Mikroskop).

Dann wäre das glaube ich die 21. Hygrocybe-Art im Himmelreich (Ellerlinge eingeschlossen).

Und vom Christkind wünsch ich mir den Boertmann :D, der ist ja 2011 in revidierter Neuausgabe erschienen.

Danke Rudi und svampskogen für die hilfreichen Tipps bzw. die Bestätigung!

und Bitte an alle, auch zu dem anderen im thread abgebildeten zinnoberroten fast weißblättrigen "Honigsaftling" Senf bzw. Bestimmungshilfe zu geben. Was käme denn da noch in Frage? So durchschlagend überzeugt hat mich der Honiggeruch nicht und dieser ist auch beim Trocknen keineswegs eskaliert sondern eher geschwunden.

LG

Martin Haseneier

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Wow!

Der Juergen, (vor 5076 Tagen) @ haseneier

- kein Text -